Archiv der Rubrik 'Bahn'
Silvester ganz anders
Monday, 4. January 2010
Eigentlich wollten Alex und ich nach dem CCC-Congress am 31. Dezember nach Hamburg fahren, um uns das Feuerwerk an den Landungsbrücken anzusehen. Danach wollten wir die Nacht durchmachen und mit den ersten Zügen wieder jeweils nach Heidelberg bzw. Düsseldorf heimfahren. Aber dann kam alles ganz anders.
Bahn goes ARGE
Tuesday, 15. December 2009
Ich habe mir heute — endlich — mein Ticket nach Berlin zum CCC-Congress geholt. Das kann ich mir nur leisten, weil ich über die BahnCard genügend Punkte für eine Freifahrt gesammelt hatte. Aber die Bahn gestaltet die Einlösung der Punkte so umständlich, daß man glauben könnte, sie habe sich das bei der ARGE abgeguckt.
Zunächst einmal kann man die Punkte nicht direkt beim Fahrscheinkauf im Internet einlösen. Das wäre doch viel zu einfach! Nein, man muß sich einen Gutschein anfordern (das geht immerhin noch online). Ein paar Tage später bekommt man einen Brief mit einem Gutschein-Code. Mit dem muß man dann zum Bahnschalter, um sich den eigentlichen Fahrschein rauszusuchen und abzuholen.
Wir gucken doch nur
Thursday, 1. October 2009
Die Ruhrnachrichten (entdeckt via @terrorzicke) berichten heute, daß die Bundespolizei in Dortmund einfach mal so alle Spinde durchsucht hat. Begründung:
„Da der Dortmunder Bahnhof ein Platz der Öffentlichkeit ist, haben wir das Recht die Schränke zu öffnen.“
Ähm, bitte? Wenn ich ein Schließfach miete, ist es für die Mietdauer Teil meiner Privatsphäre, auch wenn es in einem öffentlichen Bereich steht. Ich könnte da ja statt Bomben auch wichtige persönliche Unterlagen deponiert haben, oder Unterlagen mit Betriebsgeheimnissen.
Pakete werden übrigens auch im öffentlichen Straßenraum transportiert, müssen wir da auch damit rechnen, daß sie gelegentlich mal geöffnet werden? Und Häuser stehen auch im öffentlichen Bereich, da kann man dann ja auch mal unverbindlich in die Wohnungen gucken.
Selbstverständlich braucht es für das Eindringen in die Privatsphäre nicht einfach eine „erhöhte abstrakte Gefahrenlage” (Begründung von Bundespolizisten, warum sie derzeit an Bahnhöfen und Flughäfen mit Maschinenpistolen herumlaufen). Dafür braucht es einen konkreten Verdacht und einen richterlichen Durchsuchungsbeschluß. Kann diesen Bundespolizisten das mal einer ins Hirn hämmern?
Ich werde es jedenfalls erstmal vermeiden, Bahnhofs-Schließfächer zu benutzen. Ich bezahle doch nicht dafür, mein Gepäck durchwühlen zu lassen.
Und wieder Spaß mit einem Fahrstuhl
Sunday, 6. September 2009
Ich holte Alex vormittags am Hotel ab, und wir testeten die Verbindung von Pankow aus in Richtung Innenstadt. Die Bushaltestelle (155) ist so weit weg vom S-/U-Bahnhof Pankow, daß man erstmal suchen muß, wo nun eigentlich der Bahnhof ist. Aber dann kamen wir mit der S2 problemlos weg und fuhren bis Friedrichstraße. Wir gingen eine Kleinigkeit frühstücken und wollten später nach Hohenschönhausen weiterfahren, um rechtzeitig zum Feengeburtstag zu kommen.
Wir waren allerdings erst noch mit einem Fahrstuhl (immer noch an der Friedrichstraße) zum WC-Center hinuntergefahren, und als wir wieder nach oben wollten, war dieser Fahrstuhl kaputt. Die Toilettenfrau schickte mich zum Service-Point der Bahn, aber der ältere Angestellte dort meinte, er sei alleine, die Putzkolonne (was auch immer die damit zu tun haben soll) sei auch grade weg, und er könne nichts machen. Auf die Idee, jemanden anzurufen, kam er nicht, stattdessen meinte er, ich solle mir halt kräftige Passanten schnappen. Abgesehen davon, daß ich niemanden „passendes” fand (es waren vor allem Familien und Ältere unterwegs), kann das allerdings auch versicherungstechnisch ein Problem werden, falls was schiefgeht. Davon, daß dieses Verhalten unterlassene Hilfeleistung oder Nötigung sein könnte, reden wir dabei noch gar nicht.
Eine jüngere Angestellte im S-Bahn-Kundenzentrum war schon hilfsbereiter. Sie empörte sich richtig über ihren Kollegen am Service-Point, nachdem ich ihr die Situation geschildert hatte, und kam gleich mit mir runter zum WC-Center, um sich selbst ein Bild zu machen. Dann rief sie bei der Sicherheit an; bis da jemand kam, dauerte allerdings. Die beiden Herren brachten uns dann über einen Notausgang zu einem Lastenaufzug, der uns auf Straßenebene brachte. Da der defekte Fahrstuhl auch der gewesen wäre, den wir zur S-Bahn gebraucht hätten, wurden wir auf den Bahnsteig für die Regionalbahnen gelotst und die Einstiegshilfe für Rollstuhlfahrer angefordert. Mit einem Umweg kamen wir dann eine gute halbe Stunde später als geplant in Hohenschönhausen an.
Ausgestrahlt-Demo in Berlin
Saturday, 5. September 2009
Der Tag begann mit einer bösen Überraschung am S-Bahnhof Hohenschönhausen: Die S75 fuhr nicht, weil hier am Bahnhof Reparaturen (vermutlich an den Gleisen) durchgeführt wurden. Am Tag vorher waren darüber keine Hinweise am Bahnhof angebracht worden. Ein Ersatzbus wurde zwar erwähnt, war aber nicht ausgeschildert. Also wartete ich lieber auf die nächste Regionalbahn bis Lichtenberg. Witzigerweise kommen diese Bahnen zwar zweimal pro Stunde, aber die zweite nur 10 Minuten nach der ersten, und die restlichen 50 Minuten gar nichts. Super Timing. Von Lichtenberg aus kam ich dann mit der S7 zum Hauptbahnhof; am Washingtonplatz sollte sich die Demo sammeln.
Jagd auf Schwarzfahrer
Saturday, 29. August 2009
Die Bahn hat festgestellt, daß sie nicht so viele Gewinne einfährt, wie sie das gerne hätte. Tja, soll in einer Krise ja vorkommen. Dazu kommt noch, daß da so ein paar Achsen zu überprüfen und auszutauschen waren, weil man an der falschen Stelle gespart hatte und sogar Züge deswegen entgleist waren. Statt diese Tatsachen hinzunehmen und zu versuchen, den Service, das Angebot und die Sicherheit zu verbessern, geht man lieber auf Nebenkriegsschauplätze und macht intensiv Jagd auf Schwarzfahrer.
Das ist zwar sicher nicht falsch, jedoch stört die Methode. Schon jetzt werden Menschen ohne Fahrschein gnadenlos zur Kasse gebeten, auch ohne daß das Zugpersonal dafür irgendwelche Prämien kassiert. Zumindest ist mir nichts darüber bekannt, daß Schwarzfahrer laufen gelassen werden, weil die Zugbegleiter fürs „Fangen” nichts bekommen.
Deutsche Bahn: Feiglinge!
Friday, 6. February 2009
Das ist ja mal so richtig Scheiße gelaufen für die Deutsche Bahn. Markus Beckedahl teilte heute mit, daß die Bahn aufgegeben hat. Man hat wohl gemerkt, daß die Internet-Community ein „bißchen” stärker ist, und vor allem die besseren Argumente hat. Statt das aber öffentlich zuzugeben, wird klammheimlich und ohne Namensnennung des Sprechers einem Dritten mitgeteilt, daß man die Sache fallen lassen will. Die Bahn ist sogar zu feige, das Markus Beckedahl persönlich mitzuteilen!
Trotzdem ist die Erwiderung seines Anwaltes lesens- und aufbewahrenswert — insbesondere für den Fall, daß ein anderes Blog mit der Bahn oder einem anderen (Quasi-)Staatsbetrieb wegen der Veröffentlichung von eigentlich schon bekannten Dokumenten im Original aneinandergeraten sollte. (more…)
Screening
Wednesday, 4. February 2009
Eigentlich wäre mir eher nach Screaming (schreien). Gestern gab es ein heftiges Twitter-Gewitter, als bekannt wurde, daß die Bahn den bekannten Netzaktivisten und Blogger Markus Beckedahl abgemahnt hat, weil er ein Dokument der Bahn veröffentlicht hat, das diese lieber geheimhalten würde. Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder wüßte, was mit dem Geld aus den überteuerten Fahrpreisen so angestellt wird!
Rechtsanwalt Stadler hatte wohl bei Twitter mitgelesen und gleich mal so ganz unverbindlich eine Einschätzung veröffentlicht. Fazit: Die Bahn schießt sich hier gerade ganz gewaltig selbst in den Fuß. (more…)
Ausfall der Bahn-Logik
Thursday, 15. January 2009
Gestern hatte die Bahn Spaß mit ihren Fahrscheinautomaten und überhaupt ihrem Netzwerk, und zunächst war was von einem Stromausfall in einem Rechenzentrum in Berlin erzählt worden. Heute heißt es nun:
Was hinter dem Ausfall von Fahrkartenverkauf, Fahrplanauskunft und elektronischen Zuginformationen steckte, blieb aber zunächst mysteriös, wie ein Sprecher sagte. Vorrang habe zunächst die Normalisierung des Betriebs gehabt. „Aber wir arbeiten an der Ursachenaufklärung”, hieß es. Dass sich die Probleme wiederholen könnte, schloss der Sprecher aber aus.
(Quelle: Bahn ist nach Computerfehler weiter ratlos bei tagesschau.de)
Aaaaah ja. Also mit anderen Worten: Wir haben zwar keine Ahnung, was passiert ist, aber es passiert bestimmt nie wieder. Is’ klar. Der kleine Widerspruch fällt ja gar nicht auf.
Aufzüge
Friday, 2. January 2009
Ort: Berlin, Bahnhöfe Potsdamer Platz und Friedrichstraße (und möglicherweise noch an weiteren). Zeit: Silvesternacht bzw. Neujahrsmorgen, kurz nach Mitternacht. Wir waren zu dritt unterwegs, einer von uns ist Rollstuhlfahrer. Das heißt, an Bahnhöfen waren wir zwingend auf die Fahrstühle angewiesen.
Die angeheiterte Menge insbesondere an der Friedrichstraße interessierte das wenig. Da die Treppen verstopft waren, quetschten sie sich massenweise in die Fahrstühle, ohne darauf zu achten, daß bereits drei Rollstuhlfahrer davorstanden, ohne eine Chance, wegzukommen. (more…)
Telefonumfrage bei Bahnkunden
Thursday, 18. December 2008
Die Bahn hat wegen der BahnCard natürlich meine Telefonnummer. Genauso natürlich hat sie keine Erlaubnis von mir, diese zu Werbezwecken oder Umfragen zu nutzen; zumindest weiß ich nichts davon. Trotzdem rief eben ein Call-Center an, das eine solche Umfrage für die Bahn durchzuführen behauptete. Man wolle insbesondere Kunden befragen, die in den letzten 12 Monaten nach London gefahren seien. Wie sie dann auf mich kommen, ist unverständlich.
Muß übrigens ein ziemlich schlechter Laden sein; ich hörte erstmal bestimmt eine halbe Minute lang Durcheinandergeplauder und dachte schon, ich sei in eine versehentliche Zusammenschaltung verschiedener Gespräche geraten. Dann meldete sich doch noch jemand, aber weil die Hintergrundgeräusche kaum abnahmen, war die Frau nicht optimal zu verstehen. Das klang dann etwa so, als befände sie sich auf einer gut besuchten Party.
Auf meine klare Ansage, daß die Bahn keine Erlaubnis habe, mich telefonisch zu befragen, reagierte sie zwar etwas verblüfft, aber immerhin versuchte sie nicht, mich in der Leitung zu halten und umzustimmen. Das Gespräch war denn auch ziemlich schnell beendet.
Und nu frag ich mal direkt bei der Bahn nach, was dieser Datenmißbrauch jetzt sollte.
Mißverhältnis
Monday, 15. December 2008
Wie ich kürzlich eher zufällig erfuhr, kostet die Strecke von Köln nach Berlin und zurück im Flugzeug 79 Euro. Für die Bahnstrecke Düsseldorf – Berlin habe ich zuletzt 97 Euro bezahlt, allerdings schon mit BahnCard 50. Im Normalfall würde das also das Doppelte kosten. Und die Reservierungen kommen auch noch obendrauf (4 Euro am Schalter, 2 Euro beim Online-Kauf und, soweit ich weiß, auch am Automaten, pro Richtung, versteht sich).
Die BahnCard 50 alleine kostete dieses Jahr im Normalfall 220 Euro, als Rentnerin bezahle ich die Hälfte. Das heißt also, damit sie sich lohnt, muß ich neben einer Fahrt nach Berlin noch mindestens eine weitere Fahrt unternehmen, ergo Fahrscheine kaufen. Der Flugzeugpreis versteht sich ohne Rabatte oder Anbieter-Bindungen
Und weil das anscheinend immer noch zu billig ist, wird Bahnfahren im neuen Jahr nochmal teurer.
Also: Wenn ich mich für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn entscheide, löhne ich (ohne Rabatte) mehr als doppelt so viel, als wenn ich mich für einen Inlandsflug entscheide, der nun wirklich nicht als umweltfreundlich bezeichnet werden kann.
Eine Politik, die das akzeptiert und unterstützt, kann mir nicht erzählen, daß sie etwas für den Klimaschutz tun will.
Mitgefühl nur nach Paragrafen
Sunday, 9. November 2008
Twister schrieb heute einen erstklassigen Artikel darüber, warum Mitgefühl heute nicht mehr gewünscht ist. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Im Netz aufgefischt #2
Thursday, 2. October 2008
Was mir die Tage mal wieder so aufgefallen ist …
- Telepolis: Paranoia, Folter und die Unmöglichkeit der Unschuld — Wie man das Grundgesetz zerstört.
- NDR: Bürgerschaft debattiert über Moorburg-Genehmigung — Wie sich die Grünen selbst in den Fuß schießen.
- Tagesschau: Geld zurück bei Verspätungen — Bahnreisende erhalten mehr Rechte — per Gesetz
- SWR: Hauk warnt vor chinesischen Lebensmitteln — aber erst hieß es, die verseuchte Milch könne nicht nach Deutschland kommen.
- Telepolis: Wie Vorgaben aus Karlsruhe die Phantasie beflügeln — Wir verbiegen das Recht ein bißchen hier und ein bißchen da, und schon dürfen wir wieder in Ruhe online durchsuchen und in Wohnungen einbrechen.
- NDR: Verfahren gegen G8-Gegner eingestellt — erinnert sich noch jemand an die Geruchsprobengeschichte?
- Spiegel: CSU-Dorf fahndet nach dem Verräter — In Bayern hat man noch nicht gemerkt, daß Wahlen in Deutschland geheim sind.
Da soll man nicht depressiv werden …
Bahn läßt Kunden frieren
Friday, 5. September 2008
Heute habe ich es endlich geschafft, nach Hause zu fahren, nachdem ein Antibiotikum die Angina einigermaßen in den Griff gekriegt hatte. Aber auch nur einigermaßen. Die Bahn gab sich denn allerdings alle Mühe, das wieder zunichte zu machen.
Ich saß im Wagen 21 im ICE 848 (Berlin Ostbahnhof ? Düsseldorf Hauptbahnhof), und von Anfang an war es recht kühl im Wagen. In Hannover mußte der Zug wegen eines Unfalls (im Ausfahrtsbereich) eine halbe Stunde lang warten, und ab da wurde es richtig kalt. Ich deckte mich mit meinem Mantel zu und hoffte, das werde sich bald wieder einpegeln. (more…)
