Archiv der Rubrik 'Internet'
Blog-Spam von longharry
Thursday, 2. September 2010
Ich bekomme diese Spams schon länger, und mit Sicherheit bin ich damit nicht alleine. Die Links, die zu diesem Spam gehören, zeigen auf dubiose Roulette-Seiten und werden im Feld für die Homepage des Kommentators eingetragen. Als Mailadresse stand da von Anfang an und über lange Zeit immer <longharryXX@nnn.de> (XX = zweistellige Zahl, nnn = web oder gmx). Erst seit kurzem wurde die Mailadresse geändert; statt „longharry” stehen da jetzt andere Namen, meist deutsche Vornamen. Sie zeigen aber immer noch auf web.de und diverse gmx-Domains.
Zu Anfang wurden diese Spam-Kommentare wohl noch händisch verteilt. Insbesondere fielen mir in dieser Anfangszeit nahe beieinanderliegende NetCologne-IPs auf, die so zwei oder drei Wochen lang regelmäßig diese Spam-Kommentare einlieferten (ohne daß im selben Zeitraum gleichartige Spams aus anderen IP-Bereichen hereinkamen). Es besteht also durchaus die Möglichkeit, daß der Spammer in Köln oder Umgebung ansässig ist. Aber bald wurde das „longharry” wohl zu mühsam, und er fing an, Botnetze zu mieten.
Kristina Schröders Nichtkommunikation
Friday, 16. July 2010
Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder gibt sich gern modern. Deshalb nutzt sie — sogar einen verifizierten — Twitter-Account. Allerdings nicht zur Kommunikation, sondern nur zum Rausblasen von Angeber-Nachrichten.
Am 5. Juni teilte sie beispielsweise mit, daß sie bei der Eröffnung der ‘Langen Tafel’ in Berlin am Alexanderplatz dabei gewesen sei (war da nicht noch ein Tweet darüber, daß die Schirmherrin der Tafeln ist? Ich meine ja, aber der ist jetzt weg). Die Proteste, die sie dazu bekam, ignorierte sie mit dem Hinweis, sie könne ja nicht alle Tweets an sie beantworten (Twitter läßt mich gerade nicht weit genug zurückblättern, um die doch gehörige Anzahl an Antwort-Tweets rauszusuchen). Ich hatte darüber bereits gebloggt (Tafeln und Sozialstaat).
Warnschilder vor Kostenfallen
Thursday, 8. July 2010
Das wird jetzt wohl erst richtig modern, Verkehrsschilder im Internet aufstellen zu wollen, oder was? Nachdem Zensursula mit ihren Stopschildern grandios gescheitert ist, versucht es ausgerechnet Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nun mit Warnschildern vor Abo- und Kostenfallen.
Jaaa, wir haben Sommerloch. Aber Frau Leutheusser-Schnarrenberger muß sich nicht auf Teufel komm’ raus wie so ein Polit-Hinterbänkler mit so einem Quatsch ins selbige fallen lassen, will sie den Internet-Profis gegenüber glaubwürdig bleiben. Denn: Seriöse Anbieter geben natürlich alle Kosten an, und die unseriösen werden sich wohl kaum freiwillig ein Schild vor das Bestellformular pappen. Das ist wieder mal so eine Maßnahme in dem Sinne „Einbrechern soll es verboten werden, Handschuhe zu tragen”.
Also, wie soll das dann gehen? Mal wieder per DNS-Manipulation durch die Zugangsprovider? Danke, hatten wir schon. Der nächste, bitte.
Was ist Medienkompetenz?
Monday, 5. July 2010
Der @karpfenpeter rief vor ein paar Stunden auf Twitter dazu auf, man möge doch mal in seinem Blog Medienkompetenz definieren und dann (sofern das auch andere tun) sich gegenseitig verlinken.
Da wir es mit einem zusammengesetzten Hauptwort zu tun haben, zerlegen wir das doch erstmal. Also:
- Was sind Medien?
- Was ist Kompetenz?
Auf Augenhöhe
Friday, 2. July 2010
Bei Heise Online heißt es heute: Websperren: EU-Kommission will schnell handeln. Mit den altbekannten Zensursula-Lügen soll wieder einmal versucht werden, Zensur in diesem viel zu freien Internet einzurichten.
Die Peinlichkeit besteht diesmal gleich in zwei Äußerungen:
Malmström antwortete auf diese Fragen nur zurückhaltend und brachte ihre Haltung auf eine simple Formel: „Wir wissen nicht, was wir nicht wissen”. Zwar sei der Umfang des Handels mit Kinderpornografie nicht bekannt, man wisse aber, dass es ihn gebe.
Gesetz statt htaccess
Tuesday, 29. June 2010
Bisher habe ich ja die Leistungsschutzrecht-Geschichten nur sehr am Rande verfolgt. Aber was heute u. a. über Heise hereintickerte, veranlaßt mich zu einem großen Facepalm:
Christian Nienhaus, Vorsitzender des Zeitungsverlegerbands Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) und Geschäftsführer der Mediengruppe WAZ, hat die Forderung der Zeitungsverleger nach einem Leistungsschutzrecht bekräftigt. Auf dem medienforum.nrw in Köln sagte Nienhaus, “Unternehmen wie Google leben davon, systematisch unsere Inhalte abzugreifen. Deswegen brauchen wir ein eigenes Leistungsschutzrecht, um unser Eigentum zu schützen”.
Ich übersetze das mal für Politiker: „Wir sind zu blöd, die Zugangskontrollmechanismen unseres Webservers (.htaccess) zu benutzen, deshalb müßt Ihr gefälligst ein Gesetz machen, das uns vor dem bösen Google schützt.”
Hardware-Handbücher
Sunday, 27. June 2010
Es ist echt ein Krampf. Fast jedesmal, wenn ich zu einem älteren Stück Hardware das Handbuch im Netz suche, suche ich mir einen Wolf. Die Handbücher liegen bei den Herstellern oft nicht mehr auf (als ob Speicherplatz so teuer wäre), oder sie liegen (in englischer Sprache) auf asiatischen Websites, die mit Glück in englischer, mit Pech in koreanischer oder chinesischer Sprache ausgeliefert werden. Wie heißt „download” auf koreanisch?
Drittanbieter machen sich dann einen Spaß draus, die Anleitungen in obskuren Formaten oder mit dem Zwang zur Abgabe einer Mailadresse anzubieten, auf die sie dann spammen können. Ein Mainboard-Handbuch fand ich zum Beispiel mal in einer .exe-Datei. Da muß man erstmal drauf kommen, daß man die unter Linux einfach mit unzip behandeln muß und dann ein PDF zum Vorschein kommt (so geschehen bei einem Board des alten seefunk-Rechners).
Bisher hatte ich das Theater überwiegend mit Mainboard-Manuals, heute ist mal ein Drucker dran. Nachdem mir der brother HL-8e nun überhaupt kein Papier mehr einziehen will, habe ich den zweiten hier rumstehenden Drucker aktiviert, das ist ein HP LaserJet IIIp. Als der mir nun bei den ersten Probeausdrucken das Papier im unteren Teil in Wellenform ondulierte, versuchte ich vergeblich, ihn zu öffnen, um ihn ggf. zu reinigen. Was brauche ich also? Genau, eine Anleitung.
Primacall/Advovox mahnen mich ab
Thursday, 27. May 2010
Ende April machten die Anwälte von Primacall wohl mal wieder einen Google-Suchlauf und fanden heraus, daß ich einen Monat vorher über einen Vorfall mit Primacall berichtet hatte. Daraufhin flatterte eine „Löschungsaufforderung” herein, in welcher ich „gebeten” werde, diesen Beitrag zu löschen, da er „unwahre Tatsachenbehauptungen” enthalte und man sich ansonsten auch geschäftsgeschädigt und beleidigt und so fühle.
Ich habe nicht vor, den Beitrag zu löschen, sondern habe die Angelegenheit einem internet-kompetenten Rechtsanwalt übergeben.
Der Beitrag enthält aus meiner Sicht keine falschen Tatsachenbehauptungen. Was ich berichte, hat sich so abgespielt. Das stellen die Anwälte von Primacall auch gar nicht in Abrede. Der Rest fällt für mich unter freie Meinungsäußerung. Trotzdem meint die Anwältin aus dem Hause Advovox, der Blogeintrag darüber sei für ihre Mandantin geschäftsschädigend. Nun ja. Ich bin der Meinung, wer solche Berichte über sich im Netz nicht finden will, sollte eben keine Kaltakquise betreiben — schon gar nicht bei sieben Jahren zuvor irgendwo eingesammelten Telefonnummern.
Wer nach „primacall telefonspam” googlet, wird so nebenbei auch schnell feststellen, daß es sich hier um keine einzelne Sache handelt.
Auf weitere Details gehe ich hier erstmal noch nicht ein, aber ich werde weiter berichten.
Kein PC für Hartzer
Tuesday, 11. May 2010
So arbeiten wir an der Überwindung des „digital divide”: Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschied, daß ein Computer nicht zur normalen Ausstattung eines Haushaltes gehört bzw. zu einer „geordneten Haushaltsführung” nicht nötig ist. Der gemeine Hartzer könne sich ja aus Radio und Fernsehen informieren (und darf sich dafür alle paar Monate umständlich von den GEZ-Gebühren befreien lassen).
Für Bewerbungen und das Heraussuchen von Stellenanzeigen soll man dann vermutlich ins Internetcafé oder in öffentliche Bibliotheken gehen. Das ist besonders lustig, wenn man bedenkt, daß es insbesondere in Internetcafés nicht gerade eine Garantie für Datenschutz gibt. In vielen darf man außerdem keine externen Speichermedien von Disketten bis USB-Sticks verwenden, sodaß man sich nicht einmal seine Vorlagen mitbringen und die fertigen Dokumente wieder mitnehmen kann. Dazu kommen die Kosten, die bei regelmäßiger bzw. täglicher Nutzung je nach Stadt deutlich über denen einer heimischen Flatrate liegen können, sowie häufig eine recht starke Nikotinbelastung. Weiterhin kommen Druckkosten dazu, die im Internetcafé natürlich höher liegen, als wenn man einen eigenen Drucker einsetzen kann.
Aber auf all das kommt es dem Landessozialgericht NRW nicht an. Wichtig ist nur, daß Hartzer keinen „anstrengungslosen Wohlstand” genießen, während sie sich bewerben.
Ich könnte übrigens aus meinem Hardware-Lager mehrere Komplett-PCs zusammenstellen. Die sind dann zwar nicht hochmodern, aber voll einsatzfähig und werden dann mit Debian GNU/Linux (mit Office-Paket, Browser und allem, was man so braucht) eingerichtet. Nur Drucker habe ich keine (übrig).
DWHTGTATA, Herr de Maizière?
Monday, 26. April 2010
Der jetzt also auch noch. Das politische Sperrfeuer gegen die Informationsfreiheit geht weiter.
Aber genauso ist das ja auch gedacht, nicht wahr? Immer wieder drauf, und immer wieder, und immer wieder, bis alle dermaßen genervt sind, daß sie nur noch müde abwinken. Und dann einfach beschließen, weil man dann ja sagen kann: Es hat sich ja keiner mehr beschwert. Ob national oder über die EU, ist dabei ja völlig egal: Hauptsache sperren.
Ach ja, für die nicht so geübten: DWHTGTATA steht für „Do we have to go through all this again?” — Müssen wir all das (wirklich) noch einmal durchdiskutieren?
Der Balken im eigenen Auge
Wednesday, 7. April 2010
Bereits im Oktober letzten Jahres hatte ich über den „Spammer-Dreisprung” berichtet. Da war mir aufgefallen, daß Spammer (vermutlich) Material über dokumentierten Kindesmißbrauch über Link-Ketten in Foren und Blogs beworben hatten. Die meisten dieser Foren verwende(te)n eine als recht löchrig bekannte Forensoftware in einer dann auch noch meist veralteten Version und waren schlecht bis gar nicht gepflegt worden.
Einen Teil dessen, was so bei mir an Links aufschlug, hatte ich damals mit entsprechenden Hinweisen an die Betreiber löschen lassen können; wie lange der Rest noch online blieb, konnte ich nicht verfolgen.
Dabei hat es pikanterweise auch ein ganz besonderes Forum getroffen: Save the Children Finland pflegten ihr Forum wohl auch nicht so richtig und fingen sich von August bis September 2009 entsprechende Einträge ein, ohne sie schnellstens zu entfernen. So berichtet Matti Nikki auf seiner sperrkritischen Site lapsiporno.info in Save the Children Finland involved in distribution of child porn davon, daß nachweislich im Forum dieser Site zwei Monate lang entsprechende Links plaziert waren. Zum Nachweis verwendete Matti das Fund-Datum in Google und den Google-Cache.
Da möchte man dieser Organisation, einem Bibelwort entsprechend, doch dringend anraten, erst einmal den Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen, bevor sie sich um die Splitter in den Augen anderer kümmert. Oder, ganz unbiblisch: Kehrt doch erstmal vor der eigenen Türe.
Zensursula reloaded
Tuesday, 30. March 2010
Nach der Verkündung der EU-Kommissarin für Innenpolitik, Cecilia Malmström, sie wolle EU-weit Internetsperren gegen die sogenannte „Kinderpornografie” (dokumentierten sexuellen Kindesmißbrauch) einführen, frage ich mich jetzt wirklich, ob wir die letzten anderthalb Jahre gegen weiße Klowände geredet haben. OK, den Eindruck hatte man sowieso die meiste Zeit über, aber wenigstens hat man hier in Deutschland im letzten Moment wenigstens noch so halbwegs die Kurve gekriegt.
Nun scheint sich dasselbe Verfahren abzuzeichnen, das sich auch schon bei der Vorratsdatenspeicherung scheinbar bewährt hat (auch wenn hier das Bundesverfassungsgericht mittlerweile ein Machtwort gesprochen hat): Was sich in Deutschland national nicht durchsetzen läßt, das schleusen wir eben über die EU ein. Dann können wir uns den Wählern gegenüber hinstellen und schulterzuckend sagen: „Das ist aber doch eine EU-Vorgabe, da können wir gar nix machen, wir müssen umsetzen …”
#internetmusiker und #informatikmusiker
Sunday, 14. February 2010
Gestern Abend startete @FR31H31T auf Twitter ein kleines Meme-Spielchen, auf das eine ganze Reihe von Leuten mit aufsprang. Wir suchten demnach #internetmusiker und #informatikmusiker, also bekannte Namen von Musikern (es kamen auch ein paar Songtitel), die unverändert oder mit „leichten” Veränderungen internet- oder computerkompatible Begriffe beinhalten: Ich will ganz ehrlich zu euch sein. Ich versuche jetzt das Mem #Internetmusiker zu starten. Mal sehen. Und wir sahen: Bei mir schlugen bei der Suche nach #internetmusiker und später dann auch #informatikmusiker über 400 Begriffe auf. Einen Teil hab ich mal unverschämterweise rausgefiltert, weil sie mir doch zu weit hergeholt erschienen, und wer was getwittert hat, hab ich mir auch nicht aufgeschrieben. Aber ein paar sind von mir.
Also, da sind sie, völlig unsortiert, nur vereinzelt Großschreibung korrigiert, habt Spaß
Wolle Kreditkarte kaufe?
Friday, 12. February 2010
Vorhin quakte mich jemand im IRCNet an. IP zeigt auf einen Provider in Vietnam.
| [12:49:52] | <davzony> | hello |
| [12:49:58] | <davzony> | how are u?I will like to be put through cc agent |
| [12:50:13] | <Frosch> | Through what? |
| [12:50:25] | <davzony> | where are u from? |
| [12:51:04] | <Frosch> | Duesseldorf, Germany. Why? |
| [12:51:29] | <davzony> | I need someone that will sell to me credit card,bank logins and more |
| [12:51:29] | <Frosch> | Oh, you are looking for criminals. Sorry, you’re wrong here. |
| [12:52:26] | <davzony> | no am not |
| [12:52:31] | <davzony> | am serious |
Ja ne is klar.
Spam ist keine Werbung
Tuesday, 26. January 2010
Kürzlich startete eine Online-Petition zum Thema Organspenden, und der Hauptpetent forderte die Leser seiner extra dafür eingerichteten Website dazu auf, dafür auch ordentlich Werbung zu machen. Er stellt sogar einiges an Material dafür zur Verfügung.
Allerdings hat das mit dem Werbung machen wohl jemand falsch verstanden: Seit gestern bekam ich mehrere Blog-Kommentare herein, die völlig ohne Zusammenhang zum jeweils kommentierten Artikel für diese Petition werben. Die Kommentare wurden nicht öffentlich, weil sie mehrere typische Spam-Eigenschaften haben und somit an meiner Blacklist scheiterten.
Wer auch immer der Absender dieser Nachrichten ist: Laß es sein. Damit tust Du dem Petenten (der mir glaubhaft bestätigte, nichts mit dem Spam zu tun zu haben) und der Petition nicht nur keinen Gefallen, sondern ziehst das Ansinnen in den Dreck. Spammen ist unterste Schublade! Verbreite den Link auf Twitter und identi.ca, blogge darüber, mache Freunde aufmerksam, verwende das angebotene Material und drucke Flyer, aber hör auf zu spammen.
Die Spam-Kommentare kamen allesamt von der (vermutlich amerikanischen) IP 74.118.192.202 und haben einen Absender unter @mail.ru, wobei allein diese Absenderkennung ein starkes Spam-Kriterium ist. Ich habe diese IP jetzt erstmal in meine .htaccess eingetragen, damit ich den Müll nicht dauernd löschen muß.
Generell gilt: Wer spammt, hat verloren!
