Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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Archiv der Rubrik 'Soziales'

Die Würde des Menschen

Montag, 6. Februar 2017

Svenja Eck schrieb gestern auf Twitter: Eine Bamf-Entscheiderin im Interview mit dem @neon_mag. Ich lass das Mal so stehen. #Asyl

Dazu ein Foto mit einem Textauszug:

INGA ZEMPEL: „Ich denke nicht, dass ich über das Schicksal von jemandem entscheide. Schicksal ist ein krasser Begriff. Ich entscheide über einen Asylantrag. Natürlich ist der in dem Moment entscheidend für das weitere Leben des Antragstellers. Ich bin aber nur eine Sachbearbeiterin. Asylbewerber haben das Recht, gegen meine Entscheidung vorzugehen.“

Der Widerspruch in sich scheint ihr schonmal nicht aufzufallen: Sie entscheidet angeblich nicht über das Schicksal eines Menschen, aber ihre Entscheidung ist gleichzeitig eine über das weitere Leben des Antragstellers. (mehr …)


Vorhaben für 2017

Montag, 30. Januar 2017

Na sowas: Ich war noch nicht einmal dazu gekommen, den geplanten Artikel über meine Vorhaben für 2017 zu schreiben – da ist schon fast der Januar rum. Aaaaber jetzt.

Damit verbunden ist auch ein Rückblick darauf, was aus meinen Vorhaben für 2016 geworden ist, denn daraus ergibt sich teilweise, was dieses Jahr (immer noch, wieder, weiterhin) ansteht. (mehr …)


Sprengt die Vorurteile!

Montag, 30. Januar 2017

Via Twitter wurde ich darauf aufmerksam, daß die Betreiberin von Wheelies Bloggeblubber zu einer Blogparade: Sprengt die Vorurteile! aufgerufen hat. Es heißt dort:

Was sind für euch Vorurteile? Wurdet ihr damit schon selbst konfrontiert? Wenn ja, wie geht ihr damit um?

Wurde ich schon mit Vorurteilen konfrontiert? You bet. Wie ich damit jeweils umgehen kann, hängt von der Situation ab. Von denjenigen, welche die Vorurteile äußern und davon, wie und in welcher Form sie geäußert werden. Und natürlich davon, ob mich das Vorhandensein bzw. die Äußerung von Vorurteilen direkt in Schwierigkeiten bringt. (mehr …)


Jahresrückblick 2016

Sonntag, 1. Januar 2017

Auf Twitter überlegten einige Leute, ob man nicht ein T-Shirt „I survived 2016“ drucken sollte (sucht mal nach „survived 2016 t-shirt“, da kommt einiges – und es gibt sogar schon Angebote). Doch, das trifft es.

2016, das war das Jahr, in welchem besonders viele Prominente starben – Muhammad Ali, Prince, Leonard Cohen, Umberto Eco, Hans-Dietrich Genscher, Götz George, Greg Lake, Peter Lustig, Elie Wiesel, Carrie Fisher – um nur einige zu nennen. Schon deshalb scheint so ein T-Shirt angemessen. Und in meinem privaten Umfeld hätte Alex Schestag dieses T-Shirt ganz besonders verdient. Buchstäblich. Und meine Situation ist ja auch immer noch prekär. Aber der Reihe nach: (mehr …)


CSU beleidigt ganz offiziell Hartz-IV-Bezieher

Mittwoch, 16. November 2016

Manchmal gibt es ja solche Nachrichten, bei denen einem (fast) nichts mehr einfällt. In meiner Twitter-Timeline fand ich das erst heute, aber bereits vorgestern verkündete der offizielle CSU-Account auf Facebook (Screenshot via @fbanaszak und weiteren):

Die Grünen wollen: Sanktionen für Hartz IV-Schmarotzer lockern!

(mehr …)


Wo ist die Grenze?

Samstag, 5. November 2016

Mein Fallmanager (also der, der dafür zuständig ist bzw. war, daß ich aus der Statistik falle) hatte mir im Januar 2015 erklärt: „Mit der Leistungsabteilung haben Sie einfach Pech gehabt. Die sind dafür da, Ihnen den Rücken freizuhalten.“

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Rechte sind nicht nur für diejenigen da, die „Glück haben“, und dürfen genauso wenig unter den Tisch fallen für diejenigen, die „Pech haben“. Glück und Pech haben bei Grund- und Menschenrechten nämlich mal einfach gar nichts zu suchen. Aber das ist gerade nicht der Punkt. (mehr …)


Ressourcen

Freitag, 4. November 2016

Der SackOhneSenf schrieb als Kommentar unter der vorletzten wöchentlichen Linksammlung:

Gerade weil die Idee nicht neu ist, habe ich mich stark gewundert. Das Zeit Argument kann ich auch nur sehr bedingt verstehen.

(Kurz: Es ging darum, warum ich eine schon länger existierende Idee für eine Software nicht umsetzen kann, obwohl ich durchaus über die dafür notwendigen Kenntnisse verfüge.)

Ja, das mit den Ressourcen. Der Zeit. Den Löffeln. Vielleicht sollte ich dazu doch mal ein paar Zeilen schreiben, warum ich immer mal wieder so ausgebrannt bin. (mehr …)


Zusammenhänge

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Beim Durchstöbern des Polizeitickers fällt auf, daß sich gefühlt etwa die Hälfte der Meldungen um Einbrüche, Aufbrüche, Diebstähle, Raub und Betrug drehen. Die Polizei führt derzeit bundesweit eine Kampagne „Riegel vor“ durch, um darüber zu informieren, wie Hausbesitzer, Wohnungs- und Ladenmieter ihre Räume besser schützen können. Außerdem fordern Innenpolitiker „natürlich“ mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum, auch gegen Diebstähle und Überfälle.

Über die Ursachen dieser Steigerungen macht sich dabei offenbar niemand Gedanken, zumindest nicht öffentlich wahrnehmbar. Denn Menschen kommen ja nicht von alleine auf die Idee, den Unterschied zwischen „mein“ und „Dein“ zu ignorieren und sich das Eigentum anderer oder deren Geld anzueignen. Oder das zumindest zu versuchen. Ich habe mir da so meine eigenen Gedanken gemacht. (mehr …)


Das Paradies auf Erden

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Nur falls jemand glaubt, die SPD habe noch irgendwas mit Sozialdemokratie zu tun: Es gibt da eine Bundestagsabgeordnete der SPD, die sogar im Sozialausschuß des Bundestages sitzt, namens Gabriele Hiller-Ohm. Und die zeigt uns gerade so richtig, wie asozial und menschenverachtend die SPD geworden ist.

Christel T., @JCaktiv, hatte Frau Hiller-Ohm nämlich erklärt, „Mit #H4 werden die Menschen richtig hilflos gemacht (noch mehr seit den #Rechtsverschärfungen)“, und @InfraRotGirl hatte ergänzt: „Ja , und wer kennt diese Hilflosigkeit und Ohnmacht besser als Du und ich...Existenzangst macht krank und kaputt ..“. Frau Hiller-Ohm meinte, daraufhin Victim Blaming betreiben zu müssen: (mehr …)


Behörden-Gläubigkeit

Samstag, 3. September 2016

Gestern habe ich es mal wieder erlebt: Die Mehrheit der Gesellschaft ist so behörden-gläubig, daß jeder, der behauptet, eine Behörde mache etwas absichtlich falsch, erstmal ausgelacht oder zumindest nicht ernst genommen wird. Auch von anderen Behörden, übrigens.

Ich muß Euch da leider enttäuschen: Es gibt Behörden, die absichtlich, willentlich und wissentlich Recht brechen. Und weder die Mitarbeiter noch die Behördenleitungen werden dafür belangt, denn Ermittlungsbehörden schauen einfach weg. Unter den Täter-Behörden sind mindestens die faschistischen Repressionsämter AKA „Sozialämter“ und die Ämter für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung (ARGE), offiziell „Jobcenter“ genannt. Aber auch von Jugendämtern hörte ich schon entsprechende Geschichten aus erster Hand. Mal ein paar Beispiele: (mehr …)


Herbeigeführte Hilfsbedürftigkeit

Freitag, 2. September 2016

Die TAZ berichtet heute darüber, daß nach Plänen der Bundesarbeitsagentur (BA) Hartz4-Leistungsberechtigte, die „ihre Hilfsbedürftigkeit selbst verursacht haben“, bis zu drei Jahre bezogene Leistungen zurückbezahlen sollen. Erwähnt werden beispielhaft Kraftfahrer, die wegen Trunkenheit am Steuer ihren Führerschein und dadurch auch ihren Job verlieren, oder Leistungsbezieher, die sich weigern, einen bezahlten Job anzunehmen (als ob es dafür nie Gründe gäbe …), genauso wie Mütter, die sich weigern, den Namen eines Kindsvaters mitzuteilen.

Mir stellen sich dabei ein paar Fragen: (mehr …)


Depression als Symptom

Montag, 25. Juli 2016

Alex machte mich Anfang des Monats auf zwei Blogeinträge eines amerikanischen Wissenschaftlers aufmerksam, der die These aufstellt: Ängste und Depressionen sind gar keine Krankheiten (bzw. nur in sehr seltenen Fällen), sondern Symtome dafür, daß wichtige Bedürfnisse des Menschen nicht erfüllt werden: Anxiety and Depression Are Symptoms, Not Diseases und Clarifying the Nature of Anxiety and Depression.

Das fand ich direkt so spannend, daß ich den Autor, Gregg Henriques, Ph. D., per E-Mail kontaktierte und nach der Erlaubnis fragte, die Texte ins Deutsche übersetzen und so publizieren zu dürfen. Die Erlaubnis kam prompt. (mehr …)


Die mentale Einstellung von Langzeitarbeitslosen

Freitag, 22. Juli 2016

Diese Formulierung fiel mir gestern in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Westpfalz auf. Darin wurde über die Vorstellung einer Studie zur Flüchtlingsthematik berichtet. Gegen Ende heißt es dort:

Insbesondere durch die fehlende berufliche Tätigkeit entstehen Leerräume und die Gefahr, dass Zuwanderer beispielsweise die mentale Einstellung von Langzeitarbeitslosen annehmen.

Ich wollte denn doch mal wissen, was es mit dieser „mentalen Einstellung von Langzeitarbeitslosen“ auf sich hat, und fragte bei der angegebenen Mailadresse nach: (mehr …)


Geschenke und Entscheidungen

Freitag, 10. Juni 2016

Auch wenn die Zahlen nicht mit meinem gefühlten Alter übereinstimmen: Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Es fühlt sich wirklich nicht so an. Ich habe eher das Gefühl, immer noch so etwa 32 zu sein, wie ich war, als ich Ende 2000 nach Düsseldorf kam. Das liegt wohl auch daran, daß ich viele Erfahrungen und Erlebnisse, die andere in diesem Zeitraum machen oder die man einfach erwarten kann, einfach nicht machen konnte – weil mich Depressionen, Armut und Repressionsämter im Griff hatten und haben, während das Leben an mir vorbeizieht und ich es nicht leben kann.

Drei Bücher von Jean M. Auel

Die letzten paar Geburtstage habe ich mehr oder weniger ignoriert. Diesmal habe ich Anfang des Monats mal einfach auf meine Wunschliste hingewiesen. Prompt gab es diesmal richtig viele Geschenke, dazu noch Dinge, die gar nicht auf der Liste standen. Aber es gab auch zwei Entscheidungen. (mehr …)


Arbeitsagentur sucht Verbesserungsvorschläge?

Dienstag, 10. Mai 2016

Die Bundesarbeitsagentur möchte Verbesserungsvorschläge sammeln, für sich und die ARGEn. Aber bitte nur von registrierten Menschen. Anonym geht das nicht.

Also, meine Interpretation: Die Arbeitsagentur möchte Daten sammeln, um eingereichte Vorschläge dann ignorieren zu können. Die Daten sind bestimmt nützlich, um herauszufinden, wen man denn als nächstes so sanktionieren oder wessen Antrag man direkt ablehnen könnte.

Wenn sie keine persönlichen Daten verlangen würden, könnte ich ihnen ja sagen, daß sie endlich Mailverschlüsselung einführen sollen. Außerdem könnte ich fragen, wie ich mich absichern kann, daß keine Mails verloren gegangen werden, wie das heute bei Papierpost schon gerne mal passiert und was, obwohl es ein Straftatbestand ist (Unterschlagung), von Staatsanwaltschaften einfach nicht verfolgt wird, weil ähm, ja, weil … Behörden machen ja niiiie Fehler, ne?

Oh, und eine echte Vebesserung wäre die Abschaffung von Sanktionen und Existenzvernichtungsversuchen zum Zwecke des „Sparens“ und der Statistikbeschönigung. Also, die Einhaltung des Grundgesetzes und der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BVerfG. Aber ich glaube, das meinen die eh nicht …

Übermäßiges Mißtrauen? Nein. Erfahrung.

Nachtrag: Wer bezahlt den Erwerbslosen eigentlich die PCs und Scanner, um den Schriftverkehr tatsächlich sinnvoll online abwickeln zu können? Bisher sind PCs und Zubehör, also Anschaffung, Wartung, Verbrauchsmaterial usw., explizit nicht im Regelsatz enthalten.

Wer zuerst zum ARGE oder zur BA hinschlappen muß, um dort die PCs zu benutzen, kann die Unterlagen auch gleich persönlich abgeben. Mit Quittung. Solche Unterlagen in ein Internetcafé (falls es denn noch welche gibt) oder „zu Bekannten“ hinzuschaffen, um sie einscannen und hinschicken zu können, ist nicht gerade ein Optimum an Datenschutz – aber, ach so, der gilt für unsereins ja sowieso nicht.