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Froschs Blog

Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat

Archiv der Rubrik 'Depression'

ARGE, Teil 6

Tuesday, 9. March 2010

In der geänderten Eingliederungsvereinbarung vom 4. Februar hatte ich mich dazu verpflichtet, bis Ende Februar eine amtsärztliche Untersuchung zu beantragen. Warum der Antrag schon wieder von mir ausgehen muß, obwohl die Behörde ihn doch verlangt, muß ich nicht verstehen, aber OK. Da ich immer noch mit akuten Depressions-Wellen kämpfte, schob ich das vor mir her, und Ende Februar mußte ich ja auch noch eine Woche wegen Mandelentzündung daheim bleiben. Die AU hatte mir freundlicherweise jemand dort eingeworfen; ob sie bei der Akte ist, weiß ich nicht, bei der ARGE geht ja gern mal was verloren.

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Was würdest Du tun?

Monday, 8. February 2010

Was würdest du tun wenn für deinen Lebensunterhalt gesorgt wäre? #WWDT #BGE”, fragte heute @order_by_rand auf Twitter (WWDT = was würdest du tun; BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen). Da ein Tweet nicht genügt, um die Frage für mich zu beantworten, mache ich das mal lieber hier im Blog.

Vermutlich würde ich nicht viel anderes machen als derzeit, allerdings könnte ich mich freier und intensiver darum kümmern. Also zum Beispiel mehr fotografieren, mehr mit meinen Computern anstellen oder öfter mal anderen bei Computerproblemen helfen (so wie derzeit mit dem Fremd-PC easyline).

Ich könnte auch öfter kleine Jobs annehmen, je nachdem wie es meine Depressionen zulassen. Denn zum Bedingungslosen Grundeinkommen kann man ja beliebig dazuverdienen und muß sich nicht wie bei Hartz IV oder SGB XII den größten Teil seines geringen Nebenverdienstes vom Staat stehlen lassen. Und dann könnte ich auch öfter verreisen, denn ich reise sehr gerne — und dabei gibt es dann wieder neues zu sehen und zu fotografieren.

Was für mich aber viel wichtiger wäre: Ich müßte keine Angst mehr haben. Keine Angst davor, daß jemandem bei einer Behörde ein Furz quersitzt und sie oder er mir dann irgendwelche Schikanen auferlegt. Keine Angst davor, wie im Jahr 2002 allein durch krankheitsbedingte Hilflosigkeit erst die Energieversorgung und dann die Wohnung zu verlieren. Nicht mehr befürchten müssen, daß die Waschmaschine kaputtgeht, oder der Kühlschrank, oder daß einer der alten, mehrfach umgezogenen Schränke zusammenbricht. Dieser Punkt ist für mich wesentlich wichtiger als die Frage, was ich tun würde.

Umgekehrt könnte ich dann vermutlich auch mehr tun, weil mich diese Ängste nicht mehr lähmen würden. Mit einem BGE könnte ich wieder beginnen, zu leben.

So nebenbei kommt noch dazu, daß solche Volksverhetzer wie Thilo Sarrazin oder Roland Koch endlich mal die Klappe halten müßten. Es gäbe niemanden mehr, den sie noch beschimpfen könnten. Und man müßte seine Existenzberechtigung nicht mehr ständig mit einem Gehaltsstreifen beweisen: Es wäre die Rückkehr der Menschenwürde.


ARGE, Teil 5

Thursday, 4. February 2010

Oder: Die linke und die rechte Hand der ARGE

Heute Morgen hatte ich einen Termin bei der Arbeitsvermittlerin der ARGE. Also aufstehen um 7, Antreten um 9 — zum Glück mit Begleitung (Vertreterin meines Sozialarbeiters). Bei diesem Termin durfte ich eine 180°-Kehrtwende der ARGE erleben. Oder auch das Ergebnis einer intern nicht stattfindenden Kommunikation, wie man’s sehen will.

Im November hieß es ja vom Sachbearbeiter, man werde keine amtsärztliche Untersuchung durchführen, weil das Gutachten der Rentenversicherung „höherwertig” sei. Heute tönte es, diesmal von der Arbeitsvermittlerin, genau umgekehrt: Natürlich will sie eine amtsärztliche Untersuchung, und außerdem die Feststellung des Schwerberhindertengrades (GdB), und beides unbedingt!!1!11 Der vorherige Sachbearbeiter habe wohl „keinen Bock gehabt”, dabei hätte er das „auf jeden Fall gleich machen müssen”. Ich bin begeistert.

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Diskriminierung erlaubt

Tuesday, 26. January 2010

Hartz IV wirkt, stellte Twister gestern auf Telepolis Online fest. Das durfte ich ebenfalls gestern mal wieder am eigenen Leibe erfahren.

Ich habe ja gegen den ablehnenden Rentenbescheid Widerspruch eingelegt. Daraufhin rief mich im Oktober eine Dame von der Rentenversicherung an und wollte wissen, wer mein behandelnder Psychiater ist. Nachdem sie sich dann von der Verblüffung erholt hatte, weil ich sagte, ich habe keinen, fragte sie nach meinem Hausarzt. Ja, sowas in der Art hatte ich zu der Zeit, ich kämpfte ja mit einer Luftröhrenentzündung. Also schickte sie mir eine Aufforderung für diesen Arzt, einen Diagnosebericht zu erstellen.

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Schlichtes Weltbild eines Trolls

Sunday, 13. December 2009

Heute hatte wohl ein Troll Langeweile, jedenfalls meinte er/sie/es, mir ein paar Kommentare in Bildzeitungs-Qualität einkippen zu müssen, mit wechselnden Mailadressen und über diverse TOR-Exit-Nodes. Nein, ich hab nix gegen TOR, im Gegenteil. Ich hab nur was gegen Trolle.

Eigentlich wäre das auch kein Grund, was zu schreiben, aber die, ähm … „Logik” zeigt doch schön, was für ein schlichtes und teils reaktionäres Weltbild und welche rhetorischen Stilmittel manche Leute so draufhaben. Die Kommentare selbst habe ich mir erlaubt, hier zu löschen (da ich jeden Kommentar per Mail bekomme, habe ich die Originale noch), was Klaus-Bärbel zu der Bemerkung veranlaßte:

Und höre sie mit dem Löschen auf das wäre unangebrachte und verbotene Zensur, die sie so vehemment bekämpfen. Kritik müssen auch sie sich stellen.

(Rechtschreibfehler wie original.) Also:

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Gesellschaft und Depressionen

Tuesday, 24. November 2009

Via Twitter (@ekelias, @PrinzessinAggro) wurde ich auf einen Blogeintrag aufmerksam, der ein paar meiner eigenen Erkenntnisse schön auf den Punkt bringt. LeBambi fragt: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?”. Gleich als erstes wird dabei dieses Bild gezeigt: Sie wurden vom System abgemeldet! — ein Bild, das wie Arsch auf Eimer paßt.

Im Beitrag erklärt ElBambi, sie er (sorry …) möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der

Erfolg wichtiger ist als Menschlichkeit, in der geschäftliche Rafinesse mit Intelligenz gleichgesetzt wird und in der nicht Erfahrung sondern Linientreue zählen.

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Brennendes Eis

Monday, 23. November 2009

Letzten Monat war ich bei einem Allgemeinmediziner, weil ich einen bösen Husten hatte, mit Brustschmerzen. Das stellte sich dann als Luftröhrenentzündung heraus — ja, ich such mir immer die ungewöhnlichen Krankheiten raus, die anderen sind doch langweilig.

Als ich heute zum selben Arzt fuhr, um mir eine Gegen-Diagnose zu der des Psychiaters zu holen, den die Rentenversicherung beauftragt hatte, hatte ich wieder Schmerzen im Brustraum, wie schon das ganze Wochenende lang. Sie fühlen sich an wie brennendes Eis. Aber diesmal haben die Schmerzen keine organischen Gründe. Es sind Depressionssymptome, die ich in dieser Heftigkeit seit langer Zeit nicht mehr spüren mußte. Dummerweise war der Herr Allgemeinmediziner im Urlaub. Is’ klar, weil ich diesmal nicht vorher angerufen hatte (Termine braucht man da keine, man kann einfach so hingehen).

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ARGE, Teil 3

Friday, 20. November 2009

Heute war er also, der um Wochen verspätet angesetzte Termin bei der ARGE Düsseldorf. Und wieder einmal bestätigt sich: Für den Staat ist nur ein toter Sozialhilfeempfänger ein guter Sozialhilfeempfänger.

Zunächst einmal wurde mein Antrag völlig unnötigerweise noch einmal „in eigenen Worten” formuliert, und ich mußte diese Niederschrift unterschreiben. Darin hatte ich wahrheitsgemäß angegeben, daß ich mich nicht in der Lage sehe, mindestens drei Stunden pro Tag oder 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Danach schickte mich der Bearbeiter aus dem Zimmer, weil er was klären wollte. Als er mich wieder ins Zimmer holte, erklärte er locker-flockig, daß er den Antrag so ablehnen werde.

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Ent- statt Versicherung

Thursday, 15. October 2009

Meine Krankenkasse hatte mich bereits mit Schreiben vom 18. September gefragt, wie es denn nach dem 1. November mit meiner Krankenversicherung weitergehen soll. Ich war erstmal etwas verblüfft gewesen, denn von dem ablehnenden Bescheid der Rentenversicherung wußte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts. Ich fragte per Mail nach, erhielt aber keine Antwort.

Bei der ARGE hieß es dann gestern, ich solle der Krankenkasse melden, daß ich ALG II beantragt habe; wenn der Antrag durch ist (was ja locker bis Anfang Dezember dauern kann), sei ich dann rückwirkend über die ARGE weiterversichert. Also rief ich heute bei der TKK an, um diese darüber zu informieren.

Bei der Gelegenheit erfuhr ich, daß die Rentenversicherung Bund die TKK auf elektronischem Wege bereits am 15. September über die Einstellung der Rentenzahlungen zum 31. Oktober informiert hatte. Das entsprechende Schreiben der Rentenversicherung an mich ist jedoch auf den 1. Oktober datiert und war am 5. Oktober in meinem Briefkasten. Das sind fast drei Wochen Differenz!

Durch diese Schlamperei hat die Rentenversicherung also meine Absicherung bei der Krankenkasse gefährdet und mir damit unnötig Zeit gestohlen, um Widerspruch einzulegen und weitere Maßnahmen zu ergreifen. Ich kann froh sein, daß die TKK geduldig ist und deswegen jetzt nicht auch noch Terror veranstaltet. Andere Krankenkassen sehen das ja vielleicht nicht so gelassen.


ARGE, Teil 2

Wednesday, 14. October 2009

Wie verlangt war ich morgens um acht bei der ARGE. Leicht müde, mit gerade noch genug Schlaf, und wissend, daß ich nicht alle Unterlagen habe, die angefordert wurden. Dann mußte ich wieder eine Wartemarke ziehen, diesmal in einem anderen Bereich. Die Frage, wie lang es ungefähr dauern würde, wurde mit „unterschiedlich” beantwortet. Das heißt: Zwischendurch weggehen ist nicht, weil nicht klar ist, wie schnell es gehen wird.

Um neun war klar, daß ich 14 weitere Wartende vor mir habe. Um halb zehn stand fest, daß sie derzeit nur einen Arbeitslosen pro halbe Stunde drannahmen.

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ARGE, Teil 1

Tuesday, 13. October 2009

Gestern schälte ich mich nach einer schlaflosen Nacht um acht aus dem Bett, um möglichst früh bei der ARGE sein zu können. Früh aufstehen ist für mich schwer genug, und wenn ich zu früh dran bin, bin ich nicht verkehrstauglich, dann bügelt mich der erste Autofahrer um, den ich übersehe (nicht daß die ARGE das stören würde …). Zum Glück ist die zuständige ARGE-Filiale nicht weit, ich kann da problemlos hinlaufen. Im Wartebereich für Neuzugänge bekam ich eine Wartemarke, und dann hieß es: Warten. In dem Warteraum war es zugig, ein Fenster weit oben war gekippt. Ich hatte den Anorak kurz ausgezogen, zog ihn dann aber bald wieder an.

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Existenzangst reloaded

Sunday, 11. October 2009

Mitte Mai hatte ich bereits den Antrag auf Verlängerung der Erwerbsminderungsrente gestellt. Als ich Ende August „schon” Mitte Juni zu einem Düsseldorfer Psychiater geladen wurde, um mich für diesen Antrag untersuchen zu lassen, war das für mich nur noch Formsache. An meiner Arbeitsfähigkeit, insbesondere meiner Konzentrationsfähigkeit und der Fähigkeit, Leistungs-/Zeitdruck auszuhalten, hat sich, seit ich die Rente beziehe, leider — und teilweise „dank” Repressionsamt („Sozialamt”) nichts geändert.

Aus der Formsache wurde nun eine Sache der Existenzangst, denn dieser Psychiater beschloß, meine Depressionen seien nicht mehr so schlimm (leicht- statt mittelgradig), und ich sei deswegen jetzt ohne Probleme wieder in der Lage, mindestens 6 h/Tag zu arbeiten. Ob er zu dieser Einschätzung gedrängt worden war oder der Rentenversicherung von sich aus einen Gefallen tun wollte, kann ich nicht beurteilen, da ich den Mann vorher noch nie gesehen hatte. Jedenfalls bekam ich letzten Montag Nachmittag den ablehnenden Rentenbescheid, und das heißt, daß mich die Rentenversicherung der ARGE zum Fraß vorwirft.

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Es sind nicht nur die Arbeitslosen!

Tuesday, 22. September 2009

In der Diskussion um Sozialhilfeempfänger beschränken sich die Diskussionsteilnehmer leider viel zu häufig auf die „Hartzer”, also auf Menschen, die Sozialhilfe nach SGB II beziehen. So auch in einem ansonsten sehr lesenswerten Artikel auf Telepolis mit dem Titel Aushungern und Fordern. Ich habe dort bereits kommentiert, wollte das aber hier doch nochmal festhalten:

Bitte nicht vergessen: Hartz IV/SGB II ist nur ein Teil des Repressionsapparates zum Aushungern der wirtschaftlich nicht mehr Verwurstbaren. Es betrifft genauso auch Rentner, die von ihrer Rente nicht leben können, und Erwerbsunfähige.

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Bettenkauf — oder auch nicht

Wednesday, 5. August 2009

Mein Bett ist jetzt fast neun Jahre alt und stammt aus einem Sozial-Möbellager. Es besteht aus einem einfachen Rahmen, dessen Teile ohne Schraubverbindungen zusammengesteckt werden können, und einem starren Lattenrost mit weit auseinandersitzenden, schmalen Latten. Derzeit liegen zwei durchgelegene Kaltschaum-Billig-Matratzen übereinander drauf. Jede neue Matratze wird von diesem Lattenrost in unter drei Monaten gekillt, die ist dann einfach durch und erledigt. Das liegt auch daran, daß ich nicht gerade ein Leichtgewicht bin. Also wäre es eigentlich Zeit für ein neues, gutes Bett. Das kleine Problem dabei ist nur, daß ich ja von (Sozial-)Gesetzes wegen zwangsverarmt bin.

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Auf der Suche nach dem Rechtsstaat (5)

Thursday, 22. January 2009

Anfang der Woche sah es noch gut aus. Das Gericht watschte das A-Sozialamt so halb mit der Aufforderung (noch kein offizieller Beschluß) ab, doch bitte erstmal die Sozialhilfe weiter auszubezahlen und dann in Ruhe die Sache mit dem Zuverdienst zu klären. Zwar irrte das Gericht mit der Feststellung, ich sei schon dauerhaft und nicht mehr befristet verrentet und müßte daher bereits seit 01.01.2008 Sozialhilfe nach §§ 41 ff. SGB XII beziehen statt nach §§ 27 ff. SGB XII. Das lag aber wohl daran, daß dem Gericht der eigentliche Rentenbescheid nicht vorlag. Ich hatte nur den Bescheid über die letzte Rentenerhöhung eingereicht. Das habe ich gerade per Brief richtiggestellt.

Heute kam dann der Hammer. (more…)