Froschs Blog http://blog.atari-frosch.de Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat Sun, 19 Oct 2014 21:29:51 +0000 en-US hourly 1 „Hochfunktionaler“ und „niederfunktionaler“ Autismus http://blog.atari-frosch.de/2014/10/19/hochfunktionaler-und-niederfunktionaler-autismus/ http://blog.atari-frosch.de/2014/10/19/hochfunktionaler-und-niederfunktionaler-autismus/#comments Sun, 19 Oct 2014 21:29:51 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11329 Dieser Text stammt nicht von mir; es handelt sich um meine Übersetzung des Artikels What’s the Difference Between High Functioning and Low Functioning Autism? von Romana Tate vom 19. Oktober 2014, mit freundlicher Genehmigung von Autism Women’s Network.

Romana schreibt:

Zu diesem Artikel wurde ich durch viele Begegnungen sowohl online als auch in der „realen Welt“ mit anderen Eltern autistischer Kinder inspiriert. Dabei stellte ich eine auffallende Betonung der Funktionalitäts-Labels in der Welt der Eltern autistischer Kinder fest. Wenn ich argumentierte, daß solche Labels zur Funktionalität beliebig sind und keinen Sinn ergeben, werde ich beschuldigt, keine Ahnung davon zu haben, wie es sei, Elternteil eines Kindes mit „echtem Autismus“ zu sein und ich das nicht sagen würde, wenn mein Kind nicht „hochfunktional“ sei. Ich bin sehr, sehr traurig, wenn ich an die Kinder solcher Eltern denke. Kein Kind sollte jemals das Gefühl haben, es werde nicht vollständig und bedingungslos geliebt. Und solche Eltern brechen mir ebenfalls das Herz, denn sie drehen einer liebenden und schönen Beziehung mit ihren eigenen Kindern den Rücken zu. Das ist mit Unterstützung und Verständnis nicht auszugleichen.

Wenden wir uns zuerst diesen Funktionalitäts-Labels zu.

Was heißt „hochfunktional“? Was ist „niederfunktional“?

Oft scheint die Unterscheidung daran festgemacht zu werden, wieviel gesprochene Sprache das Kind verwendet, welche als „funktionale Sprache“ eingestuft wird.

Also ist ein Kind, das reden und sich mit jemandem unterhalten kann, „hochfunktional“?

Was ist mit einem Kind, das stattdessen Schrift verwendet?

Was ist mit einem Kind, das manchmal die Sprache verliert und dann alles tippt, um zu kommunizieren?

Was ist mit einem Kind, das sich manchmal mit dem Tippen schwertut und dann stattdessen Bilderkarten verwendet, um zu kommunizieren?

Was ist mit einem Kind, das die Bilderkarten zu überwältigend findet und dann auf die einzige Weise kommuniziert, die es noch kennt, mit Frustration und manchmal SVV [selbstverletzendes Verhalten]? Oh, Ihr wußtet nicht, daß dieses Verhalten Kommunikation ist? Denn genau das ist es.

All das beschreibt mein Kind. Es gibt Tage, da paßt alles zusammen, sie wird vollständig unterstützt und ihre sensorischen Bedürfnisse werden befriedigt, und dann kann sie lebhafte gesprochene Gespräche führen, sogar mit Fremden.

Aber viel öfter schreibt sie auf, was sie sagen möchte.

Zu Hause tippt sie den größten Teil ihrer Kommunikation, denn hier gibt es schon gar keinen Druck, sich „anzupassen“ und kein autistisches Verhalten zu zeigen.

An den Tagen, an denen sie mit der schwierigen Aufgabe zu reden an ihren Grenzen angekommen ist, benutzt sie die Bilderkarten. Meistens jedoch, wenn sie zu erschöpft ist, um zu reden, kommt ihre Frustration heraus und sie kommuniziert auf dem einzigen Wege, den sie dann noch kennt. Manche Leute nennen das „schlechtes Benehmen“. Ich weiß es besser.

Ist das jetzt ein „hochfunktionales“ oder „niederfunktionales“ Kind?

Sagt es mir.

Was ist mit den Dingen, bei denen sie Hilfe braucht?

Mit ihren 11 Jahren braucht sie mich immer noch an ihrer Seite, um einschlafen zu können. Sie braucht auch eine Menge Hilfe, um durchschlafen zu können, aber das ist in Ordnung. Das braucht sie halt, und ich bin ihre Mutter. Das wird von mir erwartet.

Obwohl sie mit Begeisterung lernt, braucht mein Kind visuelle Pläne und Checklisten, um konzentriert und „auf dem Weg“ zu bleiben. Ohne diese kommt sie oft durcheinander und wird unruhig, weil sie nicht sicher ist, was der nächste Schritt in ihrer Schularbeit ist. Wir unterstützen sie, weil sie es wert ist, und alles Lamentieren darüber, wieviel Unterstützung sie braucht, ändert nichts daran, daß sie sie braucht. Es würde ihr nur ein schlechtes Gefühl geben, so zu sein, wie sie ist, und zu den Dingen, die sie als Hilfestellung benötigt. Weil wir sie wertschätzen, wissen wir, daß unsere Hilfe sie lehren wird, zu verstehen, daß ein Bedürfnis nach Unterstützung nicht beschämend ist.

In unserem Badezimmer stecken Bilderkarten am Medizinschrank, um ihr beim Toilettengang und mit der Hygiene zu helfen. Sie würde oft Schritte vergessen, wenn es keine visuellen Hinweise gäbe, um sie daran zu erinnern.

Mein „hochfunktionales“ Kind kann noch nicht allein auf die Toilette gehen und muß immer noch Windeln tragen. Wir unterstützen und lehren sie, aber wir beschämen sie niemals öffentlich oder sonstwie dafür, daß sie behindert und auf einem anderen Entwicklungsstand ist als andere Kinder im selben Alter.

Moment, macht sie das nicht „niederfunktional“? Ich bin verwirrt, denn sie liest auch den „Hobbit“, was sie sicher „hochfunktional“ macht.

Es ist fast so, als hätte ich recht damit, wenn ich sagte, daß Funktionalitäts-Labels beliebig, ableistisch und völlig frei erfunden sind.

Vielleicht sind es ja sensorische oder Ernährungsdinge, die über das Funktionalitäts-Label entscheiden?

Wir sind ziemlich vorsichtig mit unserer Nahrung, denn viele Lebensmittel triggern Anfälle oder Migräne bei unserem Kind. Obwohl diese Dinge nichts mit Autismus zu tun haben, sind sich viele Leute nicht darüber im Klaren oder verstehen es nicht, also dachte ich, ich nehme das mal dazu, um ihr Funktionalitäts-Label zu bestimmen. Zusätzlich zu diesen gesundheitlichen Bedenken ist sie durch sensorische Einflüsse bei Geschmack und Textur [von Lebensmitteln] in ihrer Ernährung noch weiter eingeschränkt.

Mein Kind hat auch verschiedene sensorische Schwierigkeiten mit der akustischen Verarbeitung, was es sehr schwierig für sie macht, mit ihr in volle Geschäfte oder Gaststätten zu gehen. Also kommen wir ihr entgegen, statt völlig Fremden im Internet zu erzählen, daß Autismus an unserer schweren Zeit als Eltern schuld sei oder an den ganzen Anpassungen, die nötig sind, um sie zu unterstützen. (Nur zur Info, wir essen dann eben später oder früher, wenn wir ausgehen wollen, um die Menschenmassen zu meiden, und wir entschuldigen uns nicht dafür oder werden verlegen, wenn sie autistische Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit zeigt. Sie hat genauso ein Recht darauf, an der Gemeinschaft teilzuhaben, wie alle anderen auch, und gleichzeitig authentisch zu sein.)

Sie benötigt auch eine Menge propriozeptiven und vestibulären Input und eine Menge Pausen über den Tag, um ausgeglichen und fröhlich zu sein. Wir verbringen viel Zeit auf dem Trampolin, beim Kreiseln oder Schwingen. Wir verwenden eine Menge Zeit für Stimming. Denn das Wissen, wann man sich um sich selbst kümmern muß, ist ein wichtiger Schritt zu Selbstbestimmung; wir bestärken sie immer darin, sich bemerkbar zu machen, wenn sie eine Pause braucht oder Zeit für sensorisches Spiel. Manche Tage verbringt sie mehr mit Pausen als mit Schularbeit. Also ist sie „niederfunktional“, weil ihre sensorischen Bedürfnisse so intensiv sind, oder ist sie „hochfunktional“, weil sie ihre Bedürfnisse für Körper und Geist selbst erkennt?

Verwirrendes Zeug, diese Funktionalitäts-Labels!

Da ich nicht weiß, ob sie überhaupt in eine dieser „Kategorien“ von Autismus passen würde, und weil ich sie respektlos ihr gegenüber als menschliches Wesen empfinde, weigere ich mich, Funktionalitäts-Labels zu verwenden. Mein Kind ist autistisch, und ich liebe und akzeptiere sie, egal wieviel Unterstützung sie benötigt. Egal wieviel gesprochene Sprache sie verwendet. Egal was, denn ihr Leben ist es wert, gelebt zu werden. Ehrlich gesagt bin ich angewidert von denen, die mich dazu zwingen wollen, sie in eine Kategorie einzuordnen und auf der Basis, was sie kann oder nicht kann, zu bestimmen, was sie wert ist.

Wie kann es jemand wagen, dem Leben meines Kindes einen Wert zuzuweisen?

Also: Reden wir über Eure Schlußfolgerungen

Wer nun annimmt, mein Kind sei „hochfunktional“ (was immer damit gemeint sein mag), weil ich erzähle, daß es nicht in Ordnung ist, anhand eines Funktionalitäts-Levels zu bestimmen, wieviel Akzeptanz ein autistischer Mensch verdient, der zieht Schlußfolgerungen aus der eigenen Bigotterie. Er unterstellt, daß ich mein Kind nur lieben und akzeptieren könne, weil ich nicht wisse, wie es sei, mit einem „wirklich autistischen“ Kind klarkommen zu müssen. Ist Euch klar, daß das mehr über Euch als über autistische Menschen, mich oder mein Kind aussagt?

Es bedeutet, Ihr denkt, einen Menschen zu lieben, den Ihr als „hochfunktional“ einstuft, sei einfacher, als einen Menschen zu lieben, der mehr Unterstützung braucht.

Es bedeutet, daß es in Ordnung sei, jemanden zu akzeptieren, der in der Lage ist, sich anzupassen, aber nicht jemanden, dessen Behinderung das unmöglich macht.

Es bedeutet, daß manche autistischen Menschen mehr wert sind als andere.

Es bedeutet, daß Ihr denkt, es sei in Ordnung, die sehr realen Bedürfnisse nach Unterstützung von Leuten, die Ihr als „hochfunktional“ betrachtet, als nicht vorhanden anzusehen, denn wenn sie sich zeitweise anpassen können, dann sollten sie auch in der Lage sein, sich mit den Gegebenheiten abzufinden und sich immer anzupassen.

Es bedeutet, daß Ihr das wichtigste über Autismus nicht wißt.

Es bedeutet auch, daß Ihr ein tief verwurzeltes und ziemlich besorgniserregendes ableistisches Weltbild habt, das Ihr mal einsehen und gegen das Ihr Hilfe in Anspruch nehmen solltet. Ihr schuldet das Euren Kindern.

Persönlich empfinde ich diese Schlußfolgerungen unglaublich beleidigend, denn sie bemessen aufgrund von eigener Ignoranz dem Leben meines Kindes einen Wert bei. Wagt es nicht, das meinem Kind anzutun. Mein Kind braucht eine Menge Unterstützung. Ich liebe und akzeptiere sie dennoch vollständig und absolut, egal auf welche Art sie sich entwickelt. Ich bin angeekelt und fühle mich beleidigt von denen, die denken, meine Liebe für sie sei nur bedingt und basiere nur darauf, daß sie keine „echte“ Autistin sei. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich akzeptiere alles an ihr, ihre Gaben, ihre Herausforderungen, ihr komplettes Selbst. Sie kann nicht von ihrer Neurologie getrennt werden, und ich würde das auch nie von ihr verlangen.

Ihr verletzt und entmenschlicht mein Kind und alle autistischen Menschen, wenn Ihr Euer ableistisches Weltbild aufrecht erhaltet.

Hört auf, Leuten zu erzählen, daß manche Autisten es wert seien, akzeptiert zu werden, aber andere nicht. Hört auf, Schlußfolgerungen über mein Kind und andere autistische Menschen zu treffen, die auf Eurer eigenen Ignoranz und Euren Vorurteilen basieren. Am wichtigsten: Hört auf, über Autismus zu reden, als würdet Ihr ihn wirklich verstehen. Denn wenn Ihr solche Funktionalitäts-Labels verwendet, wird klar, daß Ihr gar nichts verstanden habt.

Über die Autorin

Romana Tate ist das Pseudonym einer vielbeschäftigten Mutter. Sie schreibt nicht unter ihrem richtigen Namen, um die Privatsphäre ihres Kindes zu schützen, wollte aber trotzdem etwas über die Schlußfolgerungen von Leuten über Funktionalitäts-Labels sagen. Sie mag es, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und Eltern und Familien über die Erziehung ihrer autistischen Kinder mit Leidenschaft, Akzeptanz und bedingungsloser Liebe zu informieren.

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Im Netz aufgefischt #183 http://blog.atari-frosch.de/2014/10/19/im-netz-aufgefischt-183/ http://blog.atari-frosch.de/2014/10/19/im-netz-aufgefischt-183/#comments Sun, 19 Oct 2014 16:27:48 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11295 Asyl

Autismus

Computersicherheit

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Datenschutz / Privatsphäre

Fotografie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Mindestlohn

Reichsbürger

Überwachung

Und sonst so?

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Meine autistische Welt http://blog.atari-frosch.de/2014/10/14/meine-autistische-welt/ http://blog.atari-frosch.de/2014/10/14/meine-autistische-welt/#comments Tue, 14 Oct 2014 11:45:42 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11307 Ihr sagt, Autisten lebten in einer „eigenen Welt“, also zumindest in einer anderen als Ihr. Und das, obwohl wir uns auf demselben Planeten befinden, denselben Raum teilen und dieselbe Luft atmen. Indem Ihr unsere Gedanken als „eigene Welt“ bezeichnet, grenzt Ihr uns aus, und es schwingt schon deutlich mit, daß „unsere“ Welt nicht die richtige sei.

Aber wie sieht denn Eure „richtige“ Welt aus?

In Eurer Welt sind Recht und Gerechtigkeit eine Frage des Geldes.

In Eurer Welt müssen Menschen wunschgemäß funktionieren, fast wie Maschinen; auf „Empfindlichkeiten“ kann da keine Rücksicht genommen werden. Wer nicht funktioniert, der muß eben Nachteile hinnehmen – nicht nur die, die er von Natur aus schon hat, sondern noch weitere, die Ihr einfach bestimmt, also Nachteile wie Armut, Verzicht auf Teilhabe, Ausgrenzung bis hin zur Isolation, Folgekrankheiten und früherem Tod.

In Eurer Welt wird das, was irgendwie anders ist, nur schwer bis gar nicht akzeptiert. Statt Vielfalt als Vorteil und Stärke einer Gesellschaft zu erkennen, seht Ihr nur die Nachteile und Schwächen derer, die nicht Euren Normen entsprechen, und Schwächen wiederum seht Ihr als Last.

In Eurer Welt ist jeder, der – egal ob freiwillig oder unfreiwillig – nicht auf Anweisung und gegen Geld arbeitet, obwohl er sonst keine Einnahmen hat, ein Schmarotzer, der von Euren Steuergeldern lebt. Überflüssig, wertlos, faul, und am besten rechtlos. Seine Bedürfnisse interessieren Euch nicht. Daß Eure wertvollen Steuergelder, von der er es wagt, leben zu wollen, tatsächlich woanders verplempert werden, davor verschließt Ihr allerdings die Augen – genauso wie davor, daß es Euch jederzeit selbst treffen kann, plötzlich außerhalb dieser Arbeitswelt zu stehen.

In Eurer Welt ist es normal, zu lügen, wenn es Vorteile bringt. Ihr geht sogar teilweise so weit, es ehrlichen Menschen vorzuwerfen, wenn sie nicht lügen, um sich einen Vorteil zu sichern. Lügen erscheint Euch einfacher, als auf der Wahrheit zu bestehen. Erst recht, wenn diese Wahrheit unbequem ist.

In Eurer Welt ist es normal, Regierungen und Abgeordnete zu akzeptieren, die Euch falsche Versprechungen machen oder Entscheidungen aufgrund von offensichtlich falschen Informationen treffen. Es ist Euch egal, Ihr hört schon gar nicht mehr hin und wählt dann den, der die am schönsten klingenden Versprechen gibt – obwohl Ihr wißt, daß er sie nie einhalten wird und das auch gar nicht vorhat. Oder Ihr wählt gar nicht mehr und beschwert Euch dann über die, die von den anderen gewählt wurden.

In Eurer Welt gelten klare Ansagen als Affront. Ihr wollt nicht, daß eine Lüge „Lüge“ genannt wird. Ihr sagt „Konflikt“ statt Krieg. Totalüberwachung nennt Ihr „Sicherheit“, aber unsere tatsächliche, persönliche, wirtschaftliche oder gesundheitliche Sicherheit interessiert Euch nicht.

Ihr sagt, „wir betrachten die Entwicklung mit Sorge“ statt zu sagen, daß da was total falsch läuft und wer daran schuld ist.

Ihr zermatscht und verdreht die Sprache, nur damit alles schön glatt und freundlich klingt. Und Ihr merkt nicht, daß Ihr damit auch die Wahrheit und die eigene Realitätswahrnehmung zermatscht und verdreht.

Und Ihr maßt Euch an, Eure Welt als die „richtige“ zu bezeichnen und uns Autisten aus unserer „falschen“ Welt herausholen und in Eure hineinzwingen zu wollen?

An so eine Welt möchte ich weder angepaßt werden noch mich selbst anpassen.

In meiner Welt wird die Wahrheit gesagt, und ein Versprechen ist etwas wert. In meiner Welt heißt Sicherheit, daß ich keine Angst um meine Existenz haben muß. In meiner Welt ist Vielfalt Stärke. In meiner Welt steht nicht Arbeit gegen Geld, sondern der Mensch im Mittelpunkt.

Aber ich lebe ja nur in einer eigenen Welt, und so mancher nennt mich deswegen naiv.

Manchmal glaube ich, Ihr seid nur neidisch. :-)

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Im Netz aufgefischt #182 http://blog.atari-frosch.de/2014/10/12/im-netz-aufgefischt-182/ http://blog.atari-frosch.de/2014/10/12/im-netz-aufgefischt-182/#comments Sun, 12 Oct 2014 10:09:17 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11269 Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Edward Snowden

Freiheit statt Angst

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Polizeigewalt

Sexarbeit

Überwachung

Wissenschaft

Und sonst so?

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Im Netz aufgefischt #181 http://blog.atari-frosch.de/2014/09/28/im-netz-aufgefischt-181/ http://blog.atari-frosch.de/2014/09/28/im-netz-aufgefischt-181/#comments Sun, 28 Sep 2014 11:59:12 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11249 Arbeit

#aufschrei

Autismus

Behinderung / Inklusion

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Google

Hartz IV & Co.

Inzest

Telefonie

Überwachung

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Im Netz aufgefischt #180 http://blog.atari-frosch.de/2014/09/21/im-netz-aufgefischt-180/ http://blog.atari-frosch.de/2014/09/21/im-netz-aufgefischt-180/#comments Sun, 21 Sep 2014 12:43:04 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11204 Asyl

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Datenschutz

Elektronische Gesundheitskarte

Freihandel

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Backschafter @BackschafterBo
#Sanktionen der #Jobcenter werden zumindest in Optionskommunen bereits im Voraus in den Haushalt mit einberechnet. Nett!

13:08 – 16. Sep. 2014

Kirche

NSU

Polizei / Polizeigewalt

Recht auf Vergessen

Rüstung

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Fotos in Google Maps/View http://blog.atari-frosch.de/2014/09/20/fotos-in-google-maps-view/ http://blog.atari-frosch.de/2014/09/20/fotos-in-google-maps-view/#comments Sat, 20 Sep 2014 14:33:42 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11233 Google Plus begrüßte mich heute mit der freudigen Mitteilung, daß einige meiner bei Picasa eingestellten Fotos für Google Maps übernommen wurden. Ich wußte erst nicht so recht, ob ich das gut oder schlecht finden sollte. Google macht ja nichts ohne Grund, sprich, ohne Gewinnerzielungsabsichten.

Dann habe ich mir das Ganze mal genauer angesehen und muß leider zu dem Ergebnis kommen, daß ich das eher nicht gut finde, und das gleich aus mehreren Gründen:

In der genaueren Ansicht der übernommenen Fotos sollte ich bestätigen, ob das Foto an der genannten Stelle aufgenommen wurde. Ich habe ja bei vielen Fotos die – zumindest ungefähren – Standort-Koordinaten angegeben. Sie bezeichnen den Standort der Kamera bei der Aufnahme, nicht unbedingt den Standort aller gezeigten Objekte.

Google nennt bei der Standort-Bezeichnung allerdings nicht bevorzugt die eigentlichen Orte, sondern Firmen, die dort in der Nähe ansässig und bei Google Maps gemeldet sind. Das heißt letztendlich, mit meinen Fotos wird für Firmen geworben. Kandidaten waren dabei ein Eiscafé, mehrfach eine Weinstube, aber auch Firmen abseits vom Gastgewerbe.

So hatte ich CC-BY-NC-SA nicht gemeint, Google. Wenn die Firmen mit meinen Fotos werben möchten, sollen sie gefälligst dafür bezahlen. Und zwar mich, nicht Euch. (Nein, das kostet die Firmen derzeit vermutlich nichts, aber ich wette, da kommt noch was nach.)

In den meisten der übernommenen Fotos habe ich das erstmal geändert.

Auch da noch ein Punkt: Habe ich den Ort einmal definiert und möchte ihn danach nochmal korrigieren, so geht das nicht mehr. Was einmal übernommen wurde, kann nicht noch einmal editiert werden. Ich kann mir gut vorstellen, daß so eine Menge ungenauer Ortsangaben für die Fotos zustande kommen. Damit tut Google weder sich noch den beworbenen Firmen einen Gefallen.

Außerdem kann ich ein Foto nicht aus View/Maps wieder herausnehmen, wenn ich meine, daß es ungeeignet sei. Denn die Fotos wurden offensichtlich nicht von Menschen, sondern von Algorithmen ausgewählt. Dabei muß es zwangsläufig zu Fehleinschätzungen kommen. Und spätestens, wenn jemand völlig falsche Angaben über den Standort macht und das auch später nicht korrigiert, wird’s vermutlich lustig.

Wird echt Zeit, daß ich mir einen Mediagoblin aufsetze und meine Fotos und Videos selbst hoste. Dazu bräuchte ich aber erst einmal einen „etwas“ stärkeren Server. Immerhin habe ich da gerade was in Aussicht.

[Update 2014-09-20 16:55] Alex machte mich noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam, der auch nicht in Ordnung ist:

Alexander Schestag @alexschestag
@AtariFrosch du hast einen Punkt vergessen. Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen.

16:46 – 20. Sep. 2014

Oh ja! Es ist schon ein Unterschied, ob jemand zum Beispiel auf einer Demo fotografiert wird – und ja, bei den übernommenen Fotos ist mehr als eines dabei, das ich jeweils im Rahmen einer Demonstration gemacht hatte – und das dann in einem Album zur Demo zu sehen ist oder ob das Foto dann auf einmal unter dem Suchbegriff einer Firma erscheint, mit welcher die abgebildete Person nichts zu tun hat. Oder vielleicht nicht einmal was zu tun haben will. [/Update]

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Armenhäuser http://blog.atari-frosch.de/2014/09/16/armenhaeuser/ http://blog.atari-frosch.de/2014/09/16/armenhaeuser/#comments Tue, 16 Sep 2014 15:05:45 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11209 Im Juni schrieb ich:

Auf die Lager, in welche die „Überflüssigen“ zusammengetrieben werden, kann man allerdings durchaus warten, sofern die nächsten zwei, drei Bundesregierungen wieder aus asozialen Wirtschaftslobbyisten zusammengesetzt werden.

Nun fängt es an. Noch nicht in Deutschland, und noch nicht in Gesetzesform, aber als Vorschlag eines Abgeordneten – außerhalb des Sommerlochs. Und quasi vor unserer Haustüre, in Österreich:

In einem Artikel in der österreichischen Zeitung Vorarlberger Nachrichten wird über den Vorarlberger Nationalratsabgeordneten Christoph Hagen (Team Stronach) berichtet. Verlinken kann ich den Artikel leider nicht, weil er hinter einer Paywall liegt; mir liegt ein Scan vermutlich der Printausgabe vor, den ich wegen des Urheberrechts besser nicht weiterverbreite (er kursiert allerdings auf diversen sozialen Plattformen). Ich zitiere daher direkt und indirekt relevante Ausschnitte.

Der Herr Hagen hat nämlich ganz konkrete Vorstellungen darüber, was man mit Erwerbslosen so alles anstellen sollte. Bereits in der Überschrift heißt es: „Man muss die Leute so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen“. Dann erzählt er von Lebensmittelgutscheinen, die Eltern bekommen sollen, weil sie ihre Kinder sonst bestimmt nicht versorgen, sondern alles für Alkohol und Zigaretten ausgeben.

Aber der zentrale Punkt seines Vorschlages besteht darin, erwerbslose Menschen in „Armenhäuser“ zu schicken:

[…] „aber es muss nicht jeder einen Luxusstandard haben“, sagt er: „In Armenhäusern wird man versorgt. Die Leute können gemeinnützig arbeiten und Taschengeld verdienen. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher sowie Dusche und WC am Gang“, erklärt der Vorarlberger. Ein kleines Einzelzimmer mit Bett sollte Hagen zufolge die Privatsphäre garantieren: „Es muss sich wieder lohnen zu arbeiten. Viele Leute nützen den Staat nur aus. Man muss sie so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen.“

Told you so.

Ich werde jetzt nicht nochmal den ganzen Sermon mit Grund- und Menschenrechten aufdröseln und auch nicht nochmal ausführlich erklären, daß es gar nicht so viele Arbeitsplätze gibt. Auch daß ein nicht so ganz geringer Teil der Erwerbslosen (mit Sicherheit auch in Österreich) gar nicht mehr richtig arbeiten kann, chronisch krank ist oder Kinder oder andere Angehörige versorgen muß. Und ich muß glaube ich auch nicht mehr erklären, daß das Ganze ganz üble braune Hetze ist. Das habe ich in den letzten Jahren, glaube ich, zur Genüge getan.

Stattdessen könnte ich jetzt vermutlich einen Tageszähler laufen lassen, wann der erste deutsche Politiker diese Idee aufgreift und ganz toll findet.

Dann kommt mein nächstes „told you so“.

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Versagung der Leistungen (5) – Aufräumarbeiten http://blog.atari-frosch.de/2014/09/15/versagung-der-leistungen-5-aufraeumarbeiten/ http://blog.atari-frosch.de/2014/09/15/versagung-der-leistungen-5-aufraeumarbeiten/#comments Mon, 15 Sep 2014 16:17:49 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=11198 Auch wenn das alles noch sehr seltsame Wege ging und sicher noch einiges zu klären ist: Ich bin wieder im Leistungsbezug. Das heißt nicht, daß sofort wieder alles in Ordnung ist: Nun kommen noch die Aufräumarbeiten.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat den Eingang meiner Strafanzeige vom 21. August zeitnah bestätigt. Ob und wann sie sich dann mal wirklich damit befaßt, ist natürlich eine andere Frage – erfahrungsgemäß ist man dort nicht so schnell. Allerdings konnte das ARGE nun auf einmal handeln, nur der Grund ist noch nicht so ganz klar.

Am 26. August erhielt ich einen Anruf von einer ARGE-Sachbearbeiterin, deren Name bislang nicht Teil des Spielchens war. Man habe mir die rückständigen Beträge ab Mai überweisen wollen, aber das Geld sei zurückgekommen, weil das Konto bei der Sparkasse nicht mehr existiere. Ich möge mich doch um eine aktuelle Kontoverbindung bemühen, damit man mir das Geld auszahlen könne. Wenn ich dann eine neue Verbindung habe, möge ich die Daten bitte persönlich vorbeibringen.

Einen Bescheid hatte ich dazu nicht bekommen. Ich wußte also nicht, wieviel da jetzt kommen sollte und ob der dazugehörige Bescheid überhaupt korrekt berechnet worden war.

Also ging ich am nächsten Tag erst einmal zu meiner Sparkassen-Filiale und erfuhr: Ja, richtig, das Konto existiert nicht mehr. Man könne es auch nicht reaktivieren, ich müsse dann schon ein neues aufmachen. Aber es sei gerade kein Berater da, der das machen könnte. – Wann wieder einer da ist? – Ja keine Ahnung, vielleicht in einer Stunde. Oder auch nicht.

LMAA, dachte ich mir nur, ging nach Hause und informierte mich über Banken, insbesondere solche, die ja vielleicht auch günstiger sind als die Stadtsparkasse. Ein Telefonberater der ComDirekt, bei der ich zuerst anrief, laberte mir einen an die Backe von wegen, eine Filialbank sei doch in meinem Fall besser (und gab mir damit zu verstehen, daß man Problem-Klientel wie mich wohl eher nicht haben will). Auf mehrfache Empfehlung von Followern auf Twitter rief ich schließlich bei der GLS-Bank an, wo ich freundlich informiert wurde und schließlich ein Konto bekam. Gegenüber der Sparkasse werde ich damit über den Daumen gepeilt 1/3 weniger pro Jahr an Gebühren bezahlen (2 € pro Monat plus 15 € jährlich für die Karte gegenüber 5,20 € pro Monat).

Allerdings ging das natürlich nicht so schnell. Ich bekam erstmal fast eine Woche später Post mit einem auszufüllenden Vordruck und einem weiteren für Post-Ident. Der GLS-eigene Vordruck sah recht lustig aus: Der nette Telefonberater hatte nämlich ein paar seltsame Daten eingetragen. Demnach hatte ich mich durch einen Personalausweis mit der Nr. 123, ausgestellt von der Stadt Bochum (Sitz von GLS), ausgewiesen. Äh, wat? ;-)

Ich rief nochmal bei der Hotline an und fragte nach. Die Mitarbeiterin am anderen Ende war nicht weniger verblüfft als ich darüber, was der Kollege da eingetragen hatte. Sie meinte schließlich, das sei eh irrelevant, da ich mich ja nirgends persönlich ausgewiesen habe; ich solle das also einfach vergessen und das mit dem Post-Ident machen. Sie würde diese falschen Daten dann rausnehmen.

Als nächstes trabte ich also zur Post am Hauptbahnhof, um zum ersten Mal Post-Ident zu machen. Das zumindest erwies sich als einfacher, als ich mir das vorgestellt hatte. Damit ging das ganze Papier wieder zur Post, und ich wartete hibbelnd auf die Zugangsdaten.

Diese kamen nun kurz vorm Wochenende an. Heute früh war ich damit dann beim ARGE, weil es ja laut der Anruferin vom 26. August persönlich sein sollte. Beim Wachpersonal fragte ich noch, ob ich die Daten mal eben an den Schnellschaltern vorn abgeben könne, wo nur wenige Leute anstanden – nein, das ging natürlich nicht, ich mußte eine Wartemarke ziehen.

Es war die Nr. 54, die mir um 07:48 Uhr (Öffnung: 07:30 Uhr) aus dem Automaten entgegenfiel. Angezeigt wurde gerade die Nr. 15. Ich setzte mich also in die schon recht vollen Reihen und verspeiste erstmal mein Frühstücksbrötchen, das ich mir unterwegs, um nicht noch später anzukommen, vom Bäcker geholt hatte. Um mich herum teils angespannte Gesichter, ein Mann las murmelnd in einem Buch in arabischer Schrift; eine Frau weinte, ihre Begleiterin wirkte etwas hilflos. Verteilt wurden die Aufgerufenen auf insgesamt vier Zimmernummern – von mindestens 15 Zimmern im direkten Umfeld des Wartesaals.

Eine gute halbe Stunde später war man bei Nr. 33, es ging also relativ flott. Das habe ich schon anders erlebt; es gab Zeiten, da verging zwischen zwei Aufrufen durchaus mal eine Viertel- oder auch eine halbe Stunde.

Als ich dann gegen 09:00 Uhr dran war, ging es auch erstmal relativ schnell, die Dame sprach sogar von Barvorschuß und daß ich den noch heute bekommen könnte. Ich müsse aber noch mal „oben“ vorsprechen. „Oben“, das ist die Leistungsabteilung im 2. OG. Allerdings fehle jetzt noch etwas: Obwohl das ARGE laut der Anruferin vom 26. August wußte, daß mein Konto nicht mehr existierte, sollte ich das jetzt bitte nochmal schriftlich nachweisen. Sie können’s nicht lassen mit der unnötigen Verschlepperei.

Ich legte also erstmal einen Spaziergang ein und lief zur Sparkassen-Filiale in der Friedrichstraße, um mir die Bestätigung zu holen. Die bekam ich problemlos.

Also wieder zurück: Die Bearbeiterin hatte mir gesagt, daß ich nach meiner Rückkehr, sollte das bis 11:00 Uhr geschehen, direkt zu ihr reingehen könnte, ohne nochmal eine Wartemarke ziehen zu müssen. Um ca. 09:35 Uhr stand ich wieder vor ihrer (ständig offenen) Türe, sie hatte gerade eine Kundin drin und telefonierte länglich vor sich hin. Während ich noch wartete, diesmal im Stehen, gesellten sich noch zwei Männer zu mir, von denen einer offenbar mit Nummer für dieses Zimmer aufgerufen worden war, obwohl das Zimmer ganz eindeutig noch belegt war. Der andere war vermutlich in der gleichen Situation wie ich, sollte also nur noch etwas nachliefern und durfte ohne Wartemarke antreten.

Das Kundengespräch dauerte insgesamt noch über eine halbe Stunde, und meine Knöchel – ich kann generell nicht lange stehen – beschwerten sich schon. Der Mann mit der Nummer drängte sich bereits vor, aber zuerst wurde der andere namentlich aufgerufen. Derweil fing ein kleines Kind an zu brüllen, was mein bereits angeditschtes Nervenkostüm so überhaupt nicht lustig fand. Daß der andere Mann mit Nummer dann auch noch vorgezogen wurde, fand ich ebenfalls nicht witzig.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde Stehen durfte ich dann endlich mein Papierchen abgeben. Ich bekam einen Computerausdruck und wurde in die Leistungsabteilung geschickt – um erneut zu warten. Diesmal immerhin wieder im Sitzen und in einer ruhigeren Umgebung.

Es dauerte nochmal eine halbe Stunde, bis ich endlich hereingerufen wurde (Erwerbslose haben ja viel Zeit, auch wenn sie als selbständige Aufstocker geführt werden). Nun hieß es, das Geld sei, nachdem es zurückgekommen war, auf einem Spezialkonto zwischengelagert, und eine Barauszahlung sei nicht so wirklich möglich. Auf Nachfrage meinte sie, ja, da sei auch das Geld für September mit bei, sodaß auch darauf nicht für eine Barauszahlung zurückgegriffen werden könnte. Sie werde das Geld jetzt für heute Nacht anweisen, ich solle es Donnerstag oder Freitag auf dem neuen Konto haben.

Außerdem bekam ich einen Ausdruck des dazugehörigen Bescheides. Der sieht von den Zahlen her richtig aus, nur das Datum stört mich dann doch ein bißchen: Angeblich ist der vom 22. Juli 2014. Das kann schon deshalb nicht sein, weil die Gesamtauszahlung den August und September beinhaltet die wären nämlich sonst separat gekommen; auch für die August-Auszahlung war der 22. Juli zu früh. Es wäre umgekehrt wenig sinnvoll, spätere Überweisungen auf ein Konto durchzuführen, von dem bereits bekannt ist, daß es gar nicht mehr existiert.

Die Auflösung meines Kontos war zwar genau einen Tag nach dem angeblichen Datum des Bescheides geschehen, aber das spielt in der Hinsicht keine Rolle, denn die Überweisungen vom ARGE kommen schon standardmäßig nicht unbedingt zeitnah an. Das gilt besonders, wenn es sich um Auszahlungen „außer der Reihe“ handelt.

Viel wichtiger ist daher das Datum des Anrufs vom ARGE: Wenn bereits am 22. Juli oder vielleicht auch ein paar Tage später das Geld angewiesen worden wäre, wüßte man von der Rückbuchung nicht erst einen Monat später, das kann mir keiner erzählen.

Ich glaube, ein falsches Datum auf einen Bescheid zu setzen, nennt man Urkundenfälschung, oder? Hier wohl mit dem Ziel, mir eine gerichtliche Überprüfung, sofern notwendig, wegen Fristablaufs unmöglich zu machen. Die Rechtsmittelfrist beträgt einen Monat.

Nun kommt also das große Aufräumen: Alle Daueraufträge und Lastschrift-Berechtigungen neu einrichten und die neue Kontonummer auch sonst überall fallenlassen, wo sie benötigt wird. Also erst, wenn das Geld tatsächlich eingegangen ist, natürlich. Dann werde ich wohl vorsichtig anfangen, meinen Investitionsstau hier abzubauen; insbesondere braucht das Handwaschbecken im Bad schon seit Wochen einen Klempner, da läuft das Wasser nicht mehr ab. Ist etwas unpraktisch, da ständig einen Eimer drinstehen zu haben und den in die Badewanne ausleeren zu müssen.

Auch zu der Aufstellung meiner zusätzlich angefallenen Kosten – von Fahrscheinen über Gebühren für Bareinzahlungen bis hin zu den rund 35 €, mit denen mein Sparkassen-Konto zuletzt im Minus stand, bin ich noch nicht gekommen; ich hoffe, ich finde die Belege alle wieder. Hier werde ich wohl eine Schadenersatzklage anstrengen müssen, denn freiwillig rücken die das ja sicher nicht raus; aus Sicht des ARGE ist man ja nie schuld an irgendwas und muß daher auch keinerlei Verantwortung für die Folgen seines Handelns übernehmen.

Ganz herzlich möchte ich allen Menschen danken, die mich in dieser schweren Zeit menschlich, juristisch, finanziell und mit Lebensmitteln unterstützt haben. Allein und insbesondere mit einer akuten Depression im Nacken kann man so einen Existenvernichtungsversuch nicht überstehen. Aber das ist ja vielleicht auch gar nicht vorgesehen …

Völliger Fail war übrigens die Sache mit dem Petitionsausschuß des Landes NRW. Der ließ sich viel, viel Zeit und gab die Akte dann, ohne mich vorher zu fragen, an den Petitionsausschuß im Bundestag weiter. Über die Weitergabe erhielt ich nur eine kurze schriftliche Information. Vom Petitionsausschuß des Bundes bekam ich bislang noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Die Sache wird dort also vermutlich planmäßig versanden.

So, und jetzt bestell ich mir was beim Asiaten. Ich glaub, das hab ich mir heute verdient.

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