Archiv der Rubrik 'Alltag'
Seh-Behinderung
Sunday, 5. May 2013
Als Teenager stellte ich irgendwann mal fest, daß ich immer nur durch ein Auge gleichzeitig gucken kann und die Informationen des zweiten nur maximal teilweise dazugenommen werden. Als die ersten Bilder in Zeitschriften auftauchten, zu deren Betrachtung eine rot-grüne 3D-Brille erforderlich war, mußte ich passen. Die Bilder, die die Augen getrennt beim Gehirn einliefern, werden von diesem offenbar nicht zusammengefügt; ich sehe entweder nur den roten oder nur den grünen Teil. (Und gab es da in den frühen 80ern oder so nicht auch mal Test-Fernseh-Sendungen, für die man diese Brillen brauchte?) Auch mit den Bildern der Buchreihe „Magisches Auge” kann ich nichts anfangen; ich sehe nur die Muster, nicht die darin verborgenen 3D-Bilder.
Bislang hat mich das aber nicht weiter gestört, weder im Alltag noch in der Freizeit, denn meine Umgebung nehme ich sehr wohl dreidimensional wahr — auch wenn ich nicht weiß, wieviel davon ich wirklich in 3D sehe und wieviel von meinem Gehirn eventuell „berechnet” (interpoliert) wird. (more…)
Sperrmüll
Friday, 8. February 2013
In meiner Wohnung steht so einiges herum, was ich loswerden will. Bevor ich den Kram zum Sperrmüll anmelde, wollte ich denn doch erstmal noch fragen, ob jemand an dem einen oder anderen Teil Interesse hat — man weiß ja nie.
Fast alles kostenlos, aber nur an Selbstabholer! (more…)
Der gute Schlüsseldienst
Monday, 4. February 2013
Mal was ganz anderes: Ich erwähnte letztens in einem Kommentar, daß mir jemand einen Minijob angeboten hatte. In Kurzform: Ich mach jetzt Website und Blog für den guten Schlüsseldienst.
Die Langform: Der Mensch kam im November mit einem Problem ins Chaosdorf. Dabei ging es eigentlich erstmal um Google-Ads. Damit wirbt er, wie offenbar viele andere Schlüsseldienste auch, für eine Telefonnummer, die mit dem Click-to-Call-Verfahren angerufen werden kann. Nun macht das Chaosdorf ja keine Beratung, aber mich persönlich interessierte das Problem, und ich hatte da spontan so ein paar Ideen. (more…)
Akku-Füllstands-Anzeige
Friday, 1. February 2013
Akkus sind toll. Man muß nicht ständig Batterien kaufen, sondern hängt die Dinger einfach über ein Ladegerät ans Stromnetz und lädt sie wieder auf. Eine Anzeige am Gerät klärt darüber auf, wieviel noch drin ist und wann man wieder nachladen sollte. Also … theoretisch. (more…)
Besser nicht berufstätig
Sunday, 27. January 2013
@BILDblog
Bild-Redakteurin Stephanie Bilges (bildblog.de/39937/frau-volkszorn/) zum Thema Sexismus in der Öffentlichkeit. #Aufschrei pic.twitter.com/HAhKY6CZ

Aha.
Die Diskussion geht natürlich immer noch zum Artikel der Stern-Reporterin Laura Himmelreich über Rainer Brüderle (FDP) und die (immer noch überraschend lebhafte) Aktion #aufschrei, über die ich ja vorgestern auch gebloggt hatte.
Ja, ich weiß, es ist das Hetzblatt, von denen kann man nun leider nichts anderes erwarten. Aber trotzdem: Machen wir doch mal nachträglich das, was Frau Bilges offenbar versäumt hat: Wir schalten das Gehirn ein und überlegen mal, was ihre Forderung bedeuten würde. (more…)
Aufschrei
Friday, 25. January 2013
Gerade, leider mitten in der Nacht, geht ein Hashtag #aufschrei über Twitter. (Überwiegend) Frauen berichten in 140 Zeichen, was ihnen schon an sexueller Belästigung widerfahren ist, ohne daß sie ernstgenommen wurden oder Hilfe bekamen. Und ein paar Trolle nehmen das „natürlich” zum Anlaß, die Erlebnisse herunterzuspielen und den #aufschrei damit noch zu verstärken.
Mir fielen da auch noch so ein paar Erlebnisse ein, nachdem ich die Timeline des Hashtags ein Stück weit verfolgt hatte. Erlebnisse, die ich teilweise tatsächlich zurückgedängt habe, weil das in den meisten Fällen einfach von mir erwartet wurde oder ich zumindest den Eindruck vermittelt bekam, daß ich „nicht so ein Geschiß” draus machen sollte. (Achtung, nachfolgende Beispiele können triggern!) (more…)
Nasse Weihnachten
Friday, 21. December 2012

Das ist ja mal wieder perfektes Timing. Freitag Nachmittag vor Weihnachten muß natürlich das Dach undicht werden und Wasser eindringen. In einer Ecke habe ich ungefähr einen halben Quadratmeter nasse Tapete, und an der Dachschräge darüber entlang, wo die Brühe runterkommt, läuft das Wasser sichtbar ebenfalls unter der Tapete die Wand herunter. Außerdem sind vorm Fenster, wo die Decke gerade ist, zwei handgroße Wasserflecken an der Decke.
Bei der Hausverwaltung ist dauerbesetzt, oder das Telefon wurde ausgehängt, was weiß ich, jedenfalls ist da kein Durchkommen. Ich hab mal eine E-Mail geschickt, aber wenig Hoffnung auf Antwort. Der Hausmeister-Service wiederum fühlt sich nicht zuständig, weil da ja erstmal ein Dachdecker ran muß. (more…)
Prioritäten
Wednesday, 5. December 2012
Leser Severin wundert sich darüber,
wie jemand soviel Energie in ein privates publizistisches Angebot stecken kann und gleichzeitig schreibt, er/sie besitze nicht die Kraft, sich einen Job zu suchen. Ihr politisches Engagement kommt noch dazu. Ich verstehe es nicht. Ich bin Ihnen wahrscheinlich eh zu konservativ und rein intellektuell gar nicht in der Lage, es zu verstehen. In meinen Augen muss ich doch erst mein eigenes Leben auf die Reihe bekommen – das heißt, selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen, ehe ich anderen politische Tipps gebe, wie dies gesamtgesellschaftlich möglich ist.
Das Fließband
Friday, 19. October 2012
Mir kommt das Leben immer öfter wie ein Fließband vor. Und ich steh daneben und versuche, so ein paar Dinge, die da an mir vorbeirauschen, zu greifen und geregelt zu bekommen. Und oft genug laufen Dinge einfach zu schnell an mir vorbei, ich kriege sie nicht zu fassen, und dann sind sie auch schon wieder weg. Unerledigt, mit mehr oder weniger unangenehmen Folgen.
Es gibt durchaus Zeiten, in denen ich alles (oder fast alles) erledigen kann. Dann läuft das Band gefühlt langsam (genug). Und dann rast es wieder und gibt mir kaum eine Chance, etwas wegzunehmen. So wie derzeit. (more…)
Ein ehrgeiziger Plan
Wednesday, 10. October 2012
Letzten Monat stand ich in der Holzwerkstatt der Kooperative Niemandsland und baute mir unter Mithilfe des dortigen Werkstattmeisters ein Bettgestell. Das war nötig geworden, nachdem mir im August das alte Bettgestell gekracht war. Ein Bett zu bauen ist jetzt nicht unbedingt so die Tätigkeit, die man von einem IT-Menschen erwartet, und ich sah das auch deutlich mehr als Notwendigkeit denn als Hobby. Und doch habe ich, darauf aufbauend, eine Idee, die mir seit ein paar Tagen durch den Kopf geht und mir keine Ruhe läßt.
Das Problem ist nämlich: Ich habe zwar eine relativ große Wohnung, aber trotzdem wenig bis gar keinen Platz mehr, weil ich viel zu wenig Möbel habe und diese teilweise auch noch an der falschen Stelle stehen. (more…)
Goodbye, Bettgestell (2)
Sunday, 2. September 2012
Nachdem mir ja letztens das Bettgestell gekracht war, mußte ich mich natürlich nach einem Ersatz umsehen. Das Düsseldorfer Sozial-Möbellager hatte ein Metallgestell — in 140 x 200, also zu breit. Der Mensch dort am anderen Ende der Telefonleitung meinte, 100 x 200 sei ein Sondermaß. Das hatte mich dann doch etwas erstaunt; für mich war das seit ewigen Zeiten der Standard gewesen. Ein Blick in die Angebote diverser Möbel- und Bettenhäuser belehrte mich eines Besseren: Matratzen gibt es heute entweder in 90 oder in 140 cm Breite.
Dann suchte ich mir Angebote bei eBay heraus. Es ist nicht so, daß es keine gab. Aber was keine Neuware ist, wird nicht verschickt, sondern geht nur an Selbstabholer. Das beste Gestell, das ich fand, war denn auch am weitesten weg; um es abzuholen, hätte ich in eine kleine Gemeinde zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven fahren müssen. Dafür wäre es dann aus Massivholz gewesen. Also mußte eine andere Lösung her. (more…)
Goodbye, Bettgestell
Tuesday, 14. August 2012
Heute ist mal wieder einer dieser Tage, die so ganz anders laufen als vorgesehen — im negativen Sinne, versteht sich. Das fing schon damit an, daß ich gar nicht vorgehabt hatte, schon um halb zehn aufzustehen; derzeit fängt mein Tagesrhythmus üblicherweise etwa eine Stunde später an. Aber mein Bettgestell meinte heute, es habe genug ausgehalten — und brach unter mir zusammen. Genauer: Die rechte Seite gab nach, und der Lattenrost hing plötzlich schief da. Und ich auch.
Schon in den letzten Wochen war mir aufgefallen, daß sich immer dann, wenn ich mich beim Aufstehen oder Hinlegen auf die Bettkante setzte, irgendwas auf dieser Seite des Bettes runterzurutschen schien. Ich schaute immer wieder nach dem Holzbalken, der den Lattenrost trägt, aber der saß fest. Heute stellte sich beim Zerlegen dann heraus, daß der mit der Rutscherei gar nichts zu tun hatte. (more…)
Niemand ist zuständig, keiner ist schuld (2)
Wednesday, 11. July 2012
Heute gab es die Fortsetzung der obigen Feststellung von vor zwei Wochen. Weiterhin ist niemand zuständig und keiner schuld. Außer mir, natürlich. Ich bin immer schuld.
Der Reihe nach: Zunächst einmal kam letzte Woche das Papier vom Finanzamt Weinheim herein. Also das, was ich im Januar hätte bekommen sollen. Darin steht nun etwas ganz anderes als das, was mir die Dame am Telefon erzählt hatte: Die Sparkasse wurde ganz klar damit beauftragt, eben nicht nur einmal, sondern auch zukünftig alles zu pfänden, was aus irgendwelchen Gründen zufällig über die Pfändungsgrenze geht.
Letzten Freitag rief mich außerdem der Filialleiter der Stadtsparkasse an, bei der mein Konto geführt wird. Er sei via Twitter auf meinen Blogeintrag aufmerksam geworden. Immerhin, bemerkenswert. Jedenfalls wollte er mich gern mal persönlich sprechen, also vereinbarten wir einen Termin für heute Nachmittag. (more…)
Niemand ist zuständig, keiner ist schuld
Tuesday, 26. June 2012
Ich hatte ja kürzlich schon in einem Nebensatz erwähnt, daß mir das Zurückhalten der Mai-Miete wegen des Durcheinanders bei meiner Hausverwaltung noch ein ganz anderes Problem beschert hat. In diesem kommt es jetzt zu dem wunderschönen deutschen Behörden-Phänomen „niemand ist zuständig, keiner ist schuld”. Wie das alles abgelaufen ist, bekomme ich jetzt erst so nach und nach heraus, denn mit der Kommunikation klappt das natürlich auch nirgends so richtig.
Also: Als ich in Hirschberg an der Bergstraße gewohnt hatte, hatte ich dort noch mein Schreibbüro angemeldet. Zuständig war das Finanzamt Weinheim. Anfang Oktober 2000 flüchtete ich mehr oder weniger nach Düsseldorf (nein, nicht vorm Finanzamt …) und durfte mich dort erst einmal mit Problemen wie Wohnungs- und Arbeitssuche sowie zwei Repressionsbehörden herumschlagen. Irgendwann 2002, als ich also schon krank war, stellte das FA Weinheim fest, daß ich im Jahr 2000 ja auch noch hätte Steuern zahlen sollen. Da ich keine Steuererklärung gemacht hatte (wann und wie auch, mir fehlten ja so nebenbei teilweise die Unterlagen und ich hatte echt andere Sorgen), schätzte man meine Steuerschuld großzügig (zugunsten des Amtes) auf einen Wert, den ich im Jahr 2000 bzw. in den Monaten von Januar bis September 2000 nie erzeugt haben kann. Ob sie das bei Milliardären auch so machen? (more…)
Mobbing in der Schule
Wednesday, 6. June 2012
Eben flog via Twitter ein Blogposting in meine Timeline, das sich mit Mobbing in der Schule befaßt. In Schlimmster Tag… schreibt „Die 13”, wie es ihr in der Schule ergangen war und was das für Auswirkungen auch auf ihr späteres Leben hatte.
Ich erinnere mich. Und erinnern sollten sich auch diejenigen, die es damals auf mich abgesehen hatten. Auf G+ habe ich eben schon geschrieben: (more…)
