Froschs Blog http://blog.atari-frosch.de Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat Tue, 30 Jun 2015 12:49:38 +0000 de-DE hourly 1 Illinois verbietet Kerri Rivera, MMS anzubieten http://blog.atari-frosch.de/2015/06/30/illinois-verbietet-kerry-rivera-mms-anzubieten/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/30/illinois-verbietet-kerry-rivera-mms-anzubieten/#comments Tue, 30 Jun 2015 00:56:00 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12737 NBC 5 Chicago berichtete am 24. Juni, daß die Generalstaatsanwältin von Illinois der bekannten Quacksalberin Kerri Rivera eine „assurance of voluntary compliance“, also quasi eine „freiwillige Selbstverpflichtung“, aufgedrückt hat. In dieser verpflichtet sich Kerri Rivera, im Staat Illinois MMS bzw. Chlordioxid nicht mehr als Medikament gegen Autismus zu bewerben, zu verkaufen oder in Seminaren oder auf Konferenzen sowie ihren Websites anzupreisen. Wenn sie sich nicht daran hält, wird das als Verstoß gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz gewertet und kann entsprechend sanktioniert werden.

Nachfolgend meine Übersetzung der Selbstverpflichtung; Original (PDF, leider rein grafisch): Rivera, Fully Executed AVC.

Staat von Illinois
Landkreis von Cook

In der Sache der Kerri Rivera
Ermittlung # 2015-HCL-241

Freiwillige Selbstverpflichtung

Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin, und Kerri Rivera persönlich, schließen diese freiwillige Selbstverpflichtung (künftig „AVC“ genannt) gemäß dem Consumer Fraud and Deceptive Business Practices Act (etwa: Gesetz gegen Verbraucherbetrug und irreführende Geschäftspraktiken), 815 ILCS 505/1 ff. (künftig „Verbraucherschutzgesetz“ genannt).

I. LEGITIMATION

  1. Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin von Illinois, haben die Autorität, diesen Vertrag zu schließen und zu akzeptieren, gemäß Abschnitt 6.1 des Verbraucherschutzgesetzes.

II. PARTEIEN

  1. LISA MADIGAN ist derzeit die gewählte Generalstaatsanwältin von Illinois und hat somit die Berechtigung, das Verbraucherschutzgesetz durchzusetzen.
  2. Kerri Rivera ist eine Person, die den Gebrauch von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt (künftig Verantwortliche genannt).
  3. [Die] Verantwortliche trägt vor und präsentiert auf Seminaren/Konferenzen und betreibt Websites, auf welchen sie die Benutzung von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt.

III. DEFINITIONEN

  1. Von dem abgesehen, was hier bereits dargelegt wurde, und solange keine andere Begriffsbedeutung im Kontext erkennbar ist, gelten die Begriffe in diesem AVC entsprechend dem Verbraucherschutzgesetz, Nr. 815 ILCS 505/1 ff.

IV. ANWENDBARKEIT

  1. Die Bestimmungen in diesem AVC sind anwendbar auf die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten, alle Personen und Einrichtungen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind sowie alle nachfolgenden Firmen oder Geschäftseinrichtungen.

V. RELEVANTE GESETZLICHE UND REGULATORISCHE BESTIMMUNGEN

  1. Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes lautet folgendermaßen:

    Unfaire Methoden des Wettbewerbs und unfaire oder irreführende Aktionen oder Praktiken, inclusive, aber nicht beschränkt auf, die Nutzung von jeglicher Art von Täuschung, Betrug, falsche Behauptungen, falsche Versprechungen, mißverständliche Darstellung oder Verschleierung, Unterdrückung oder Nichterwähnung von Tatsachen, mit der Intention, daß andere ihnen auf der Basis dieser verschleiernden, unterdrückten oder nicht erwähnten Tatsachen vertrauen, oder die Benutzung oder der Einsatz jeglicher Handelspraktiken, die in Abschnitt 2 des „Einheitlichen Gesetzes zu irreführenden Handelspraktiken“ vom 5. August 1965, werden hiermit für ungesetzlich erkärt, unabhängig davon, ob eine Person tatsächlich in die Irre geführt, betrogen oder geschädigt wurde. Bei der Auslegung dieses Abschnittes sollen die Interpretationen der Federal Trade Commission (Handelskommission des Bundes) und der Handelsgerichte bezüglich Abschnitt 5 (a) des Federal Trade Commission Act (Handelsgesetz des Bundes) berücksichtigt werden.

815 ILCS 505/2.

VI. VORWÜRFE UND FAKTEN

Die Generalstaatsanwältin macht den Vorwurf, daß

  1. die Verantwortliche Websites inclusive cdautism.org betreibt und bei Seminaren/Konferenzen vorträgt bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus.
  2. die Verantwortliche auf ihren Websites gegen eine Gebühr Beratungen zur Verwendung von Chlordioxid zur Behandlung von Autismus anbietet.
  3. die Verantwortliche durch das Angebot dieser Dienstleistungen sich im „Handel“ oder „Gewerbe“ entsprechend der Begriffe, wie sie in Abschnitt 1 des Verbraucherschutzgesetzes definiert sind, betätigte.
  4. die Verantwortliche auf ihren Websites und in ihren Präsentationen unbewiesene medizinische Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus aufstellt.
  5. die Verantwortliche in Wahrheit und Tatsachen kompetente und zuverlässige wissenschaftliche Beweise, welche ihre Behauptung, mit Chlordioxid könne man Autismus behandeln, vermissen läßt.
  6. die Durchführung der Bewerbung unbewiesener Gesundheits- und medizinischer Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid in der Behandlung von Autismus durch die Verantwortliche eine Verletzung von Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes darstellt.

VII. VEREINBARUNG, VON UNGESETZLICHEN PRAKTIKEN ABZULASSEN

  1. HIERMIT WIRD ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten und alle Personen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind, sich ab dem Datum dieses AVC an die Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes, 815 ILCS 505/2, hält.
  2. ES WIRD DES WEITEREN ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche in Seminaren/Konferenzen im Staat Illinois keine Produkte mehr bewirbt oder verkauft, die sich auf die Verwendung von Chlordioxid oder ähnliche Substanzen zur Behandlung von Autismus beziehen.

VIII. AUSFÜHRUNG DER VEREINBARUNG

  1. Die Parteien sind sich einig, daß dieser AVC nicht als Zustimmung oder Sanktion durch den Staat von Illinois oder die Generalstaatsanwältin von Illinois zu den Geschäftspraktiken der Verantwortlichen gedeutet werden kann. Die Parteien sind weiterhin darüber einig, daß jegliches Versagen des Staates Illinois oder der Generalstaatsanwältin von Illinois dahingehend, Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie Informationen gemäß dieses AVC erhalten, nicht als Zustimmung oder Sanktion zu jeglicher Art von Darstellung dieser Informationen, Handlungen oder Praktiken, auf welche diese Informationen hindeuten, gedeutet werden können. Die Parteien stimmen weiterhin zu, daß dieser AVC zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und der Verantwortlichen eingegangen wird, um die Situation zu lösen, daß diese AVC keine anderen Ämter oder Vertretungen des Staates Illinois bindet; und daß dieser AVC nicht dahingehend gedeutet werden kann oder darf, um irgendeine andere Handlung, sei sie zivil, ermittlungs- oder verwaltungstechnisch, zu lösen oder auszuschließen, die bei einer anderen Behörde oder Vertretung des Staates Illinois anhängig ist oder nachträglich vorgebracht wird.
  2. Dieser AVC wird abgeschlossen mit dem Wissen, daß die Vorwürfe von Fakten und davon betroffene Gesetze Vorwürfe von Verletzungen des Verbraucherschutzgesetzes darstellen.

IX. Salvatorische Klausel

  1. Wenn ein Abschnitt, eine Bestimmung oder ein Teil dieses AVC aus irgendwelchen Gründen als ungültig, nicht durchsetzbar oder für nichtig erkannt wird, soll dieser Abschnitt vom Rest abgetrennt werden und nicht die Gültigkeit oder Durchsetzbarkeit der verbleibenden Anteile beeinflussen.

X. [VERTRAGS-]VERLETZUNGEN

  1. Die Parteien sind sich darüber einig, daß gemäß Verbraucherschutzgesetz jeglicher Beweis einer Verletzung einer der Vorgaben dieser AVC als Anscheinsbeweis einer Verletzung des Verbraucherschutzgesetzes bei jeglichem späteren Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft des Staates Illinois gegen die Verantwortliche angesehen wird. Es herrscht weiterhin Einigkeit darüber, daß die Generalstaatsanwaltschaft üblicherweise das Recht hat, angemessene Maßnahmen zu beantragen, um diese Vereinbarung durchzusetzen.

XI. INKRAFTTRETEN

  1. Dieser AVC tritt nach Unterzeichnung durch die Parteien sofort in Kraft.

XII. Autorisierung

  1. Die unterzeichnenden Vertreter für jede Partei bestätigt, daß sie/er von der Partei, die sie/er repräsentiert, vollumfänglich autorisiert ist, um in die Bedingungen dieses AVC einzutreten und die Partei, die sie/er vertritt, rechtlich an diesen AVC zu binden.

DAS VOLK DES STAATES ILLINOIS,
[vertreten] durch LISA MADIGAN,
GENERALSTAATSANWÄLTIN VON ILLINOIS

DURCH: [Unterschrift] RAYMOND THRELKELD
Leiter des Gesundheitsamtes

VERANTWORTLICHE
KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] STEVE PERNICK
Rechtsanwalt für Kerri Rivera

LISA MADIGAN
Generalstaatsanwältin von Illinois

Raymond Threlkeld, Leiter
des Gesundheitsamtes

Judith M. Parker. AAG
Gesundheitsamt
100 West Randolph Street, 12. Etage
Chicago, Illinois 60601
312-814-3717

[Update 2015-06-30 14:48] Einige einfache Korrekturen am übersetzten Text durchgeführt. [/Update]

Und jetzt das ganze nochmal zusammengefaßt und allgemein verständlich:

  1. Die Generalstaatsanwältin von Illinois stellt fest, daß Frau Rivera mit Chlordioxid ein Mittel zur Behandlung von Autismus anbietet, für dessen Wirkung sie keinerlei Beweise erbringen kann. Frau Rivera preist diese Chemikalie auf Seminaren, Konferenzen und verschiedenen Websites an. Außerdem offeriert sie auch kostenpflichtige Beratungen zu Chlordioxid als Mittel gegen Autismus.
  2. Die Generalstaatsanwältin stellt fest, daß Frau Rivera damit gegen das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois verstößt.
  3. Frau Rivera verpflichtet sich dazu, sich an das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois zu halten. Das bedeutet, daß sie ab Unterzeichnung der Selbstverpflichtung Chlordioxid als Mittel zur Behandlung von Autismus in Illinois nicht mehr anbieten, auf Seminaren, Konferenzen oder Websites präsentieren und natürlich auch nicht verkaufen wird.
  4. Hält sich Frau Rivera nicht an diese Verpflichtung und die Generalstaatsanwaltschaft von Illinois erfährt davon, dann wird das wie ein direkter Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz von Illinois gewertet und kann entsprechend geahndet werden.

Das ist doch mal ein guter Anfang. Dem Artikel von NBC 5, State Takes Action Against „Miracle Treatment“ For Children, nach wurde diese Selbstverpflichtung wohl Ende Mai unterzeichnet. (Das Video in dem Artikel läuft bei mir nicht, nur der Werbeblock davor kann angesehen werden; möglicherweise ist hier Geoblocking im Einsatz.)

Etwa zu dieser Zeit fiel auf, daß die Websites von Frau Rivera plötzlich allesamt nicht mehr zugänglich waren. So ein Zufall.

Das Verkaufsverbot gilt jetzt allerdings erst einmal nur im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois. Frau Rivera wohnt mittlerweile in Mexico, also gar nicht mehr im Bereich der Jurisdiktion der USA oder einer ihrer Bundesstaaten. Ihr stehen also theoretisch noch alle anderen US-amerikanischen Bundesstaaten für ihre Präsentationen offen. Ob der Bundesstaatsanwalt der USA ihr eine ähnliche Selbstverpflichtung aufdrücken kann bzw. ob es auf der Ebene überhaupt passende Gesetze gibt, kann ich nicht beurteilen; wünschenswert wäre es. Alternativ könnte der Bundesanwalt natürlich auch direkt mit den Ermittlungen anfangen.

Nicht davon betroffen dürfte der MMS-Papst Jim Humble mit seiner „Church of Genesis II“ sein. Findige Rechtsanwälte können ermittelnde Staatsanwälte und Richter möglicherweise davon überzeugen, daß er mit Frau Rivera nicht im Sinne der Selbstverpflichtung in Verbindung steht. Das heißt, der primäre Verdiener an der ganzen Sache bleibt dadurch vermutlich noch (?) unbehelligt. Es wird Zeit, auch die Wurzel dieses Übels auszureißen.

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Im Netz aufgefischt #219 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/28/im-netz-aufgefischt-219/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/28/im-netz-aufgefischt-219/#comments Sun, 28 Jun 2015 10:18:00 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12660 Asyl

Bedingungsloses Grundeinkommen

Bundestags-IT

Computersicherheit

Depression

Ehe für alle

Ermittlungsbehörden

„Fachkräftemangel“

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

Kunstaktion „Die Toten kommen“

Nazis

Panoramafreiheit

SPD und Vorratsdatenspeicherung

Überwachung

Verschwörungstheoretiker

Vorratsdatenspeicherung

Warlords

Wissenschaft

Und sonst so?

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REWE: Preiserhöhung x 3 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/22/rewe-preiserhoehung-x-3/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/22/rewe-preiserhoehung-x-3/#comments Mon, 22 Jun 2015 14:56:51 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12675 REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Eher regelmäßig ein bißchen teurer. Manchmal sogar ein bißchen viel teurer. Hier habe ich ein schönes Beispiel für eine Preiserhöhung bei einem Produkt, die gleich auf drei Ebenen stattfand.

Das Produkt: REWE Beste Wahl Penne Spinat Gorgonzola (Tiefkühlware). Noch vor etwa vier Wochen kostete die Packung 1,45 €, nun auf einmal wird sie für 1,89 € angeboten. Der erste erkennbare Unterschied: Eine dünne Plastikfolie, die das Erhitzen im Mikrowellenherd erleichtern soll – vorher stand in der Beschreibung, daß man den Pappdeckel abziehen und dann wieder lose drauflegen sollte. Bei der neuen Verpackung steckt die eigentliche Schale (immer noch aus überzogener Pappe) in einer Pappverpackung und hat dann eben diese dünne Folie mit drauf. Aber die Verpackung ist nur eine der Änderungen.

Schaut man nämlich genauer hin, dann stellt man schnell fest: Das Produkt wurde nicht nur einfach teurer. Irgendwie hatte ich auch direkt den Eindruck, daß weniger drin ist. Und tatsächlich: In der neueren Packung sind nur noch 350 g Nudeln mit Käse, während ich auf der alten Packung die Mengenangabe 400 g finde. Somit ist es bereits an zwei Stellen teurer geworden.

Die Preisdifferenz beträgt bereits an dieser Stelle fast 49 %! Denn wenn nur das Gewicht reduziert worden wäre, läge der neue Preis bei 1,27 €. Da der neue Preis nun aber 1,89 € beträgt, kauft man jetzt weniger Produkt für einen höheren Preis, es liegt also bereits eine doppelte Preiserhöhung vor. Die geänderte Verpackung und das bißchen Folie können eine solche Preissteigerung nicht erklären.

Nun könnte man meinen, es seien vielleicht jetzt bessere Zutaten verwendet worden. Schauen wir mal:

Alt (400 g, 1,45 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Spinat 12,5 %, Rapsöl, Gorgonzola 3,4 %, Sahne, Weizenmehl, Edelpilzkäse (Blauschimmelkäse) 2,0 %, Kräuter, Speisesalz, Stärke, Gewürze.

Neu (350 g, 1,89 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Gorgonzola 12 %, Spinat 11,4 %, Rapsöl, Sahne, Emmentaler, Stärke, Speisesalz, Weizenmehl, Weizenstärke, Dextrose, Gewürze, Pastinaken.

Daß die Anteile nicht in Gewicht, sondern in Prozent angegeben werden, macht’s einfach: Es ist jetzt weniger Spinat drin, und statt des teuren Edelpilzkäses wurde der Anteil am Gorgozola deutlich erhöht und ein bißchen Emmentaler dazugegeben. Außerdem kommen noch Dextrose (also Traubenzucker) und Weizenstärke sowie eine nicht spürbare Menge an Pastinaken dazu. Hier ist also der dritte Teil der Preiserhöhung versteckt, der sich allerdings natürlich nicht berechnen läßt.

Die alte Portion hat laut Packungsaufschrift 2.845 kJ, die neue 2.687 kJ. Würde sich die Kalorienzahl entsprechend des Gewichts reduzieren, dürfte die 350-g-Packung aber nur 2.489 kJ haben.

Also, nochmal zusammengefaßt: Das Gewicht wurde reduziert, der Preis erhöht und die Zutaten verbilligt, so daß sich eine Preiserhöhung von mindestens 50 % ergibt. Und schließlich hat das ganze auch noch mehr Kalorien als vorher.

REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Ähm, nein, jedenfalls so nicht.

[Update 2015-06-26 16:30] REWE reagierte heute auf diesen Artikel. Leider verbieten sie die Veröffentlichung der E-Mail – ist sie ihnen etwa peinlich? Denn sie gehen nicht darauf ein, warum das Produkt jetzt mindestens 50 % teurer ist und dafür weniger Inhalt hat. Stattdessen erklären sie, was ich schon weiß: Daß jetzt mehr Gorgonzola drin ist, weil das ja ein „wertgebender Bestandteil“ sei. Danke auch. Ich würde gern lieber weiterhin davon satt werden können.

Außer auf die Preiserhöhung wird auch nicht darauf eingegangen, warum der ebenfalls „wertgebende Bestandteil“ Spinat reduziert wurde, oder warum da jetzt unbedingt Traubenzucker mit drin sein muß. Zufrieden bin ich mit der Antwort nicht.

Und warum man es in der Abteilung Qualitätssicherung nicht schafft, direkt öffentlich auf einen Blogartikel zu antworten, muß ich bestimmt auch nicht verstehen. [/Update]

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Im Netz aufgefischt #218 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/21/im-netz-aufgefischt-218/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/21/im-netz-aufgefischt-218/#comments Sun, 21 Jun 2015 11:25:53 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12600 Arbeit

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundestags-IT

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Justiz

Kinder

LGBTIQ

Markenrecht(smißbrauch)

#Neuland

Polizeigewalt

Rassismus

Sexarbeit

SPD und die Vorratsdatenspeicherung

Störerhaftung

Tor

Wissenschaft

Und sonst so?

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„Hast Du nichts besseres zu tun?“ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/18/hast-du-nichts-besseres-zu-tun/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/18/hast-du-nichts-besseres-zu-tun/#comments Thu, 18 Jun 2015 11:34:43 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12633 Der Artikel Hier, bitte, meine Problemliste von Margarete Stokowski in der heutigen Online-TAZ erinnerte mich daran, daß ich das Thema auch schon seit einer Weile auf meiner Blog-ToDo habe. „Hast Du keine anderen Probleme?“ oder „Hast Du nichts besseres zu tun?“ sind solche Nicht-Argumente, die ich auch immer mal wieder zu hören oder zu lesen bekomme.

Nicht-Argument deshalb, weil diese beiden eher rhetorischen Fragen überwiegend – und nicht nur gegenüber Feministen – dazu eingesetzt werden, das Thema, für das sich jemand interessiert, zu marginalisieren. Das insbesondere zu dem Zweck, sich nicht inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen, aber auch, um generell das Gegenüber zu diskreditieren.

„Hast Du nichts besseres zu tun?“ heißt übersetzt: Was Du da machst, finde ich uninteressant, langweilig oder sinnlos, und daher sollst Du Dich damit auch nicht auseinandersetzen und Deine Zeit nicht damit verplempern. Statt dessen sollst Du Dich gefälligst mit etwas befassen oder sollst etwas tun, was ich interessant und sinnvoll finde.

Wer diese Frage stellt, meint also, dem anderen erklären zu dürfen, was er zu tun hat und was nicht.

Bei „Hast Du/haben wir keine anderen Probleme?“ gilt im Prinzip dasselbe. Deine Probleme oder die Dinge, die Du als Problem ansiehst, sind uninteressant, langweilig und eigentlich auch gar keine richtigen Probleme. Ich finde andere Dinge wichtiger, und daher hast Du die auch wichtiger zu finden und Dich damit zu befassen!!!1!

Und dann sind da noch die Schlechtmacher. Die kritisieren – meist substanz- und argumentationslos – jegliche Aktionen anderer. Aber auch, wenn jemand nicht (für sie sichtbar) aktiv ist, wird kritisiert, nämlich, daß eben nichts getan wird. Bei denen frage ich mich dann manchmal, ob sie nichts besseres zu tun haben …

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Backup auf VHS? http://blog.atari-frosch.de/2015/06/15/backup-auf-vhs/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/15/backup-auf-vhs/#comments Mon, 15 Jun 2015 13:55:36 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12607 Mir flog da gerade ein Gedanke durch den Kopf. Grundsätzlich hatten den offenbar schon andere, aber eine tatsächliche Umsetzung habe ich in einer ersten Google-Suche nicht gefunden.

Im verlinkten Forums-Thread hat einer ermittelt, daß auf 160 Minuten einer VHS-Cassette etwa 2,7 GB an Daten passen würden. Das klingt ja nicht sooo schlecht. Wenn die Bänder die Daten zuverlässig für, sagen wir, ein paar Jahre halten, kann man da schon einiges drauf unterbringen. Primär ginge es mir aber erstmal um „because we can“.

Die Frage ist auch nicht so sehr, ob das billig wäre oder welche anderen Möglichkeiten es noch gibt. Billig wäre es mittlerweile tatsächlich. Wieviele Leute wollen seit Jahren ihre VHS-Cassetten verschenken und werfen sie schließlich weg, weil sich kein Abnehmer mehr findet?

Der Datentransfer wäre natürlich sehr langsam, aber das ist bei Bandlaufwerken ja generell und prinzipbedingt normal. Für ein Backup von beispielsweise Dokumenten, Foto- oder Musikdateien spielt das aber keine so große Rolle.

Ich habe selbst noch über 150 VHS-Cassetten im Schrank stehen. Die wenigen Filme darauf, die wirklich nicht mehr woanders und in besserer Qualität zu bekommen sind, kann ich digitalisieren. Den Rest beschaffe ich mir sowieso nach und nach auf DVD – und so nebenbei unsynchronisiert, was ich (soweit englisch gesprochen wird) sowieso bevorzuge.

Die Kapazitäten meiner VHS-Cassetten sind 120, 180, 240 und 300 Minuten, wobei ich früher bevorzugt solche mit 240 Minuten Laufzeit gekauft habe. Wenn die Berechnung des Forumsteilnehmers stimmt, ergibt diese Umrechnungstabelle (Faktor: 0,016875 GB pro Minute):

Minuten Kapazität (GB)
120 2,0250
180 3,0375
240 4,0500
300 5,0625

Gebrauchte Videorecorder gibt es bei eBay gelegentlich schon für unter 10,00 €, und vielleicht hat ja der eine oder die andere noch einen zu Hause, der dort im Schrank verstaubt.

Ich vermute, daß man die Elektronik entweder erweitern oder sogar komplett ersetzen müßte. Ein Ein-Platinen-Computer wie ein Raspberry Pi oder ein Arduino sollten die Steuerung der Mechanik übernehmen können. Gleichzeitig könnten sie die Verbindung in ein normales LAN herstellen.

Was sich vermutlich nicht vorab testen läßt, ist die Zuverlässigkeit. Wenn ein Film auf VHS mal ein paar kleine Fehler hat, fällt das vermutlich gar nicht weiter auf. Bei Daten muß das Medium wesentlich exakter sein: Ein gekipptes Bit kann eine ganze Datei unbrauchbar machen, erst recht, wenn sie vorher verschlüsselt wurde.

Hat das schonmal jemand probiert? Oder kennt einen, der einen kennt? Ich würde das wirklich gern mal ausprobieren.

[Update 2015-06-15 16:32] Ich habe eben zwei Links erhalten:

[/Update]

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Im Netz aufgefischt #217 http://blog.atari-frosch.de/2015/06/14/im-netz-aufgefischt-217/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/14/im-netz-aufgefischt-217/#comments Sun, 14 Jun 2015 10:44:05 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12553 Asyl

Autismus & Co.

Behinderung / Inklusion

Bundesregierung

Bundestags-IT

Computersicherheit

Demokratie

Freie Software

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

IT-Sicherheitsgesetz

Justiz

Kinder

Polizeigewalt

Qualitätsjournalismus

Scharlatanerie

Überwachung

Vorratsdatenspeicherung

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Zwangsverrentungsversuch des ARGE http://blog.atari-frosch.de/2015/06/12/zwangsverrentungsversuch-des-arge/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/12/zwangsverrentungsversuch-des-arge/#comments Fri, 12 Jun 2015 12:23:48 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12582 Nach dem Existenzvernichtungsversuch im letzten Jahr hatte mir der Fallmanager noch im letzten Termin erzählt, ich solle jetzt erstmal Ruhe haben. Aber natürlich stimmt das nicht; schließlich ist man mich ja nicht wie geplant losgeworden, sondern hat mich immer noch am Hals. Also müssen neue Schikanen her.

Ich sollte ja eigentlich Ende letzten Monats eine erneute Einladung zu einer weiteren Untersuchung auf Erwerbsfähigkeit bekommen. Die kam nicht. In der Woche, in der ich in Mannheim war, landeten stattdessen gleich drei Briefe des ARGE in meinem Briefkasten, eine Einladung zum Fallmanager und zwei Briefe von der Leistungsabteilung. Der Tenor war bei allen dreien derselbe: Ich solle doch bitte einen Rentenantrag stellen, weil ich nicht erwerbsfähig sei.

Bereits vorab schrieb ich dem Fallmanager eine E-Mail (doch, das geht tatsächlich), um gleich mal zu klären, daß ich nicht beabsichtige, mich in die Rente abschieben zu lassen:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ich habe es geschafft, die sinngemäße Frage „habt Ihr den Arsch offen“ so ans ARGE zu mailen, daß das Wort Arsch nicht drin vorkommt.

13:31 – 5. Juni 2015

Auf mich hatten diese Aufforderungen wie ein Schlag in die Magengrube gewirkt. Ich hatte ja schon irgendwie geahnt, daß da noch was nachkommt. Und trotzdem …

Entsprechend fiel meine Mail aus:

To: $Fallmanager
Cc: Leistungsabteilung

Ähm, Leute … das meinen Sie jetzt nicht ernst, oder?

In gleich drei Briefen von Ende Mai werde ich aufgefordert, Rente zu beantragen, mit der Begründung, ich sei nicht arbeitsfähig.

Hallo?

Ich wurde auf UMZUGSFÄHIGKEIT hin untersucht. Zusage von Herrn $Fallmanager war, ich solle noch auf Arbeitsfähigkeit hin untersucht werden, warum auch immer. Statt des angekündigten neuen Untersuchungstermins kommt jetzt auf einmal ein erneuter Versuch, mich loszuwerden?

Haben die vier Monate ohne Geld im letzten Jahr nicht gereicht, um mich zu erledigen? Och, was ein Pech. Oder anders: Wie dumm, daß sich die depressionskranke Frau immer noch nicht umgebracht hat. Jetzt haben wir die wieder am Hals. Also müssen neue Tricks her, nicht wahr?

Und haben Sie, Herr $Fallmanager, mich nicht vielleicht doch angelogen, als Sie behaupteten, es ginge bei der Untersuchung um meine Umzugsfähigkeit? War das von vornherein das Ziel gewesen, mich in die Rente abschieben zu können?

Und jetzt hätte ich gern mal eine Erklärung, was Umzugsfähigkeit mit Arbeitsfähigkeit zu tun hat.

Selbstverständlich werde ich keinen Rentenantrag stellen, um mich dann vom Faschistischen Repressionsamt AKA „Sozialamt“ endgültig erledigen zu lassen – und meine Firma Nerd4U gleich mit. Denn meine Rente reicht nicht einmal für die Miete, ich wäre zusätzlich auf Leistungen nach SGB XII angewiesen.

Machen Sie nur weiter mit Ihren Schikanen und Verfassungsbrüchen. Mein Blog wartet schon. Offenbar stehen noch nicht genügend Mitarbeiter des ARGE – Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung – namentlich drin.

Und ich warte auf eine Erklärung.

Ja, ich war sauer. Ich bin es immer noch.

Der Termin beim Fallmanager war heute Vormittag. Natürlich, immer schön konsequent vormittags, wie gehabt, weil ja schon länger bekannt ist, daß ich ein Spätmensch und vormittags oft gar nicht zu gebrauchen bin. Außerdem ist es dann schwerer, Begleitung zu bekommen.

Da ich bereits auf 180 war, dachte ich, ich geh mal besser nicht alleine.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Könnte mich jemand nächsten Freitag um 10:45 Uhr zum ARGE Düsseldorf-Mitte begleiten, damit ich nicht den Fallmanager erwürge?

13:05 – 5. Juni 2015

Meine Begleitung wurde dann @ActivaCDE, Fachanwältin für Sozialrecht. Sie durfte dem Fallmanager erstmal die Rechtslage erklären. Der behauptete nämlich: „So einen Fall wie Sie hatte ich noch nicht!“ Aber auch ansonsten schien er auf den Termin (wie üblich), nicht sonderlich gut vorbereitet, mußte anfangs erstmal zwei Gutachten kopieren, die er dann auch erstmal las. Davon, vor dem Empfang eines Erwerbslosen, der ja immerhin „Kunde“ genannt wird, mal wenigstens einen Blick in die aktuellen Unterlagen zu werfen, hält man dort wohl nichts.

(Und warum man zum doppelten Kopieren von etwa 6 Seiten über mehr als 10 Minuten lang braucht und in zwei Räume gehen muß, muß ich wohl auch nicht wissen. Das aber nur so nebenbei.)

Statt mich nochmals zur Untersuchung vorzuladen, hatte man es sich einfacher gemacht und bei der untersuchenden Ärztin nochmal nachgefragt. Die meinte, es ginge auch ohne Termin, und behauptete, ich sei aufgrund einer „seelischen Störung“, an deren Verbesserung ich „krankheitsbedingt“ auch nicht mitarbeiten würde, nicht erwerbsfähig.

Dieses Mini-Gutachten (da steht echt nicht viel mehr drin, dieses sogenannte Gutachten belegt gerade mal eine A4-Seite) zeigt mir mal wieder, daß es mit der Kompetenz von Ärzten in Bezug auf Autismus in Deutschland verdammt arm aussieht. Ich hatte der Ärztin lang und breit erzählt, daß genau diese Inkompetenz von Ärzten und Therapeuten mir eine Behandlung unmöglich macht. Wer Depressionen behandelt, weiß nichts von Autismus, und unterstellt, weil die Therapien bei mir nicht funktionieren und die Medikamente nicht anschlagen, daß ich wohl selbst schuld sein müsse. Das habe ich alles schon durch, und ich gebe mir das einfach nicht nochmal. Denn letztendlich kommt dabei keine Hilfe raus, sondern nur noch mehr Druck, Ärger und Streß.

Nun hätte nach der Gesetzlage der Fallmanager wohl die Möglichkeit, selbst darüber zu entscheiden, ob er von mir fordert, einen Rentenantrag zu stellen oder nicht. Die hausinternen Anweisungen sehen jedoch anderes vor: In roter Schrift wird da hervorgehoben (er zeigte es mir direkt auf dem Computerbildschirm), daß ohne Wenn und Aber ein Rentenantrag zu fordern sei. Mehr noch, daß er eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) mit mir machen müsse (!), die – dann sanktionsbewehrt – von mir diesen Rentenantrag fordert.

Allerdings, und darüber klärte ihn dann meine Begleitung auf, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Wenn ich mich weigere, den Rentenantrag zu stellen, kann das der Fallmanager tun (§ 5 Abs. 3 SGB II). Das ist wohl für so „uneinsichtige“ Menschen wie mich gedacht. In diesem Fall wird die Rentenversicherung natürlich ein eigenes Gutachten haben wollen (das durchaus wiederum auf Aktenlage erstellt werden kann, denn richtige Begutachtungen sind teuer). Meine Begleitung meinte nur, man glaube gar nicht, wie gesund manche Menschen plötzlich sind, wenn die Rentenversicherung sie untersucht. Denn natürlich hat auch die Rentenversicherung kein Interesse daran, mich bezahlen zu müssen.

Und dann gibt es da noch den § 44 a SGB II. Demnach könnte mich das ARGE einfach ans andere Repressionsamt abdrücken, die dürften allerdings widersprechen. Letztendlich würde ich auch auf diesem Wege bei einem Gutachter der Rentenversicherung landen.

Der Fallmanager brauchte die Erklärungen bestimmt dreimal, bis er sie verstanden hatte. Er war so sehr darauf bedacht, seine Dienstanweisungen einzuhalten, daß er nach meinem Eindruck zuerst gar nicht richtig zuhörte. Ich blieb auf dem Standpunkt, daß ich keinen Rentenantrag stellen werde. Theoretisch hätte er jetzt die Möglichkeit gehabt zu sagen, OK, dann machen wir so weiter. In der Praxis dagegen waren ihm die Dienstanweisungen so viel wichtiger, daß er selbst dann noch darauf bestand, mir die EGV per Verwaltungsakt reinzudrücken, als meine Begleiterin ihm klarmachte, daß wir dagegen umgehend Widerspruch einlegen werden.

Das ganze erscheint insbesondere deshalb so absurd, weil ich ja nicht einfach nur „arbeitsuchend“, sondern Aufstocker bin. Derzeit 100 % Aufstocker, aber eben Aufstocker. Und ganz unabhängig davon, ob ich einen Mini-Job habe oder selbständig bin, heißt das, daß eine Arbeitsfähigkeit gegeben sein muß, sonst ginge das ja nicht. Da kann eine Ärztin, die mich nur einmal gesehen hat, gerne alles mögliche behaupten.

Ergebnis ist jetzt: Ich hole mir am Montag beim Amtsgericht mal wieder einen Rechtshilfeschein (und diesmal können sie mich nicht einfach wegschicken), und beauftrage dann die Rechtsanwältin, den ganzen sinnlosen Mist abzuwickeln. Die Unsicherheit daraus, die mir so viel Energie raubt, bleibt bei mir, die kann ich nicht outsourcen.

Da kann man sich natürlich eine schöne Self-Fulfilling Prophecy draus basteln: Einfach so viel Druck ausüben, bis mir die Puste ausgeht und ich wirklich wieder gar nichts mehr machen kann, dann erledigt sich die Sache auch von selbst.

Ja, ich bin immer noch auf 180.

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Odyssee eines Postpakets http://blog.atari-frosch.de/2015/06/08/odyssee-eines-postpakets/ http://blog.atari-frosch.de/2015/06/08/odyssee-eines-postpakets/#comments Mon, 08 Jun 2015 12:54:28 +0000 http://blog.atari-frosch.de/?p=12494 Ich hatte in meinen Berichten vom #nospiritofhealth nebenbei erwähnt, daß der Akku in meinem Smartphone, obwohl er relativ neu ist, einen solchen aktiven Tag nicht durchsteht, selbst dann nicht, wenn ich versuche, sparsam zu sein. Daraufhin hat mir Markus Kleinbölting via Google+ freundlicherweise eine PowerBank angeboten, also einen größeren Akku, um kleinere Akkus unterwegs aufzuladen. Dieses Gerät wollte er mir als Paket schicken, mit DHL.

Wenn Postpakete über ihre Reisen bloggen könnten … dieses hier ist jedenfalls auf einer sehr eigenartigen Reise.

Beginn der Reise: 30. April 2015 in Bremen.

DHL-Paketverfolgung:

Do, 30.04.2015 11:48 Uhr   Die Sendung wurde vom Absender in der Filiale eingeliefert.
Do, 30.04.2015 20:10 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 01.05.2015 02:05 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Mi, 06.05.2015 10:02 Uhr Düsseldorf Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen.
Mi, 06.05.2015 16:34 Uhr Der Empfänger ist unbekannt.

Bis hierhin ist das korrekt (wobei ich mich frage, warum das Paket von Krefeld nach Düsseldorf fünf Tage brauchte, während es von Bremen nach Krefeld binnen eines Tages transportiert wurde). Der Absender hatte zwar meine Adresse aus dem Impressum hier gezogen, aber weil ich auf Google+ unter meinem Mädchennamen auftrete, diesen genommen. Der steht weder am Klingelschild noch am Briefkasten.

Do, 07.05.2015 16:25 Uhr   Rücksendung eingeleitet
Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 08.05.2015 03:58 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 08.05.2015 09:48 Uhr Die Sendung wurde fehlgeleitet und konnte nicht zugestellt werden.
Die Sendung wird umadressiert und an den Empfänger weitergeleitet

Der Absender hatte DHL die korrigierte Anschrift mitgeteilt. Es konnte also nochmal losgehen. Und damit fing der eigentliche Spaß an:

Fr, 08.05.2015 20:38 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Sa, 09.05.2015 02:19 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Di, 12.05.2015 10:00 Uhr Düsseldorf Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen.

Wieder dauert der Weg vom Krefelder Paketzentrum zum Düsseldorfer Paketfahrzeug mehrere Tage, aber immerhin diesmal „nur“ drei und nicht fünf wie beim ersten Mal. Aber das nur so nebenbei.

Genau am 12. Mai erinnerte ich mich daran, daß ich ja noch ein Paket erwarte, und fragte nachmittags beim Absender nach. Das war etwa um 15:20 Uhr gewesen. Ich war also um diese Zeit zu Hause.

Die DHL-Sendungsverfolgung wurde da gerade um eine neue Zeile ergänzt:

Di, 12.05.2015 15:11 Uhr Der Empfänger ist unbekannt.

Ähm, wat? Meine Klingel ist gut lesbar beschriftet, und der Name stimmt ja jetzt. Oder sollte.

Der Absender hakte nach. Am selben Tag kam aber keine Antwort mehr.

DHL-Sendungsverfolgung:

Mi, 13.05.2015 17:14 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Paketzentrum bearbeitet.

Am 19. Mai fragte ich nochmal nach, weil sich noch nichts getan hatte und auch weiterhin nichts angekommen war. Der Absender meinte, er habe auch noch keine richtige Rückmeldung bekommen. Die korrigierte Adresse habe er zweimal übermittelt, auf sein Ticket aber nur eine Standard-Antwort erhalten. Am selben Tag rief er bei DHL an, offenbar ohne Ergebnis.

Die DHL-Sendungsverfolgung erhielt am nächsten Tag einen sehr interessanten neuen Eintrag:

Mi, 20.05.2015 21:46 Uhr

Ja, der sieht wirklich so aus.

Am 22. Mai 2015 teilte mir der Absender auf Google+ mit:

„Es wird immer absurder.

Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihre E-Mail erst heute beantworte.

Die Sendung wurde eingelagert.

Ich bitte Sie den anliegenden Nachforschungsauftrag auszufüllen und die folgenden Nachweise und Informationen mitzuliefern:

• Sendungsinhalte oder vermisste Gegenstände und die Höhe Ihrer Ersatzforderung
• eine Kopie Ihrer ursprünglichen Rechnung an den Empfänger oder einen anderen Nachweis über den Wert des Inhaltes der Sendung
• eine Kopie Ihrer Versandunterlagen zu o. g. Sendung (Einlieferbeleg/Einliefernachweis, der vom Abholfahrer, Zusteller quittiert wurde bzw. Quittungsbeleg der Filiale)

Da arbeiten scheinbar nur doofe Menschen.“

Ich merkte an: „Wenn die Sendung eingelagert wurde, müssen sie doch wissen, wo? Dann braucht’s keinen Nachforschungsauftrag, sondern jemanden, der seinen Arsch da hinbewegt und das Paket bei demjenigen in das Auto wirft, der hier Pakete ausliefert. m(“

Einige Zeit später am selben Tag, nach einem Telefonat mit DHL, teilte er mit: Er habe erst 15 Minuten in einer Warteschleife verbracht und dann mit einem Mensch gesprochen, der nicht zuhörte und stattdessen wohl auch noch unverschämt wurde (Details habe ich keine). Der Absender wurde aufgefordert, einen aufwendigen Nachforschungsauftrag anzuleiern, um herauszufinden, was mit dem Paket passiert ist und wo es sich befindet.

Zwischenstand 8. Juni 2015: Das Paket ist nicht da, DHL hat nicht mehr geantwortet, die Sendungsverfolgung ist immer noch auf dem Stand vom 20. Mai bzw. eigentlich vom 13. Mai. To be contintued …

Oh, übrigens sind wir damit offenbar nicht alleine. Felix Schwenzel kann auch lustige Dinge berichten: der marktführer.

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Justiz

LGBTI & Co.

Nazis

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Scharlatanerie

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Wahlen

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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