Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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Wo ist die Grenze?

Samstag, 5. November 2016

Mein Fallmanager (also der, der dafür zuständig ist bzw. war, daß ich aus der Statistik falle) hatte mir im Januar 2015 erklärt: „Mit der Leistungsabteilung haben Sie einfach Pech gehabt. Die sind dafür da, Ihnen den Rücken freizuhalten.“

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Rechte sind nicht nur für diejenigen da, die „Glück haben“, und dürfen genauso wenig unter den Tisch fallen für diejenigen, die „Pech haben“. Glück und Pech haben bei Grund- und Menschenrechten nämlich mal einfach gar nichts zu suchen. Aber das ist gerade nicht der Punkt. (mehr …)


Geschenke und Entscheidungen

Freitag, 10. Juni 2016

Auch wenn die Zahlen nicht mit meinem gefühlten Alter übereinstimmen: Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Es fühlt sich wirklich nicht so an. Ich habe eher das Gefühl, immer noch so etwa 32 zu sein, wie ich war, als ich Ende 2000 nach Düsseldorf kam. Das liegt wohl auch daran, daß ich viele Erfahrungen und Erlebnisse, die andere in diesem Zeitraum machen oder die man einfach erwarten kann, einfach nicht machen konnte – weil mich Depressionen, Armut und Repressionsämter im Griff hatten und haben, während das Leben an mir vorbeizieht und ich es nicht leben kann.

Drei Bücher von Jean M. Auel

Die letzten paar Geburtstage habe ich mehr oder weniger ignoriert. Diesmal habe ich Anfang des Monats mal einfach auf meine Wunschliste hingewiesen. Prompt gab es diesmal richtig viele Geschenke, dazu noch Dinge, die gar nicht auf der Liste standen. Aber es gab auch zwei Entscheidungen. (mehr …)


Was ist schon normal?

Sonntag, 27. Dezember 2015

Normalität ist, auch wenn man es bei diesem Begriff so gar nicht glauben sollte, meist eine sehr individuelle Angelegenheit. Was für den einen normal ist, mag einem anderen als unnormal gelten. Manche Menschen sind „Lerchen“, sie stehen früh auf: Das ist für sie normal. Andere sind Eulen und können sich überhaupt nicht vorstellen, wie man so früh aufstehen und dann auch direkt wach und einsatzfähig sein kann.

Das Problem fängt an, wenn aus der Normalität des einen eine Normativität oder Normierung für andere bzw. alle wird. Denn dann entsteht automatisch Ungerechtigkeit. Ich rede hier nicht einmal von gesetzlichen Normen (wobei auch diese teilweise auf einer solchen Normativität aufbauen), sondern vom Normalitätsempfinden von Menschen. (mehr …)


Das Weltbild der Bundesarbeitsagentur

Donnerstag, 10. Januar 2013

Es kotzt mich echt an. Jedesmal, wenn Heinrich Alt herumposaunt, wie toll doch die Arbeitsagentur ist, könnte ich kotzen. So wie vorhin:

@Heinrich_Alt
Zahl der #HartzIV Klagen geht weiter zurück. Aus meiner Sicht ist Trendwende geschafft #Jobcenter #Hartz4 http://t.co/Y9Io3wnP

4:54 PM - 10 Jan 13

Jegliche Kritik daran wird abgebügelt oder auch mal lächerlich gemacht, wie man in dem Thread zum Tweet erkennen kann. Er hätte auch schreiben können: „Ach die schon wieder, die muß ja immer motzen.“ (mehr …)


Es wird immer wieder passieren!

Montag, 1. August 2011

Heute steht in Spiegel Online zu lesen, daß ein Mann versucht hat, in einem „JobCenter” in Berlin Feuer zu legen. Leider hatte der Spiegel es nicht nötig, die Vorgeschichte zu recherchieren, aber die Erfahrung sagt, daß der Mann den Brandsatz nicht aus Spaß an der Freud' gelegt hat.

Erst vor gut zwei Monaten zog eine Frau in einem Frankfurter „JobCenter” ein Messer — und wurde von einer Polizistin erschossen. Da wurde die Vorgeschichte schnell bekannt, aber geändert hat sich seitdem nichts.

Wieviele gewaltsame Übergriffe es in der Zwischenzeit und auch vorher schon gab, ist nicht bekannt. Die Bundesagentur für Arbeit hat auf ihren Statistik-Seiten und auch sonst keinerlei Informationen darüber verfügbar. Darüber, warum das so ist, darf man gern spekulieren. (mehr …)


Die Pferde auf dem Tahrir Square

Donnerstag, 3. Februar 2011

Letzte Nacht wurde auf dem und um den Tahrir Square in Kairo ein Gemetzel angerichtet. Anders kann man das nicht mehr nennen, auch wenn diverse Medien, sogar Al Jazeera English, die Angriffe der vom Mubarak-Regime bezahlten Schläger als „clashes” bezeichneten, als Zusammenstöße. Ja, auch die Pro-Demokratie-Demonstranten haben Steine und möglicherweise auch Brandbomben („Molotov-Cocktails”) geworfen — um sich zu wehren. Abschlachten lassen wollten sie sich denn wohl doch nicht.

Ein Detail fiel mir dabei auf: Um 18:15 Uhr (Ortszeit Kairo: 19:15 Uhr) berichtete @SultanAlQassemi: (mehr …)


USA-DoJ versus Wikileaks et al

Sonntag, 9. Januar 2011

Das US-amerikanische Bundesjustizministerium (Department of Justice, DoJ) forderte von Twitter die Herausgabe aller verfügbaren Daten über fünf Personen sowie eine Organisation, nämlich Wikileaks, um strafrechtliche Ermittlungen führen zu können. Für uns mag das erstmal nur deshalb seltsam erscheinen, weil das deutsche Bundesjustizministerium vermutlich eher nicht auf die Idee käme, solche Anfragen zu stellen, man würde eine solche Anfrage von einer Staatsanwaltschaft (mit Richterbeschluß) oder beispielsweise dem Bundeskriminalamt erwarten.

Das erste, was diese Forderung pikant macht, ist, daß drei der fünf benannten Personen keine amerikanischen Staatsbürger sind. Bradley Manning und Jacob Appelbaum sind Amerikaner, aber Julian Assange ist Australier, Rop Gonggrijp ist Niederländer und Birgitta Jónsdóttir ist Isländerin. Und bei Frau Jónsdóttir kommt das nächste pikante Detail. Sie ist nämlich nicht einfach nur eine isländische Bürgerin, sondern sie ist dort Parlamentsabgeordnete. (mehr …)


Auf die Fresse

Donnerstag, 30. September 2010

Fassungslos habe ich heute die Vorgänge in Stuttgart vor allem über Twitter und im Piraten-Radio verfolgt. Um 14:00 Uhr schaltete ich den PC an, und als erstes erfuhr ich: In Stuttgart ist die Hölle los, da setzt die Polizei Wasserwerfer gegen Schüler ein.

An bestätigten Nachrichten erfuhr ich in den nächsten Stunden, daß

  • es rund 1000 Verletzte in den Krankenhäusern gab,
  • Sanitäter und Augenärzte genauso wie Journalisten teils erst nicht aufs Gelände gelassen wurden,
  • unter den Verletzten viele Kinder sind,
  • die Polizei da eine seit Monaten am 24. September angemeldete und genehmigte Schüler-Demo angegriffen hat,
  • einem alten Mann das rechte Auge mit einem Wasserwerfer quasi rausgeschossen wurde und er daraufhin wohl auf diesem Auge blind sei — das Bild wurde tausendfach verbreitet —,
  • daß wohl Quarzhandschuhe auch gegen die Kinder eingesetzt wurden und
  • die Demonstranten trotz allem sehr friedlich waren.
  • [Update 2010-10-01 19:50] Oh, und daß die Firma, die die Abholz-Arbeiten durchführt, „zufälligerweise” im Wahlkreis des Innenministers Rech sitzt (Gerüchte besagen, daß andere Firmen zu diesen Abholzarbeiten nicht bereit waren). [/Update]

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Zivilcourage unerwünscht

Montag, 3. Mai 2010

Am 1. Mai gab es mal wieder rechte Demos. Soweit nichts Neues. Nachdem sich aber bereits in Dresden das Gegendemo-Konzept der friedlichen Sitzblockade als praktikabel und erfolgreich erwiesen hatte, gab es diesmal auch eine solche gegen eine Berliner Nazi-Demo. So weit, so gut.

Allerdings hatte bereits das Dresdner Bündnis mit dem Problem zu kämpfen, daß ihre Aktion von der Polizei vorab sanktioniert wurde. Die Website mußte zensiert werden, die Plakate zur Vorbereitung der Blockaden waren beschlagnahmt worden. Die Polizei unternahm in Dresden alles und nutzte auch illegale Methoden, um die Nazis marschieren zu lassen. Trotzdem waren die Blockierer erfolgreich: 6.000 Nazis standen stundenlang am Bahnhof in Dresden herum und mußten schließlich unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Als zu einer entsprechenden Veranstaltung zum 1. Mai in Berlin aufgerufen wurde, wurden wieder die friedlichen Sitzblockierer von der Polizei ins Visier genommen: Zwar hatte die Staatsanwaltschaft vorher nichts dagegen gehabt, dafür werden jetzt quasi exemplarisch Politiker, die sich an den Sitzblockaden beteiligt haben, von der Gewerkschaft der Polizei und der FDP an den Pranger gestellt.

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Verurteilt wegen Betruges

Dienstag, 16. März 2010

... wurde ich heute vom Amtsgericht Düsseldorf.

Nachdem sich die Lügnerin Dütz letztes Jahr an mir ausgetobt hatte, durfte jetzt als Nachklapp noch die Staatsanwaltschaft ran. Im Gegensatz zu Bankstern und volksverhetzenden Berufspolitikern (wie beispielsweise Roland Koch, Thilo Sarrazin oder Guido Westerwelle) bekommen einfache Bürger gleich die volle Härte des Gesetzes zu spüren, wenn sie sich nicht so benehmen, wie der Gesetzgeber das gerne hätte. In meinem Fall also: Auf Grundrechte verzichten, Maul halten, brav dahinvegetieren und bitte möglichst früh sterben.

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Solidarisch mit Dresden Nazifrei

Samstag, 23. Januar 2010

Plakat: Dresden nazifrei! Kein Naziaufmarsch - gemeinsam blockieren

Unglaubliches spielt sich derzeit in Dresden ab. Im Vorfeld zu einer Demonstration gegen einen Nazi-Aufmarsch am 13. Februar beschlagnahmte die Polizei die Plakate eines antifaschistischen Bündnisses (gespiegelt bei stoppt-zensur.de), nahm die Plakatkleber, darunter eine linke Bundestagsabgeordnete, fest, und entblödete sich auch nicht, zwei jugendliche „gemeingefährliche” Plakatkleber mit Handschellen aneinanderzufesseln. Und heute tauchte die Nachricht auf, daß das Landeskriminalamt Sachsen auch noch die Website des Bündnisses sperren lassen will.

Und warum das Ganze? Das LKA versucht, aus dem Aufruf, den Nazi-Aufmarsch zu blockieren, einen Aufruf zu einer Straftat zu konstruieren. Allerdings handelt es sich bei der Blockade einer Demonstration gar nicht um eine Straftat, sondern maximal um eine Ordnungswidrigkeit. Ein Aufruf zu einer Ordnungswidrigkeit ist jedoch selbst kein Straftatbestand.

Was auch immer bei alldem herauskommt: Ich erkläre mich mit dem Dresdner Bündnis solidarisch. LKA Sachsen, so geht es nicht!

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Schnüffel- und Repressions-Staat?

Mittwoch, 23. Mai 2007

Vorgestern war bei Telepolis zu lesen, daß es mittlerweile schon genügt, als G8-Gegner die falschen Suchbegriffe bei Google einzugeben, um unter Terrorverdacht zu geraten.

Gestern berichtete ein mir persönlich bekannter Mensch, daß er von der Polizei telefonisch aufgefordert worden war, seinen Bekanntenkreis auszuspionieren — er ist im CCC und in der Antifa aktiv. Wenn er nicht kooperiere, werde man ihn observieren. Noch sagten sie nicht ABservieren — aber da warte ich fast drauf ...

Heute lese ich nun bei tagesschau.de und Telepolis, daß von G8-Gegnern sogenannte Geruchsproben genommen wurden; eine Ermittlungsmethode, die für sich allein kaum zu etwas taugt, aber schon bei der Stasi sehr beliebt war. Bereits in den 80-er Jahren, so wird berichtet, sei diese Methode auch vom Verfassungsschutz angewendet und nach öffentlichem Protest wieder eingestellt worden. Ich hoffe, dieser Protest wird auch jetzt wieder aufbranden!

Sagt mal, Leute ... wo leben wir hier eigentlich?