Froschs Blog http://blog.atari-frosch.de Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat Sat, 25 Apr 2015 19:58:39 +0000 de-DE hourly 1 Im Netz aufgefischt #210 http://blog.atari-frosch.de/2015/04/25/im-netz-aufgefischt-210/ http://blog.atari-frosch.de/2015/04/25/im-netz-aufgefischt-210/#comments Sat, 25 Apr 2015 19:58:39 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12283 Asyl

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Im Netz aufgefischt #209 http://blog.atari-frosch.de/2015/04/19/im-netz-aufgefischt-209/ http://blog.atari-frosch.de/2015/04/19/im-netz-aufgefischt-209/#comments Sun, 19 Apr 2015 20:01:43 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12265 Asyl

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Im Netz aufgefischt #208 http://blog.atari-frosch.de/2015/04/12/im-netz-aufgefischt-208/ http://blog.atari-frosch.de/2015/04/12/im-netz-aufgefischt-208/#comments Sun, 12 Apr 2015 11:33:27 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12223 Ableismus

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Es gibt jetzt einen Verbotsgenerator (by Kevin Price, inspired by GroKo).

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Gendergerechte Sprache? http://blog.atari-frosch.de/2015/04/05/gendergerechte-sprache/ http://blog.atari-frosch.de/2015/04/05/gendergerechte-sprache/#comments Sun, 05 Apr 2015 19:17:27 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12225 Auf Twitter (ich weiß, ist eigentlich ungeeignet dafür) hatte ich heute eine etwas längliche Diskussion mit Befürwortern gendergerechter Sprache. Die Einleitung deutet schon drauf hin, daß ich selbst nicht zu den Befürwortern gehöre. Dafür habe ich gleich mehrere Gründe.

In den frühen 90er-Jahren habe ich selbst Text mit Binnen-I verfaßt. Das war im Zusammenhang mit den Jusos und der SPD Mannheim, bei denen ich in der Zeit aktiv war und insbesondere die Magazine „Oskar“ (Jusos) und „Rotes Quadrat“ (SPD) layoutet hatte. Ich hatte in der Zeit auch eigene Texte beigetragen, und diese, wie es erwartet wurde, mit Binnen-I gegendert. Und schon dabei fühlte ich mich nicht wohl, es fühlte sich einfach falsch an, und der Sinn erschloß sich mir nicht so richtig. Aber es wurde erwartet, also habe ich es halt gemacht.

Aus dieser Zeit existiert zum Beispiel noch der Text „Auswirkungen der europäischen Verkehrspolitik auf Mannheim“ vom September 1993. Bei der Übernahme auf meine Website habe ich das Binnen-I dringelassen, um den Text im Original zu dokumentieren. Aber nicht, weil ich es gut finde.

Später wurde es für mich immer schwieriger, solche Texte zu lesen. Neben dem Binnen-I kam auch noch die Version mit dem Unterstrich („Bürger_innen“) und die mit dem Sternchen („Bürger*innen“) dazu. Mit der massiven Verstärkung meiner Autismus-Symptome durch die Depression stieg meine Abneigung dagegen, solche Texte überhaupt lesen zu wollen, selbst wenn mich der Inhalt interessierte, weil ich genau wußte, daß ich sie dann doch nicht lesen kann.

Warum ich sie nicht lesen kann?

Stell Dir mal vor, Du liest einen eigentlich interessanten Text, und mindestens einmal pro Satz wirst Du im Lesefluß gestört. Lies mal so einen Text und denk Dir bei jedem derart gegenderten Wort ein lautes „BOING!“. Genau so fühlt sich das für mich an. Als würde ich mit jedem dieser verbogenen Wörter mental gegen eine Wand laufen. Den Inhalt kann ich dann nicht mehr erfassen, die Konzentration dafür ist schnell im Eimer. Der Text wird für mich unlesbar.

Die Wirkung ist ein Stück weit vergleichbar mit blinkenden Werbeanzeigen auf Webseiten: Es lenkt unglaublich ab.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mich nicht dran gewöhnen könnte. Sorry, Leute, ich kenne das jetzt seit über 20 Jahren, und nein, es gibt keine Gewöhnung. Das „BOING!“ bleibt, selbst wenn mich ein Text noch so sehr interessiert. Es hilft nichts. Ich kann ihn nicht lesen.

Von Anfang an hatte ich ja auch die Argumente nicht so wirklich verstanden. Das Argument war: Frauen sichtbar(er) zu machen, zu inkludieren. Die deutsche Sprache sei maskulin und würde Frauen ausschließen. Ich hatte unsere Sprache nie so wahrgenommen.

Natürlich war und ist mir klar, daß Frauen (und Menschen abseits der binären Geschlechtsnorm) im Alltag benachteiligt und diskriminiert werden. Das habe ich als biologische Frau selbst oft genug erlebt. Ich hatte aber nie das Gefühl, daß unsere Sprache an sich der Grund dafür ist.

Letztens lief mir ein Aufsatz über den Weg, der mein Bauchgefühl mit Argumenten bestätigte. Mit Argumenten, die mir im Gegensatz zu denen der Befürworter von Gender-Texten auch sofort verständlich waren: Genus und Gendersprech: Der Führerin entgegen!. Darin wird ausführlich der Unterschied zwischen grammatischem und biologischem Geschlecht aufgedröselt und erklärt, warum wir in der deutschen Sprache die scheinbar so zufällig gewählten bestimmten Artikel genau so benutzen, wie wir sie benutzen.

Im Nachhinein frage ich mich, wieso das nicht Teil des Deutsch-Unterrichts war, denn viele Kinder wollen doch schon wissen, warum die Artikel so scheinbar willkürlich gewählt werden – spätestens, wenn man mit Kindern zu tun hat, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und man mitbekommt, wie schwer diese sich damit tun, sich zu jedem Namenswort den richtigen Artikel zu merken. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich das mit einem türkischen Mädchen aus unserem Hinterhof immer wieder geübt hatte, weil sie lernen wollte, wie es richtig geht.

Nach dieser Lektüre ist für mich klar bzw. noch viel klarer, daß Sprache nicht der Hebel sein kann, um die Wahrnehmung und Akzeptanz von Frauen und Menschen außerhalb der binären Geschlechtsnorm – oder in Kurz: von Nicht-Männern – zu verbessern. Im Gegenteil: Das künstliche Verbiegen der Sprache wird die meisten Menschen eher davon abschrecken, sich damit zu befassen. Um die Akzeptanz und die Rechte von Nicht-Männern zu stärken, sind ganz andere Hebel notwendig.

Das fängt bereits bei kleinen Kindern an: Nein, (biologische) Mädchen müssen nicht rosa und (biologische) Jungen nicht hellblau tragen. Die Mädchen müssen sich nicht unbedingt für Puppen, Mode, Kosmetik, einkaufen und kochen interessieren, und die Jungen nicht für Autos, Raketen, Technik. Laßt sie doch unabhängig von dem, was sie zwischen den Beinen haben, mit dem spielen, das lernen, lesen, basteln, was sie interessiert und cool finden! Und wenn ein Mädchen sich für Raketen und den Weltraum interessiert und hellblau supersüß findet, ist das genauso OK, wie wenn ein Junge lernen möchte, wie man Puppenkleidchen häkelt oder sich die Fingernägel rosa lackiert.

Oder Produkte: Machen wir doch den Herstellern und Vertrieblern klar, daß „gegenderte“ Produkte große Kacke sind. Was ich da in letzter Zeit über Twitter und teils auch direkt im Laden so mitbekommen habe, löst bei mir einen Facepalm nach dem anderen aus. Zum Beispiel so etwas wie Kartoffelchips oder saure Gurken jeweils getrennt für Frauen und Männer. Ich meine … geht’s noch?

Oder Arbeitsplätze: „Programmierer“ ist eine Berufsbezeichnung und hat genauso wie der Beruf selbst überhaupt nichts damit zu tun, ob der Mensch, der ihn ausübt, einen Penis oder eine Vagina hat oder ob sich dieser Mensch als weiblich, männlich, bi-gender, genderfluid oder noch was ganz anderes empfindet. Denn all das hat überhaupt keinen Einfluß auf die Qualität der Arbeit. Laßt die Personaler anhand von Bewerbungsunterlagen, in denen der Vorname abgekürzt (oder der Name komplett pseudonymisiert) und kein Foto enthalten ist, entscheiden, ob jemand qualifiziert genug erscheint, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Ich habe eben schon angedeutet, daß es gar nicht nur um Frauen geht bzw. gehen kann. Wie will man denn sprachlich die Menschen inkludieren, die sich beispielsweise, wie ich, als bi-gender definieren? Wie die genderfluiden Menschen oder jene, die sich als geschlechtslos empfinden? Sollen dafür dann noch mehr Verknotungen erfunden werden?

Nein, es ist nicht die Sprache, die Nicht-Männer exkludiert. Es ist der Umgang mit Geschlechtlichkeit an sich; die Tatsache, daß das Geschlecht und/oder die Sexualität eines Menschen in Bereichen als relevant und als Ein- oder Ausschlußkriterium angesehen wird, in welchen es überhaupt keine Bedeutung hat. Wenn wir aufhören, die Geschlechtlichkeit im Alltag als Bewertungskriterium anzusehen, und andere darauf aufmerksam machen, erreichen wir meiner Ansicht nach wesentlich mehr, als wenn wir künstlich unsere gewachsene Sprache verknoten und damit eher noch weitere Menschen ausschließen und/oder abschrecken.

Mit der künstlichen Veränderung der Sprache werden nämlich durchaus wiederum Menschen exkludiert – zum Beispiel Autisten, die dann Texte nicht mehr oder nur noch unter größten Anstrengungen lesen können. Ich bin damit ja keineswegs alleine, wie ich schon mehrfach mitbekommen habe.

Und auch blinde Menschen, so habe ich letztens gelesen (habe leider den Link nicht mehr parat), finden es nicht unbedingt lustig, was ihnen ihre Screenreader vorlesen, wenn da Sternchen oder Unterstriche an Stellen auftauchen und vorgelesen werden, für die sie nicht vorgesehen waren.

Fazit und TL;DR: Mit der künstlichen Veränderung der Sprache werden Menschen exkludiert, und das mit zweifelhaftem Nutzen für die, zu deren Vorteil die Veränderung eigentlich eingeführt werden soll. Aber echte Inklusion kann nur funktionieren, wenn die Inklusion der einen Gruppe nicht zur Exklusion mindestens einer anderen führt. Damit, das Geschlecht nicht mehr als Bewertungskriterium einzusetzen, würden wir insgesamt und zum Vorteil Aller besser fahren.

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Im Netz aufgefischt #207 http://blog.atari-frosch.de/2015/04/05/im-netz-aufgefischt-207/ http://blog.atari-frosch.de/2015/04/05/im-netz-aufgefischt-207/#comments Sun, 05 Apr 2015 12:15:57 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12187 Armut

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Im Netz aufgefischt #206 http://blog.atari-frosch.de/2015/03/29/im-netz-aufgefischt-206/ http://blog.atari-frosch.de/2015/03/29/im-netz-aufgefischt-206/#comments Sun, 29 Mar 2015 13:33:55 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12152 Asyl

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Im Netz aufgefischt #204 http://blog.atari-frosch.de/2015/03/15/im-netz-aufgefischt-204/ http://blog.atari-frosch.de/2015/03/15/im-netz-aufgefischt-204/#comments Sun, 15 Mar 2015 12:55:10 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12087 Asyl

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Eingemauert (ein Lebenszeichen) http://blog.atari-frosch.de/2015/03/12/eingemauert-ein-lebenszeichen/ http://blog.atari-frosch.de/2015/03/12/eingemauert-ein-lebenszeichen/#comments Thu, 12 Mar 2015 15:19:00 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12109 Seit Wochen gibt es hier im Blog nur noch die wöchentlichen Links, also die Sammlung der (meisten) Artikel, die ich so im Laufe der Woche gelesen habe. Daher wollte ich mal ein Lebenszeichen hinterlassen.

Das ARGE gibt sich gerade mal wieder alle Mühe, zu vergessen, daß sie schon seit Jahren von meiner chronischen Depression wissen und davon, daß ich deswegen nicht mal eben umziehen kann. Meine Wohnung ist ihnen „zu groß und zu teuer“. Nun soll ich mal wieder beweisen, daß ich nicht umziehen kann – und solange ich das nicht kann, bekomme ich 83,00 € pro Monat weniger.

Im November hatte ich ja schon geschrieben, daß das Arbeitsverhinderungsamt ARGE nach dem vorherigen Existenzvernichtungsversuch noch keine Ruhe gibt, sondern nach weiteren Möglichkeiten sucht, mir irgendwie die Leistungen zu kürzen. Da sie derzeit, also im laufenden Bezug, nicht wegen der UG herummäkeln können, konzentrieren sie sich jetzt auf meine Wohnung.

Nun mögen gut 60 m² für eine Person groß erscheinen, aber ich habe hier meinen Lebensmittelpunkt und kann den durch Autismus und Depression auch gar nicht mal eben woanders hinverlagern, so daß mir ein Wohnklo für den Rest genügen würde. Und selbst das ist auf dem freien Wohnungsmarkt in Düsseldorf für den Mietsatz, den das ARGE vorgibt, nicht zu bekommen.

Die Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaften, deren Liste man so in die Hand gedrückt bekommt, erzählen einem entweder was von Wartezeiten nicht unter einem Jahr, oder sie werfen gleich den Hörer auf die Gabel, wenn sie hören, daß die Miete von einem Amt bezahlt werden soll. Denn auch Vermieter wissen mittlerweile, daß man beim ARGE so gelegentlich schlechte Laune hat und dann eben mal nichts mehr bezahlt wird – wie ich es letztes Jahr ja auch sehr anschaulich erlebt habe.

Aus Düsseldorf wegziehen kommt für mich derzeit auch nicht in Frage. Wenn jetzt auch noch mein gesamtes (direktes) soziales Umfeld wegbricht, habe ich ja fast überhaupt keinen Halt mehr. Da nützt es nichts, zu wissen, daß es in Wuppertal massenhaft Leerstand gibt.

Ich soll also mal wieder etwas beweisen, was man objektiv eigentlich gar nicht beweisen kann. Bei meiner Hausarztpraxis (Gemeinschaftspraxis, ein Arzt und zwei Ärztinnen) hieß es von einer Ärztin Ende Januar, als ich wegen eines Attests anklopfte, man könne da gar nichts für mich tun, weil man mich ja schon seit 10 Monaten nicht mehr gesehen hätte und ja so gar nichts wüßte.

Der Fallmanager beauftragte daraufhin den Medizinischen Dienst der Bundesarbeitsagentur. Statt des angekündigten Einladungsschreibens des MD bekam ich allerdings am Montag einen Anruf – aus der vorgenannten Hausarztpraxis. Ich könne bereits am nächsten Tag einen Termin haben. Sicherheitshalber bat ich darum, bei der anderen Ärztin den Termin zu bekommen, weil ich ja schon so den Eindruck gewonnen hatte, die Dame habe nicht so richtig Lust auf die notwendige, umfangreiche Untersuchung für so ein Attest gehabt.

Der Termin bei der anderen Ärztin wiederum lief auch nicht so wirklich anders. Sie kannte den Vordruck und die Verfahren des MD nicht, erklärte mir ebenfalls, mich ja kaum zu kennen (und tatsächlich hatte sie mich von allen dreien bislang am wenigsten gesehen), und sie kenne sich mit solchen Dingen wie Depressionen ja gar nicht aus. Zudem hatte ich keine früheren Diagnosen und Gutachten vorgelegt – aus gutem Grund, denn darin stehen neben der Depressions-Diagnose eindeutige Fehldiagnosen wie „paranoide Persönlichkeitsstörung“ und „Sozialphobie“; die Autismus-Symptome waren dagegen nie erkannt worden. Erfahrungsgemäß werden solche Diagnosen aus früheren Gutachten gerne einfach abgeschrieben, das spart Untersuchungszeit und die Notwendigkeit, selbst zu denken. Das wollte ich mir nicht geben, abgesehen davon, daß diese Gutachten zumindest teilweise dem MD bereits vorliegen.

Darf ich das eigentlich merkwürdig finden? Ein Gutachter, der von einem Amt, einem Gericht oder der Rentenversicherung beauftragt wird, hat mich vorher auch nie gesehen. In der Hausarztpraxis, in der über die Jahre immerhin einiges über mich in die praxis-interne Datenbank getippert worden war, meint man, weil man mich nicht gut genug kenne, könne man kein Attest erstellen. Nein, ich glaube, die haben einfach keine Lust dazu, und/oder es kommt zu wenig Kohle dafür rüber.

Jedenfalls war ich nach 15 Minuten schon wieder raus aus der Praxis, und die untersuchende Ärztin schien mir keine gute Laune gehabt zu haben, als sie mich verabschiedete (mit „es warten hier ja noch mehr Patienten“). Keiner der früheren Gutachter hat mich in weniger als zwei Stunden untersucht. Sie werde sehen, was sich machen ließe. Ich ahne eher Fürchterliches. Aber da muß ich jetzt erstmal abwarten. Eine Möglichkeit besteht noch darin, daß die Ärztin feststellt, nicht die nötige Qualifikation zu haben, und das dem MD mitteilt. Das wäre derzeit vermutlich sogar die beste Lösung.

Ärztinnen und Fallmanager warfen mir übrigens unisono vor, daß ich nicht ständig bei einem Psychiater in Behandlung bin und auch keine Psychotherapie mache. Die Gründe dafür wollten sie nicht hören: Warum soll ich mich regelmäßig mit einem schubladen-denkenden Psychiater auseinandersetzen, der mir entweder wirkungslose, dafür mit Nebenwirkungen gespickte Antidepressiva aufdrücken will, oder mir nur blödsinnige Ratschläge gibt wie „bewegen Sie sich mehr, gehen Sie spazieren“ oder „gehen Sie mal mehr unter Leute“, dafür aber von Autismus keinen Schimmer hat? Und ein Psychotherapeut schafft mir die eigentlichen Probleme, mit denen ich nicht fertig werde, ja nicht fertig werden kann, nicht vom Hals. Der hat dann maximal dieselben dummen Sprüche auf Lager.

Und dafür soll die Krankenkasse dann regelmäßig Kohle rüberwachsen lassen (während sie mir gleichzeitig übrigens das einzige Hilfsmittel, das tatsächlich ein Stück weit helfen würde, nämlich ein Lichttherapie-Gerät, vorenthält)? Einzig und allein zu dem Zweck, ab und zu mal ein Attest für das ARGE zu schreiben? Nein danke. Dafür sind mir meine knappen Nerven-Ressourcen zu schade, und die Krankenkassen sollen gefälligst sinnvolle Therapien und Hilfsmittel bezahlen. Brillen zum Beispiel (aber das ist schon wieder ein anderes Thema).

Meine Überempfindlichkeiten, meinen Filtermangel und meine Ressourcenbegrenzungen kann man eben genauso wenig wegtherapieren wie meinen starken Gerechtigkeitssinn, der mir verbietet, gegen (nicht nur meine) Grundrechte zu handeln oder solches Handeln zuzulassen, nur damit alle Beteiligten ihre Ruhe haben.

–––

„Eingemauert“ hatte ich in die Überschrift geschrieben. Ja, so komme ich mir vor, seit Jahren. Hartz IV mauert ein. Um sich aus diesem Gefängnis zu befreien, bräuchte ich Ressourcen, die ich nicht habe bzw. die ich frühestens dann erlangen könnte, wenn ich bereits frei wäre. Wer sich nicht bewegt, spürt diese Mauern nicht. Wer es wagt, sich zu bewegen, bei dem werden sie verstärkt. Keine Ritze darf offen bleiben, alles muß dicht sein.

Es ging bei Hartz IV nie um Chancen. Es ging schon immer darum, Menschen unter Kontrolle zu halten und zu willenlosen Sklaven zu erziehen. Wer nicht gehorcht und/oder nicht billig genug ist, der soll untergehen – obdachlos werden, erfrieren, verhungern, sich umbringen, egal. Das Grundgesetz gilt nicht mehr, der Sachbearbeiter oder Fallmanager, der auf das Zwangsarbeits- und Zwangsverarmungsgesetz namens SGB eingeschworen ist, ist das Gesetz. Dein Leben gehört Dir nicht mehr, Du gehorchst oder verreckst.

Noch habt Ihr mich nicht (wieder) so weit, auch wenn die Mauern wieder wachsen.

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Im Netz aufgefischt #203 http://blog.atari-frosch.de/2015/03/08/im-netz-aufgefischt-203/ http://blog.atari-frosch.de/2015/03/08/im-netz-aufgefischt-203/#comments Sun, 08 Mar 2015 12:29:53 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12056 Atomkraft

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