Froschs Blog http://blog.atari-frosch.de Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat Sun, 26 Jul 2015 12:32:04 +0000 de-DE hourly 1 Im Netz aufgefischt #223 http://blog.atari-frosch.de/2015/07/26/im-netz-aufgefischt-223/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/26/im-netz-aufgefischt-223/#comments Sun, 26 Jul 2015 12:32:04 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12878 Arbeitsmarkt

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Im Netz aufgefischt #222 http://blog.atari-frosch.de/2015/07/19/im-netz-aufgefischt-222/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/19/im-netz-aufgefischt-222/#comments Sun, 19 Jul 2015 12:31:02 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12824 Asyl

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Offener Umgang mit dem Anderssein http://blog.atari-frosch.de/2015/07/14/offener-umgang-mit-dem-anderssein/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/14/offener-umgang-mit-dem-anderssein/#comments Tue, 14 Jul 2015 17:34:35 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12839 Man kann’s nicht richtig und niemandem recht machen. Versteckt man Probleme, die von einer (unsichtbaren) Behinderung oder Krankheit herrühren, und es knallt irgendwann, heißt es: „Warum hast Du nichts gesagt?“ Zeigt man sie jedoch offen, bietet man sofort Angriffsfläche:

Atari-Frosch @AtariFrosch
@KatrinaR47 „nicht wundern was kommt wenn Du offen damit umgehst“ = „Du bist ein Opfer, darf jeder draufhauen“. Kenn ich von #NotJustSad.

16:52 – 18. Jan. 2015

Das denken sich wohl auch Menschen, die hier gelegentlich versuchen, ihre abwertenden, ableistischen, menschenverachtenden, hetzerischen Kommentare abzukippen, manchmal in Frageform. In Form solcher Fragen, die sich direkt selbst beantworten und eine andere als die unterstellte Antwort gar nicht zulassen.

Ich gebe solche Kommentare nicht frei, weil sie erfahrungsgemäß weitere gleichartige Kommentare nach sich ziehen, nach dem Motto, es ist ja eigentlich schon alles gesagt worden, aber halt noch nicht von jedem.

Außerdem sehe ich es generell nicht ein, anderen Leuten auf meinem eigenen Server ein Forum dafür zu bieten, mich zu diffamieren und substanzlos und auf BILD-Niveau anzugreifen.

Das heißt aber nicht, daß ich diese Kommentare nicht zur Kenntnis nehme.

So wollte eine Nina am 12. Juni dieses Jahres unter Eingemauert (ein Lebenszeichen) unter anderem kommentieren:

Und natürlich sehen Sie sich als den Ausnahmefall der Ausnahmefälle, denn IHRE SCHRECKLICHE „Depression“ lässt sich auf keinen Fall behandeln… Sie sind nichts als ein Sozialschmarotzer.

Frau Nina hat meine Erfahrungen nicht gemacht und sich auch gar nicht dafür interessiert, aber natürlich weiß sie besser als ich um die Ursachen und die Behandelbarkeit meiner Depressionen. Diese wiederum schreibt sie in Anführungszeichen, andeutend, daß ich mir diese Krankheit offenbar sowieso nur einbilde.

Ähnlich argumentiert Manu-1978 eine Woche später auf Zwangsverrentungsversuch des ARGE (Teilzitat):

Wenn ich sowas lese, schlackern mir nur die Ohren. Echt. Erstmal Autismus ist noch nicht mal diagnostiziert worden. Wie wäre es mal mit einer richtigen Diagnostik darauf, bevor man sich auf so eine Diagnose stürzt. Wahrscheinlich ist es nur eine Alibidiagnose für so eine Dummheit.

[…]

Ich würde mich mal an deiner Stelle auf paranoide Persönlichkeitsstörung untersuchen lassen, anstatt auf Autismus. Ich vergaß, Ärzte und Therapeuten sind ja alle böse. Manche Leute wollen gar nicht sich helfen lassen sondern lieber in ihren Sumpf sich weitersuhlen.

Dieser Kommentar ist übrigens besonders pikant: Manu-1978 ist nämlich geburtsblind. Ob sie ohne eine entsprechende ärztliche Diagnose wohl sehen könnte? Ob sie es akzeptieren würde, daß Ärzte eine offensichtliche Krankheit oder Behinderung einfach nicht erkennen wollen? Und ob sie sich dann ohne Gegenwehr vorhalten lassen würde, sie würde sich nur dumm anstellen?

Zur Klarstellung: Für die Depression habe ich seit fast von Anfang an immer wieder bestätigte Diagnosen. Für den Autismus nicht; ein Dutzend Psychiater hat ihn nicht erkannt, vor allem wegen Inkompetenz und extremem Schubladendenken. Daß Autisten eine Hochrisikogruppe für Depressionen sind (je nach Statistik 60 – 80 %, davon 50 % chronisch; Bevölkerungsschnitt: 10 – 20 %, davon 1/3 chronisch), sollte auch keine ganz so neue Erkenntnis sein.

Autismus wie Depressionen fragen allerdings nicht danach, ob sie offiziell diagnostiziert worden sind. Sie sind unverschämterweise einfach trotzdem da.

Uschi Obermaja @FrauMaja
Die Diffamierung von ‚kranken Menschen‘ macht mich traurig. 1. trifft das zu viele Freunde. 2. Who the fuck ist denn bitte normal?

21:00 – 30. März 2015

„Normal“ ist das, was die BILD dazu erklärt – das ist jedenfalls so mein Eindruck. Dazu kommt die Sichtbarkeit: Autismus und Depressionen sind unsichtbar, das heißt, es gibt kein äußerliches Merkmal, das zeigt: Diese Person ist Autist oder diese Person hat Depressionen.

Dazu mal eine Frage: Wie reagieren solche Menschen eigentlich auf eine Rollstuhlfahrerin, die sich, so als Beispiel, im Supermarkt abmüht, an ein Produkt auf einem hohen Regal zu kommen? Die Lähmung, die sie hat, sieht man nicht. Man sieht nur ein Hilfsmittel – den Rollstuhl – und geht davon aus, daß sie dieses auch wirklich benötigt. Trotzdem kommt (zum Glück!) keiner auf die Idee, daß sie ja nur zu faul sei, aufzustehen. (Rollstuhlfahrer dürfen sich dafür mit anderen Dingen herumschlagen, zum Beispiel mit einer falsch verstandenen Hilfsbereitschaft.)

Und käme jemand auf die Idee, einem Diabetiker zu sagen, er müsse sich nur genug anstrengen, dann ginge es auch ohne die Insulinspritzen? Nein?

Für Autismus, Depressionen wie auch AD(H)S und andere Einschränkungen gibt es im allgemeinen keine sichtbaren Hilfsmittel. Sind wir deshalb weniger eingeschränkt? Dürfen wir deshalb keine Probleme haben? (Nicht daß jemand wild darauf wäre …)

Oh, eins hab ich noch vergessen: Fatshaming. Mein Übergewicht kann ich ja nun nicht verstecken, selbst wenn ich es wollte. Damit ist es natürlich hervorragend dazu geeignet, die Hetze zu unterstreichen: Hurra, noch ein Anderssein, auf das man eindreschen kann! Woher das kommt und warum das so ist, spielt wieder keine Rolle. Auch frühere Kommentatoren rieben es mir schon unter die Nase, so dieser Klaus-Bärbel (Troll mit ständig wechselnden Namen und Mailadressen):

Abgesehen von den Studien gebühren ist Alg II eigentlich ein gute Sache, wer nix tut braucht kein Urlaub, wenn ich sie sehe auf Ihren Bildern würde ihnen weniger Essen nicht weh tun.

(mehr von diesem speziellen Kommentator hier: Schlichtes Weltbild eines Trolls)

Eine Marina wollte mir gestern unter REWE: Preiserhöhung x 3 erklären:

Klar, lass dir nur alles liefern.
Auf Staatskosten natürlich.
Und genau auf diese Kosten frisst du dir den Wanst voll, dabei hast du schon Proportionen, dass es für zwei reichen würde!

Und heute meinte dieselbe Dame dann noch:

Madame kann nicht kochen, Madame kann auch nicht einkaufen.
Alles viel zu anstrengend!
Madame kann nur das tun, was ihr Spaß macht, dafür reicht die Energie!

Dazu fiel mir direkt dieser Tweet hier ein:

Tad @AnonymerSchwabe
Was für manche einfach scheint, ist für wieder andere eine Hürde.

Trotz besseren Wissens ….

Man schämt sich ….

Es schmerzt ….

15:43 – 24. Feb. 2015

Im selben Kommentar forderte Marina dann noch:

Veröffentlichen Sie doch mal meine Kommentare, wäre interessant, was die
Allgemeinheit so dazu zu sagen hat!

Die Meinung der BILD-lesenden, lautstarken, angeblichen Allgemeinheit, liebe Frau Marina, ist mir seit langem bekannt. Sie lautet, daß jeder, der aus welchem Grund auch immer kein Geld erwirtschaftet, natürlich faul ist und daß man mit DENEN DA!!! Dinge tun sollte, die mit Grundrechten nichts mehr zu tun haben. Das brauchen wir hier nicht noch dutzende Male wiederzukäuen, weil es dadurch nämlich nicht richtiger wird.

Daß mit diesem DIE DA!!! eine Form von Faschismus anfängt, habe ich ja schon früher beschrieben.

Ich habe dazu mal eine Frage: Was würden Nina, Marina und die anderen denn tun, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – auf einmal nicht mehr arbeiten könnten oder eben einfach keine (bezahlte) Arbeit mehr bekämen und dann, nach dem Aufbrauchen fast aller Ersparnisse, auf Staatskosten leben müßten? Sich aufhängen? Oder dann doch so langsam, wenn auch sehr spät, mal umdenken?

Das kann schneller gehen als gedacht. Ein Unfall, eine schwere Krankheit, ein behindertes Kind oder ein Pflegefall in der Familie – und dann? Ich habe manchmal den Eindruck, daß zumindest ein Teil der so privilegierten, gesunden Geldverdiener hinter all diesen Diffamierungen nur die Angst versteckt, selbst plötzlich unter den angeblich Überflüssigen und Wertlosen zu sein. Solidarität wäre also die sinnvollere Reaktion, würden sie nur mal drüber nachdenken – aber Vorurteile sind halt einfacher.

All das ist in unserer Gesellschaft das Ergebnis eines offenen Umgangs mit dem Anderssein – spätestens dann, wenn dieses Anderssein, dieses Herausfallen aus einer definierten Norm, dazu führt, daß jemand zeitweise oder ständig auf Sozialleistungen angewiesen ist: Diffamierung, Diskriminierung, Beleidigung, die da.

Schließlich ist ja schon bereits die Erwerbslosigkeit selbst, unabhängig von Krankheiten oder Behinderungen, ein unerwünschtes Anderssein, das offenbar einen Teil der nicht davon betroffenen Menschen dazu bringt, hemmungslos zu hetzen, immer mit dem geäußerten oder zu vermutenden Hintergedanken: ICH bin ja wertvoll! ICH arbeite und verdiene MEIN Geld selbst! ICH zahle Steuern!

Und wenn sich dann jemand das Leben nimmt, heißt es: „Oh, der hat nichts gesagt, hätte er doch mal!“ – Ja. Hättet Ihr mal zugehört, wenn es jemand versucht hat. Und hättet Ihr dann die Klappe gehalten und Euren Verstand bemüht, statt mit Vorurteilen herumzuätzen und alles noch viel schlimmer zu machen.

Christoph Butterwegge erklärte im Der Freitag vom 18. Februar 2015, daß das Ausgrenzen von Anders-Seienden und die (IMHO faschistische) Unterteilung von Menschen in „nützliche“ und „überflüssige“ nicht neu ist, aber mit dem Hartz-IV-System neu und systematisch etabliert wurde: Ein enormer Schub im Massenbewusstsein.

Es genügt also mittlerweile schon die Tatsache, in Hartz IV gelandet zu sein, dann braucht niemand mehr nach Gründen zu fragen. Die Tatsache allein berechtigt dann automatisch jeden nicht davon betroffenen Menschen dazu, beliebig auf die Betroffenen einzudreschen. Kommen dann noch (und dann auch noch unsichtbare!) Behinderungen und/oder Krankheiten dazu, wird die Dresche nur umso ätzender: Stinkfaul, selber schuld, Dich sollte man …!

Und wer dann auch noch offen mit Erwerbslosigkeit, Armut, Krankheit und Behinderung umgeht, wird direkt als Sündenbock gesehen und massiv persönlich angegangen. Wie kann ich es auch wagen, meine Erlebnisse und meine Gedanken dazu zu veröffentlichen, wenn ich doch schon bewiesenermaßen überflüssig und wertlos bin? Wie kann ich es unter diesen Umständen wagen, überhaupt noch eine Meinung zu haben und diese auch noch zu äußern?

Ulf Hundeiker @ulf_der_freak
Sich angreifbar zu machen gibt niemandem automatisch das Recht, anzugreifen.

19:50 – 5. Sep. 2014

So einfach ist das.

PS: Ich habe andere Eigenschaften von Menschen, die ebenfalls für Diffamierungen und Diskriminierung herangezogen werden, bewußt herausgelassen, weil das hier eh schon sehr lang zu werden drohte. Transmenschen, Homosexuelle, Migranten, Flüchtlinge und weitere kennen das aber mit Sicherheit auch; das Prinzip der Ausgrenzung und/oder der Wertlos-Erklärung, teils um sich selbst zu erhöhen, ist dasselbe.

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Im Netz aufgefischt #221 http://blog.atari-frosch.de/2015/07/12/im-netz-aufgefischt-221/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/12/im-netz-aufgefischt-221/#comments Sun, 12 Jul 2015 12:59:44 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12802 Asyl

Autismus

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Im Netz aufgefischt #220 http://blog.atari-frosch.de/2015/07/05/im-netz-aufgefischt-220/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/05/im-netz-aufgefischt-220/#comments Sun, 05 Jul 2015 11:59:21 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12722 Asyl

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Die Parallelwelt http://blog.atari-frosch.de/2015/07/01/die-parallelwelt/ http://blog.atari-frosch.de/2015/07/01/die-parallelwelt/#comments Tue, 30 Jun 2015 23:09:14 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12764 Schon seit der Antike diskutieren Menschen über die Möglichkeit von Parallelwelten, also Welten, die eigentlich mal identisch mit der uns bekannten waren, sich dann aber durch eine einzige Entscheidung anders entwickelt haben. Seit Wochen geht mir die Möglichkeit einer solchen Parallelwelt durch den Kopf, einer, bei der eine bestimmte Sache anders gelaufen ist.

Irgendwann in der Geschichte der Menschheit kam wohl jemand auf die seltsame Idee, daß er seine Güter, sein Können oder Wissen nur dann hergeben wollte, wenn er von dem, der etwas von ihm wünschte, etwas dafür bekam, was er als gleichwertig erachtete. Und offenbar gab es dann auch genügend dumme Leute, die das so akzeptierten. Denn unsere Vorfahren waren noch in der Steinzeit absolut darauf angewiesen, daß jeder sein Können, Wissen und das, was er produzierte, allen in der Gruppe zur Verfügung stellte, damit die gesamte Gruppe überleben konnte und alles hatte, was sie brauchte.

Die Forderung nach einem direkten Tausch brachte natürlich bald die Notwendigkeit für ein Zahlungsmittel mit sich, denn dieser direkte Tausch erwies sich vermutlich schnell als unpraktisch: Wenn ich etwas brauche, was ein anderer produziert, der jedoch etwas benötigt, was ich nicht habe, laufe ich mir die Hacken wund, um eine Tauschkette aufzubauen, in der dann jeder Beteiligte das bekommt, was er haben will. Also braucht es eine Art vermittelnde Ware, die den Wert der anderen Waren bestimmt.

Die ersten dieser vermittelnden Waren dürften wohl Getreide und Rinder gewesen sein (genannt ab 17.000 v. Chr.). Diese haben allerdings den Vorteil, daß sie nachwachsen: Habe ich zehn Rinder und gebe eins dafür her, um Futter für die anderen neun zu bekommen, dann habe ich nach einem Jahr mindestens wieder zehn Rinder, vielleicht sogar mehr – vorausgesetzt natürlich, ich achte drauf, daß ich Männlein und Weiblein habe. Gebe ich Getreide für etwas anderes her, muß ich nur genug behalten, um wieder neu aussäen zu können, und habe spätestens im nächsten Jahr wieder genug Getreide.

Anatolischer Obsidian, bekannt seit mindestens 12.000 v. Chr., wurde etwa um 9.000 v. Chr. zu einem der ersten anerkannten allgemeinen Zahlungsmittel. (Quelle: Wikipedia: History of money, last modified on 26 May 2015, at 11:07).

Die ersten Münzen wurden dann etwa um 1000 v. Chr. geprägt, und zwar in China. Sie waren aus Kupfer und hatten die Form von kleinen Messern und Spaten. Davor waren in einigen Gegenden auch Muscheln als Zahlungsmittel akzeptiert gewesen. (Quelle: ebd.)

Heute sagt man uns, daß Geld unbedingt nötig sei, um von lokal bis weltweit jeglichen Austausch von Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen. Tatsächlich müssen viele Menschen auf der Welt feststellen, daß die Notwendigkeit von Geld es ihnen gerade nicht möglich macht, ihre Waren und Dienstleistungen zu denen zu bringen, die sie benötigen (weil diese nicht über das nötige Geld verfügen). Andererseits können sie notwendige oder gewünschte Waren oder Dienstleistungen nicht einkaufen, weil sie auch selbst nicht das dafür verlangte Geld besitzen. Denn im Gegensatz zu den frühen Zahlungsmitteln Getreide oder Rinder wachsen Scheine und Münzen nicht nach; ich muß immer wieder etwas geben, um sie zu beschaffen.

Das System „Direkttausch mit Geld“ funktioniert damit nicht für alle. Genau genommen funktioniert es sogar für viele Menschen nicht: Kinder sind beispielsweise darauf angewiesen, daß sie von Erwachsenen Geld bzw. von deren Geld gekaufte Waren bekommen, um zu überleben. Menschen mit Einschränkungen sind genauso wie Menschen, deren Arbeitskraft einfach nicht benötigt wird, nicht in der Lage, sich das Geld zu beschaffen, das sie brauchen, um sich zu versorgen.

Lösungsvorschläge für das Problem gibt es viele: Höhere Steuern für Reiche, mehr staatliches Geld für Arme, Bedingungsloses Grundeinkommen und weitere – aber alle gehen davon aus, daß das Prinzip „Direkttausch mit Geld“ notwendig ist und erhalten werden muß.

Provokative Frage: Warum eigentlich?

Nehmen wir mal eine andere Erde an. Eine, in der es diesen Menschen, der für das, was er zu bieten hatte, eine direkte Gegenleistung wollte, einfach nicht gab. Oder zumindest keine anderen, die ihn damit ernst nahmen.

  • Wieviele Kriege wegen materieller Streitigkeiten hätten nicht stattgefunden?
  • Wie hätten sich neu entdeckte Kontinente und Länder wie Amerika entwickeln können?
  • Wieviele Streitigkeiten unter Individuen, Straftaten incl. Morde, Gerichtsverfahren usw. hätten nicht stattgefunden?
  • Wieviele Menschen hätten keine Zeit im Gefängnis zubringen müssen? Hätten wir überhaupt Gefängnisse?
  • Wie viel früher wären bestimmte Erfindungen und Entdeckungen gemacht worden, wenn Menschen die nötige Freiheit gehabt hätten?
  • Wieviele Menschen wären nicht verhungert, oft schon im Kindesalter?
  • Wieviele Menschen wären nicht an heilbaren Krankheiten gestorben?
  • Wie sähen unsere Bildungsmöglichkeiten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene aus?
  • Gäbe es Korruption?
  • Gäbe es Gier?
  • Wieviele Menschen müßten nicht flüchten?
  • Hätten wir überhaupt Ländergrenzen?
  • Hätten wir Inklusion für Menschen mit Behinderungen oder sonstigen Beeinträchtigungen?
  • Wieviel Papier würde nicht für schwachsinnige Werbeprospekte ohne Informationsgehalt verschwendet werden? Und: Gäbe es Spam?
  • Wieviel mehr Menschen würden nicht verunglücken, weil sie nicht zu einem Termin hetzen müßten?
  • Wieviele Menschen würden nicht krank werden, weil sie entweder gar keine oder zuviel Arbeit haben?
  • … Und was für Machtstrukturen hätten wir?

Vermutlich denken jetzt viele das gleiche wie in der Argumentation um das Bedingungslose Grundeinkommen: Ja, wer macht denn dann die notwendige Arbeit?

Die Antworten sind im Prinzip auch dieselben: Diejenigen, die sich dazu berufen fühlen. Überzeuge Menschen davon, daß etwas wichtig ist, und es werden sich welche finden, die die nötigen Arbeiten erledigen. Funktioniert nicht, sagt Ihr?

Ja seltsam, wie kommt es dann, daß bei Community-Veranstaltungen wie dem CCC-Congress jedes Jahr eine Menge Helfer („Engel“) alle notwendigen Arbeiten erledigen, damit der Congress rund läuft? Ganz freiwillig, und ohne daß man jemanden drängen muß? Im Gegenteil: Die Schichtpläne, in die sich die Helfer eintragen können, sind üblicherweise schon vor Beginn des ersten Veranstaltungstages gut gefüllt. Und das sind nicht alles nur angenehme Arbeiten. Warum? Weil diese Helfer wissen, daß ohne die Mithilfe Vieler der Congress gar nicht stattfinden könnte.

Anders ausgedrückt:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupery in „Die Stadt in der Wüste“ / „Citadelle“.

Und damit ergäbe sich ein weiterer Punkt: Was, wenn Menschen das tun können, was sie richtig und sinnvoll finden, statt zu für sie sinnlosen Tätigkeiten gezwungen zu werden, nur damit wenigstens das Allernötigste bezahlt werden kann?

Eine solche Welt fände ich lebenswert.

Vielleicht bin ich ja tatsächlich auf dem falschen Planeten gelandet …

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Illinois verbietet Kerri Rivera, MMS anzubieten http://blog.atari-frosch.de/2015/06/30/illinois-verbietet-kerry-rivera-mms-anzubieten/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/30/illinois-verbietet-kerry-rivera-mms-anzubieten/#comments Tue, 30 Jun 2015 00:56:00 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12737 NBC 5 Chicago berichtete am 24. Juni, daß die Generalstaatsanwältin von Illinois der bekannten Quacksalberin Kerri Rivera eine „assurance of voluntary compliance“, also quasi eine „freiwillige Selbstverpflichtung“, aufgedrückt hat. In dieser verpflichtet sich Kerri Rivera, im Staat Illinois MMS bzw. Chlordioxid nicht mehr als Medikament gegen Autismus zu bewerben, zu verkaufen oder in Seminaren oder auf Konferenzen sowie ihren Websites anzupreisen. Wenn sie sich nicht daran hält, wird das als Verstoß gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz gewertet und kann entsprechend sanktioniert werden.

Nachfolgend meine Übersetzung der Selbstverpflichtung; Original (PDF, leider rein grafisch): Rivera, Fully Executed AVC.

Staat von Illinois
Landkreis von Cook

In der Sache der Kerri Rivera
Ermittlung # 2015-HCL-241

Freiwillige Selbstverpflichtung

Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin, und Kerri Rivera persönlich, schließen diese freiwillige Selbstverpflichtung (künftig „AVC“ genannt) gemäß dem Consumer Fraud and Deceptive Business Practices Act (etwa: Gesetz gegen Verbraucherbetrug und irreführende Geschäftspraktiken), 815 ILCS 505/1 ff. (künftig „Verbraucherschutzgesetz“ genannt).

I. LEGITIMATION

  1. Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin von Illinois, haben die Autorität, diesen Vertrag zu schließen und zu akzeptieren, gemäß Abschnitt 6.1 des Verbraucherschutzgesetzes.

II. PARTEIEN

  1. LISA MADIGAN ist derzeit die gewählte Generalstaatsanwältin von Illinois und hat somit die Berechtigung, das Verbraucherschutzgesetz durchzusetzen.
  2. Kerri Rivera ist eine Person, die den Gebrauch von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt (künftig Verantwortliche genannt).
  3. [Die] Verantwortliche trägt vor und präsentiert auf Seminaren/Konferenzen und betreibt Websites, auf welchen sie die Benutzung von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt.

III. DEFINITIONEN

  1. Von dem abgesehen, was hier bereits dargelegt wurde, und solange keine andere Begriffsbedeutung im Kontext erkennbar ist, gelten die Begriffe in diesem AVC entsprechend dem Verbraucherschutzgesetz, Nr. 815 ILCS 505/1 ff.

IV. ANWENDBARKEIT

  1. Die Bestimmungen in diesem AVC sind anwendbar auf die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten, alle Personen und Einrichtungen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind sowie alle nachfolgenden Firmen oder Geschäftseinrichtungen.

V. RELEVANTE GESETZLICHE UND REGULATORISCHE BESTIMMUNGEN

  1. Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes lautet folgendermaßen:

    Unfaire Methoden des Wettbewerbs und unfaire oder irreführende Aktionen oder Praktiken, inclusive, aber nicht beschränkt auf, die Nutzung von jeglicher Art von Täuschung, Betrug, falsche Behauptungen, falsche Versprechungen, mißverständliche Darstellung oder Verschleierung, Unterdrückung oder Nichterwähnung von Tatsachen, mit der Intention, daß andere ihnen auf der Basis dieser verschleiernden, unterdrückten oder nicht erwähnten Tatsachen vertrauen, oder die Benutzung oder der Einsatz jeglicher Handelspraktiken, die in Abschnitt 2 des „Einheitlichen Gesetzes zu irreführenden Handelspraktiken“ vom 5. August 1965, werden hiermit für ungesetzlich erkärt, unabhängig davon, ob eine Person tatsächlich in die Irre geführt, betrogen oder geschädigt wurde. Bei der Auslegung dieses Abschnittes sollen die Interpretationen der Federal Trade Commission (Handelskommission des Bundes) und der Handelsgerichte bezüglich Abschnitt 5 (a) des Federal Trade Commission Act (Handelsgesetz des Bundes) berücksichtigt werden.

815 ILCS 505/2.

VI. VORWÜRFE UND FAKTEN

Die Generalstaatsanwältin macht den Vorwurf, daß

  1. die Verantwortliche Websites inclusive cdautism.org betreibt und bei Seminaren/Konferenzen vorträgt bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus.
  2. die Verantwortliche auf ihren Websites gegen eine Gebühr Beratungen zur Verwendung von Chlordioxid zur Behandlung von Autismus anbietet.
  3. die Verantwortliche durch das Angebot dieser Dienstleistungen sich im „Handel“ oder „Gewerbe“ entsprechend der Begriffe, wie sie in Abschnitt 1 des Verbraucherschutzgesetzes definiert sind, betätigte.
  4. die Verantwortliche auf ihren Websites und in ihren Präsentationen unbewiesene medizinische Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus aufstellt.
  5. die Verantwortliche in Wahrheit und Tatsachen kompetente und zuverlässige wissenschaftliche Beweise, welche ihre Behauptung, mit Chlordioxid könne man Autismus behandeln, vermissen läßt.
  6. die Durchführung der Bewerbung unbewiesener Gesundheits- und medizinischer Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid in der Behandlung von Autismus durch die Verantwortliche eine Verletzung von Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes darstellt.

VII. VEREINBARUNG, VON UNGESETZLICHEN PRAKTIKEN ABZULASSEN

  1. HIERMIT WIRD ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten und alle Personen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind, sich ab dem Datum dieses AVC an die Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes, 815 ILCS 505/2, hält.
  2. ES WIRD DES WEITEREN ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche in Seminaren/Konferenzen im Staat Illinois keine Produkte mehr bewirbt oder verkauft, die sich auf die Verwendung von Chlordioxid oder ähnliche Substanzen zur Behandlung von Autismus beziehen.

VIII. AUSFÜHRUNG DER VEREINBARUNG

  1. Die Parteien sind sich einig, daß dieser AVC nicht als Zustimmung oder Sanktion durch den Staat von Illinois oder die Generalstaatsanwältin von Illinois zu den Geschäftspraktiken der Verantwortlichen gedeutet werden kann. Die Parteien sind weiterhin darüber einig, daß jegliches Versagen des Staates Illinois oder der Generalstaatsanwältin von Illinois dahingehend, Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie Informationen gemäß dieses AVC erhalten, nicht als Zustimmung oder Sanktion zu jeglicher Art von Darstellung dieser Informationen, Handlungen oder Praktiken, auf welche diese Informationen hindeuten, gedeutet werden können. Die Parteien stimmen weiterhin zu, daß dieser AVC zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und der Verantwortlichen eingegangen wird, um die Situation zu lösen, daß diese AVC keine anderen Ämter oder Vertretungen des Staates Illinois bindet; und daß dieser AVC nicht dahingehend gedeutet werden kann oder darf, um irgendeine andere Handlung, sei sie zivil, ermittlungs- oder verwaltungstechnisch, zu lösen oder auszuschließen, die bei einer anderen Behörde oder Vertretung des Staates Illinois anhängig ist oder nachträglich vorgebracht wird.
  2. Dieser AVC wird abgeschlossen mit dem Wissen, daß die Vorwürfe von Fakten und davon betroffene Gesetze Vorwürfe von Verletzungen des Verbraucherschutzgesetzes darstellen.

IX. Salvatorische Klausel

  1. Wenn ein Abschnitt, eine Bestimmung oder ein Teil dieses AVC aus irgendwelchen Gründen als ungültig, nicht durchsetzbar oder für nichtig erkannt wird, soll dieser Abschnitt vom Rest abgetrennt werden und nicht die Gültigkeit oder Durchsetzbarkeit der verbleibenden Anteile beeinflussen.

X. [VERTRAGS-]VERLETZUNGEN

  1. Die Parteien sind sich darüber einig, daß gemäß Verbraucherschutzgesetz jeglicher Beweis einer Verletzung einer der Vorgaben dieser AVC als Anscheinsbeweis einer Verletzung des Verbraucherschutzgesetzes bei jeglichem späteren Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft des Staates Illinois gegen die Verantwortliche angesehen wird. Es herrscht weiterhin Einigkeit darüber, daß die Generalstaatsanwaltschaft üblicherweise das Recht hat, angemessene Maßnahmen zu beantragen, um diese Vereinbarung durchzusetzen.

XI. INKRAFTTRETEN

  1. Dieser AVC tritt nach Unterzeichnung durch die Parteien sofort in Kraft.

XII. Autorisierung

  1. Die unterzeichnenden Vertreter für jede Partei bestätigt, daß sie/er von der Partei, die sie/er repräsentiert, vollumfänglich autorisiert ist, um in die Bedingungen dieses AVC einzutreten und die Partei, die sie/er vertritt, rechtlich an diesen AVC zu binden.

DAS VOLK DES STAATES ILLINOIS,
[vertreten] durch LISA MADIGAN,
GENERALSTAATSANWÄLTIN VON ILLINOIS

DURCH: [Unterschrift] RAYMOND THRELKELD
Leiter des Gesundheitsamtes

VERANTWORTLICHE
KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] STEVE PERNICK
Rechtsanwalt für Kerri Rivera

LISA MADIGAN
Generalstaatsanwältin von Illinois

Raymond Threlkeld, Leiter
des Gesundheitsamtes

Judith M. Parker. AAG
Gesundheitsamt
100 West Randolph Street, 12. Etage
Chicago, Illinois 60601
312-814-3717

[Update 2015-06-30 14:48] Einige einfache Korrekturen am übersetzten Text durchgeführt. [/Update]

Und jetzt das ganze nochmal zusammengefaßt und allgemein verständlich:

  1. Die Generalstaatsanwältin von Illinois stellt fest, daß Frau Rivera mit Chlordioxid ein Mittel zur Behandlung von Autismus anbietet, für dessen Wirkung sie keinerlei Beweise erbringen kann. Frau Rivera preist diese Chemikalie auf Seminaren, Konferenzen und verschiedenen Websites an. Außerdem offeriert sie auch kostenpflichtige Beratungen zu Chlordioxid als Mittel gegen Autismus.
  2. Die Generalstaatsanwältin stellt fest, daß Frau Rivera damit gegen das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois verstößt.
  3. Frau Rivera verpflichtet sich dazu, sich an das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois zu halten. Das bedeutet, daß sie ab Unterzeichnung der Selbstverpflichtung Chlordioxid als Mittel zur Behandlung von Autismus in Illinois nicht mehr anbieten, auf Seminaren, Konferenzen oder Websites präsentieren und natürlich auch nicht verkaufen wird.
  4. Hält sich Frau Rivera nicht an diese Verpflichtung und die Generalstaatsanwaltschaft von Illinois erfährt davon, dann wird das wie ein direkter Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz von Illinois gewertet und kann entsprechend geahndet werden.

Das ist doch mal ein guter Anfang. Dem Artikel von NBC 5, State Takes Action Against „Miracle Treatment“ For Children, nach wurde diese Selbstverpflichtung wohl Ende Mai unterzeichnet. (Das Video in dem Artikel läuft bei mir nicht, nur der Werbeblock davor kann angesehen werden; möglicherweise ist hier Geoblocking im Einsatz.)

Etwa zu dieser Zeit fiel auf, daß die Websites von Frau Rivera plötzlich allesamt nicht mehr zugänglich waren. So ein Zufall.

Das Verkaufsverbot gilt jetzt allerdings erst einmal nur im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois. Frau Rivera wohnt mittlerweile in Mexico, also gar nicht mehr im Bereich der Jurisdiktion der USA oder einer ihrer Bundesstaaten. Ihr stehen also theoretisch noch alle anderen US-amerikanischen Bundesstaaten für ihre Präsentationen offen. Ob der Bundesstaatsanwalt der USA ihr eine ähnliche Selbstverpflichtung aufdrücken kann bzw. ob es auf der Ebene überhaupt passende Gesetze gibt, kann ich nicht beurteilen; wünschenswert wäre es. Alternativ könnte der Bundesanwalt natürlich auch direkt mit den Ermittlungen anfangen.

Nicht davon betroffen dürfte der MMS-Papst Jim Humble mit seiner „Church of Genesis II“ sein. Findige Rechtsanwälte können ermittelnde Staatsanwälte und Richter möglicherweise davon überzeugen, daß er mit Frau Rivera nicht im Sinne der Selbstverpflichtung in Verbindung steht. Das heißt, der primäre Verdiener an der ganzen Sache bleibt dadurch vermutlich noch (?) unbehelligt. Es wird Zeit, auch die Wurzel dieses Übels auszureißen.

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Im Netz aufgefischt #219 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/28/im-netz-aufgefischt-219/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/28/im-netz-aufgefischt-219/#comments Sun, 28 Jun 2015 10:18:00 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12660 Asyl

Bedingungsloses Grundeinkommen

Bundestags-IT

Computersicherheit

Depression

Ehe für alle

Ermittlungsbehörden

„Fachkräftemangel“

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

Kunstaktion „Die Toten kommen“

Nazis

Panoramafreiheit

SPD und Vorratsdatenspeicherung

Überwachung

Verschwörungstheoretiker

Vorratsdatenspeicherung

Warlords

Wissenschaft

Und sonst so?

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REWE: Preiserhöhung x 3 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/22/rewe-preiserhoehung-x-3/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/22/rewe-preiserhoehung-x-3/#comments Mon, 22 Jun 2015 14:56:51 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12675 REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Eher regelmäßig ein bißchen teurer. Manchmal sogar ein bißchen viel teurer. Hier habe ich ein schönes Beispiel für eine Preiserhöhung bei einem Produkt, die gleich auf drei Ebenen stattfand.

Das Produkt: REWE Beste Wahl Penne Spinat Gorgonzola (Tiefkühlware). Noch vor etwa vier Wochen kostete die Packung 1,45 €, nun auf einmal wird sie für 1,89 € angeboten. Der erste erkennbare Unterschied: Eine dünne Plastikfolie, die das Erhitzen im Mikrowellenherd erleichtern soll – vorher stand in der Beschreibung, daß man den Pappdeckel abziehen und dann wieder lose drauflegen sollte. Bei der neuen Verpackung steckt die eigentliche Schale (immer noch aus überzogener Pappe) in einer Pappverpackung und hat dann eben diese dünne Folie mit drauf. Aber die Verpackung ist nur eine der Änderungen.

Schaut man nämlich genauer hin, dann stellt man schnell fest: Das Produkt wurde nicht nur einfach teurer. Irgendwie hatte ich auch direkt den Eindruck, daß weniger drin ist. Und tatsächlich: In der neueren Packung sind nur noch 350 g Nudeln mit Käse, während ich auf der alten Packung die Mengenangabe 400 g finde. Somit ist es bereits an zwei Stellen teurer geworden.

Die Preisdifferenz beträgt bereits an dieser Stelle fast 49 %! Denn wenn nur das Gewicht reduziert worden wäre, läge der neue Preis bei 1,27 €. Da der neue Preis nun aber 1,89 € beträgt, kauft man jetzt weniger Produkt für einen höheren Preis, es liegt also bereits eine doppelte Preiserhöhung vor. Die geänderte Verpackung und das bißchen Folie können eine solche Preissteigerung nicht erklären.

Nun könnte man meinen, es seien vielleicht jetzt bessere Zutaten verwendet worden. Schauen wir mal:

Alt (400 g, 1,45 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Spinat 12,5 %, Rapsöl, Gorgonzola 3,4 %, Sahne, Weizenmehl, Edelpilzkäse (Blauschimmelkäse) 2,0 %, Kräuter, Speisesalz, Stärke, Gewürze.

Neu (350 g, 1,89 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Gorgonzola 12 %, Spinat 11,4 %, Rapsöl, Sahne, Emmentaler, Stärke, Speisesalz, Weizenmehl, Weizenstärke, Dextrose, Gewürze, Pastinaken.

Daß die Anteile nicht in Gewicht, sondern in Prozent angegeben werden, macht’s einfach: Es ist jetzt weniger Spinat drin, und statt des teuren Edelpilzkäses wurde der Anteil am Gorgozola deutlich erhöht und ein bißchen Emmentaler dazugegeben. Außerdem kommen noch Dextrose (also Traubenzucker) und Weizenstärke sowie eine nicht spürbare Menge an Pastinaken dazu. Hier ist also der dritte Teil der Preiserhöhung versteckt, der sich allerdings natürlich nicht berechnen läßt.

Die alte Portion hat laut Packungsaufschrift 2.845 kJ, die neue 2.687 kJ. Würde sich die Kalorienzahl entsprechend des Gewichts reduzieren, dürfte die 350-g-Packung aber nur 2.489 kJ haben.

Also, nochmal zusammengefaßt: Das Gewicht wurde reduziert, der Preis erhöht und die Zutaten verbilligt, so daß sich eine Preiserhöhung von mindestens 50 % ergibt. Und schließlich hat das ganze auch noch mehr Kalorien als vorher.

REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Ähm, nein, jedenfalls so nicht.

[Update 2015-06-26 16:30] REWE reagierte heute auf diesen Artikel. Leider verbieten sie die Veröffentlichung der E-Mail – ist sie ihnen etwa peinlich? Denn sie gehen nicht darauf ein, warum das Produkt jetzt mindestens 50 % teurer ist und dafür weniger Inhalt hat. Stattdessen erklären sie, was ich schon weiß: Daß jetzt mehr Gorgonzola drin ist, weil das ja ein „wertgebender Bestandteil“ sei. Danke auch. Ich würde gern lieber weiterhin davon satt werden können.

Außer auf die Preiserhöhung wird auch nicht darauf eingegangen, warum der ebenfalls „wertgebende Bestandteil“ Spinat reduziert wurde, oder warum da jetzt unbedingt Traubenzucker mit drin sein muß. Zufrieden bin ich mit der Antwort nicht.

Und warum man es in der Abteilung Qualitätssicherung nicht schafft, direkt öffentlich auf einen Blogartikel zu antworten, muß ich bestimmt auch nicht verstehen. [/Update]

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Im Netz aufgefischt #218 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/21/im-netz-aufgefischt-218/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/21/im-netz-aufgefischt-218/#comments Sun, 21 Jun 2015 11:25:53 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12600 Arbeit

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