Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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Archiv der Rubrik 'Gesundheit'

Illinois verbietet Kerri Rivera, MMS anzubieten

Dienstag, 30. Juni 2015

NBC 5 Chicago berichtete am 24. Juni, daß die Generalstaatsanwältin von Illinois der bekannten Quacksalberin Kerri Rivera eine „assurance of voluntary compliance“, also quasi eine „freiwillige Selbstverpflichtung“, aufgedrückt hat. In dieser verpflichtet sich Kerri Rivera, im Staat Illinois MMS bzw. Chlordioxid nicht mehr als Medikament gegen Autismus zu bewerben, zu verkaufen oder in Seminaren oder auf Konferenzen sowie ihren Websites anzupreisen. Wenn sie sich nicht daran hält, wird das als Verstoß gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz gewertet und kann entsprechend sanktioniert werden.

Nachfolgend meine Übersetzung der Selbstverpflichtung; Original (PDF, leider rein grafisch): Rivera, Fully Executed AVC. (mehr …)


#nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 3

Mittwoch, 29. April 2015

Wir hatten am Abend zuvor vereinbart, ein wenig später anzufangen und dafür früher, nämlich um etwa 14:00 Uhr, aufzuhören. Meine Idee war's nicht, ich hätte gern noch durchgezogen.

Für mich wurde es morgens aber sowieso ein wenig später, weil ich mein Gepäck gleich mitnahm und dann erst einmal zum Bahnhof Wilhelmshöhe fuhr, um es dort einzuschließen. Für die Rückfahrt nach Hause hatte ich mir bereits am Donnerstag direkt nach der Ankunft ein Bahnticket gezogen und eine Reservierung gleich dazu; um 19:00 Uhr sollte ein durchgehender InterCity fahren.

Da ich dann auch noch fast eine halbe Stunde auf die nächste Straßenbahn zum KongressPalais warten mußte, war ich erst gegen 11:00 Uhr dort. (mehr …)


#nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 2

Dienstag, 28. April 2015

Der Samstag war der anstrengendste Tag, aber wir waren auch ein paar mehr Leute am Stand, wenn auch leider immer noch zu wenige. Verstärkung bekamen wir vor allem von Sam Becker (@tageshauscaos), die offenbar im Umgang mit MMS-Jüngern schon sehr geübt ist. Ihren Bericht kann man hier nachlesen: Spirit auf bullshit in kassel. Außerdem hatte die GBS diesmal noch einen gut ausgestatteten Transporter dabei, und es gab jetzt auch zwei Klappstühle für uns zum Hinsetzen.

Für mich begann der Tag mit Kopfschmerzen, die vom überlasteten Nacken hochgezogen waren. Ich wußte ja schon, warum ich das Luftbett mitgenommen hatte … (mehr …)


#nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 1

Dienstag, 28. April 2015

Christian und ich fuhren morgens zusammen zum KongressPalais, wo nach und nach Leute von der Giordano-Bruno-Stiftung und vom Deutschen Konsumentenbund auftauchten. Es wurden ein Pavillon und ein paar Klapptische aufgebaut; Sitzgelegenheiten gab es keine.

In der ersten Kongreßpause kamen dann die ersten Kongreßbesucher vorbei – nein, nicht, um sich zu informieren, sondern um uns zu erklären, daß wir ja alle keine Ahnung hätten. (mehr …)


#nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 0

Dienstag, 28. April 2015

Manchmal glaubt man ja, man hat alles erlebt und gesehen, und dann … ja, dann stehst Du an einem Infostand in Kassel gegenüber einer Veranstaltung, die sich „Spirit of Health“ nennt, und erlebst den Gipfel der Absurdität. Ich versuche, die Eindrücke, die ich gesammelt hatte, mal ein bißchen zu sortieren, aber ich glaube, das kann man eigentlich gar nicht erzählen, das muß man erlebt haben.

Der Reihe nach: Im Januar war ja da die Geschichte mit dem „Jim Humble Newsletter“, der mich und viele andere per E-Mail-Spam erreichte. Allein bei mir schlug das Teil – wie dort erwähnt, immer über chinesische Botnetze – bestimmt zwanzig Mal auf verschiedenen Adressen auf. Für mich war klar, daß ich mich dieser Veranstaltung entgegenstellen muß. (mehr …)


Eingemauert (ein Lebenszeichen)

Donnerstag, 12. März 2015

Seit Wochen gibt es hier im Blog nur noch die wöchentlichen Links, also die Sammlung der (meisten) Artikel, die ich so im Laufe der Woche gelesen habe. Daher wollte ich mal ein Lebenszeichen hinterlassen.

Das ARGE gibt sich gerade mal wieder alle Mühe, zu vergessen, daß sie schon seit Jahren von meiner chronischen Depression wissen und davon, daß ich deswegen nicht mal eben umziehen kann. Meine Wohnung ist ihnen „zu groß und zu teuer“. Nun soll ich mal wieder beweisen, daß ich nicht umziehen kann – und solange ich das nicht kann, bekomme ich 83,00 € pro Monat weniger. (mehr …)


(No) Spirit of Health 2015

Samstag, 17. Januar 2015

Es scheint, es hat sich bei Kongreßhallenbetreibern noch immer nicht so wirklich herumgesprochen, daß es eine ziemlich dumme Idee ist, sich für einen „Spirit of Health“-Kongreß herzugeben. Nachdem sich letztes Jahr die Betreiber des Hannoveraner Congress Centrum mit einigem Bla-Bla herausredeten, warum sie den „Spirit of Health“ 2014 nicht mehr loswerden konnten, fanden die Veranstalter das einen vollen Erfolg und laden erneut zu einem solchen Kongreß ein – diesmal in Kassel.

Davon erfahren habe ich auf sehr, ähm, eigenartigem Wege. Heute erhielt ich eine Spam-E-Mail mit einer britischen Absender-Adresse, die behauptete, ein „Newsletter“ des Jim-Humble-Verlags zu sein. Offenbar hat der saubere Jim-Humble-Verlag allerdings keinen seriösen Mailversender dafür gefunden: (mehr …)


Kein „Spirit of Health“ in Hannover! (3)

Samstag, 26. April 2014

Auch wenn's finanziell weh tut – es war mir heute wichtig, nach Hannover zur Anti-MMS-Demo zu fahren, die Christopher Lauer angemeldet hatte.

Mit Kamera, Smartphone und meiner gestern geschriebenen Rede in der Tasche machte ich mich heute früh kurz nach 6:00 Uhr auf den Weg. Für den Hinweg hatte ich mir den ICE543 rausgesucht, der auch pünktlich um 09:28 Uhr in Hannover ankam. Vom Hauptbahnhof Hannover aus ging es dann weiter mit dem Bus 134 zum HCC. Dort standen schon ein paar Nasen neben einem Polizeiauto und steckten Schilder zusammen.

Um etwa 10:00 Uhr begrüßte Christopher die Versammlung und meinte, er sei im Vorfeld „darauf hingewiesen worden“, daß die Kongreßteilnehmer lediglich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnähmen; das gleiche würden wir jetzt auch mit unserer Gegen-Demo machen. Wir sollten uns nicht provozieren lassen und auf jeden Fall friedlich bleiben. Die Demo sei angemeldet von 10:00 bis 12:00 Uhr und bleibe stationär vor dem Eingang des Kuppelsaals des HCC. (mehr …)


Trend-Diagnosen

Freitag, 25. April 2014

Es scheint ein Spielchen zu sein, das sich wiederholt: Gehen die Diagnosen für eine psychische Krankheit, Störung etc. (also eine dieser „unsichtbaren Behinderungen“) nach oben, wird gern von einer „Trend-Diagnose“ gesprochen. Das hatten wir mit Depression, mit AD(H)S, mit Borderline, und jetzt eben auch mit der Trend-Diagnose Autismus.

Abgesehen davon, daß der Artikel des Deutschlandfunks einige Fehler enthält, stellt sich mir die Frage, was diese Behauptung eigentlich soll. (mehr …)


Kein „Spirit of Health“ in Hannover! (2)

Donnerstag, 24. April 2014

Heute erschien zu diesem Thema (siehe Kein „Spirit of Health“ in Hannover!) eine Stellungnahme der Betriebsleitung des Hannoveraner Kongreßzentrums – allerdings auf Facebook, daher hier im freien Netz noch einmal komplett dokumentiert: (mehr …)


Kein „Spirit of Health“ in Hannover!

Dienstag, 15. April 2014

Es gibt tatsächlich Leute, die meinen, Autismus „heilen“ zu können, indem sie autistischen Kindern Chlorbleiche einflößen. „Erfunden“ hat diese „Methode“ ein Mensch namens Jim Humble, der darüber erstmals 2006 in seinem selbst verlegten Buch „The Miracle Mineral Solution of the 21st Century“ berichtet hat – vermutlich hat er für den Unsinn keinen seriösen Verleger gefunden.

Und so in etwa wird das „Verfahren“ angewandt: Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert (mit weiteren Links).

Nun soll Ende dieses Monats ein Kongreß in Hannover stattfinden, der sich genau damit befaßt – allerdings nicht kritisch, ganz im Gegenteil. Diese Kindesmißhandlung wird auf diesem Kongreß namens Spirit of Health 2014 ausführlich beworben, vom Erfinder selbst bis hin zu Ärzten, die das in Krankenhäusern angewandt haben sowie der im Blogartikel von Psiram genannten Dame, die ihr eigenes Kind damit quält. Dagegen haben sich nun Autisten, Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen, Angehörige und Freunde von Autisten gewandt: (mehr …)


#isjairre

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Twitter auf. Hashtag-Welle #isjairre. Uff.

Uff, nicht weil es mich nervt, sondern weil ich das alles nur zu gut kenne. Unter #isjairre berichten Menschen in kurzen Statements, was sie sich wegen psychischer Krankheiten, Traumata, Autismus und anderer „Störungen“ schon für Sprüche anhören mußten.

Die Klassiker dürften wohl „reiß Dich/reißen Sie sich mal zusammen“ und „stell Dich/stellen Sie sich nicht so an“ sein, gefolgt von den altbekannten Vorwürfen, Aufmerksamkeit zu suchen, einfach zu empfindlich oder faul zu sein. Auch sehr typisch: Vorschläge, man solle mal spazieren gehen, Sport machen und mehr unter Menschen gehen. (mehr …)


Vorstellungsvermögen

Mittwoch, 25. September 2013

Menschen sind von Haus aus hilfsbereite Wesen. Wenn sie erkennen, daß jemand Hilfe braucht, wird sie oft auch angeboten, selbst in unserer relativ kalten Gesellschaft, in der die Menschen dazu „erzogen“ werden, nur auf sich selbst zu achten. Und dann wird den Betroffenen auch zugestanden, nicht alles tun zu können, was sonst „jeder“ kann.

Allerdings gibt es ein Problem. Dies wurde auch hier im Blog in den Kommentaren deutlich. (mehr …)


Soziales Ping-Pong

Montag, 8. Juli 2013

Frau P. ist eine nette Mittfünfzigerin, die aus Bosnien stammt und trotz einer „richtigen“ Ausbildung fast immer nur als Putz- und Haushaltshilfe gearbeitet hatte. Seit ein paar Jahren spielt nun die Gesundheit nicht mehr mit. Zuletzt wurde sie von Freunden und Familie mit durchgefüttert, aber das geht jetzt nicht mehr. Da sie sich mit den Behörden nicht so auskennt, wandte sie sich an den Verein Wir gehen mit e. V. und landete damit letztendlich bei mir.

Ursprünglich lautete der Auftrag „Hilfe beim Ausfüllen des Antrags auf ALG II“, aber nachdem sie mir sagte, daß sie bestimmt keine drei Stunden pro Tag mehr arbeiten könnte, war mir klar, daß sie diese Leistung nicht bekommen würde. Also schlug ich ihr vor, sich erst einmal bei der Rentenversicherung nach der Erwerbsminderungsrente zu erkundigen. (mehr …)


Das Jobcenter und die „Blaumacher“

Montag, 8. April 2013

Eine der ersten Nachrichten, die mir eben via Twitter hereinflatterten, ist, daß sich die Jobcenter laut einer internen Anweisung mehr um „Blaumacher” kümmern sollten, also um Leute, die sich krank melden.

Mich stört an dieser Nachricht als erstes, daß sie offenbar wieder zuerst in der Hetzpresse stand und alle anderen (auch Spiegel Online) sie einfach übernommen haben. Die interne Anweisung (PDF) selbst hat keiner veröffentlicht oder verlinkt. Ich erhielt den Link auf Nachfrage bei Heinrich Alt auf Twitter: (mehr …)