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Polizeiterror gegen Betreiber von TOR-Exit-Node

16. September 2007 um 2:20 Uhr von Atari-Frosch

Ich war und bin fassungslos. Weil deutsche Polizeibehörden unfähig sind, vernünftig zu ermitteln — oder weil sie nicht wollen?, — wurde ein Freund von mir wie ein Schwerverbrecher behandelt. Aber lest seinen Bericht selbst: TOR madness reloaded

Er wurde also verhaftet und in Kosten gestürzt, weil er es wagte, sich für Anonymisierung im Internet zu engagieren — ein durchaus legitimes Interesse, das auch gesetzlich abgedeckt ist. Eine Google-Suche von wenigen Sekunden hätte genügt, um klarzustellen, dass die betreffende IP zu einem TOR-Node gehört. Oder man hätte mal bei einer Abteilung nachfragen können, die vom Internet ein bißchen Ahnung hat. Wenn man denn gewollt hätte.

Aber es ist natürlich einfacher, dem Terror-Hype nachzugeben und erst zu „schießen”, bevor man frägt bzw. Antworten zuläßt. Wenn das Schule macht, können wir uns auf einen echten Polizeistaat gefaßt machen. Und solche Behörden wollen immer mehr Befugnisse, wollen Videoüberwachung überall, Vorratsdatenspeicherung (wer mit wem telefoniert, SMS oder E-Mails austauscht — auf die inhaltliche Speicherung warte ich ja nur), Fingerabdrücke von allen, Terrordatenbanken, immer mehr, immer mehr ...

Das kann nicht meine Welt sein. Wo bleibt mein Raumschiff?

3 Kommentare zu “Polizeiterror gegen Betreiber von TOR-Exit-Node”

  1. Mactator quakte:

    Geht es um den Fall der in der Zeit unter „Vermummt im Internet“ beschrieben wurde?
    Komisch, es gibt auf der Seite dieses Freundes ( https://itnomad.wordpress.com/2007/09/16/tor-madness-reloaded/ ) einen Blog-Artikel in Englisch, da steht „“I’ll plant a bomb in the department of work”“.
    Und Ich kann versichern, in dem Fall über den die Zeit berichtet gab es keinen solchen Satz. Auch in keiner noch so denkbaren Deutschen Form. Ich hoffe das ist ein zweiter Fall, denn sonst hat der Betreiber von Copzone.de damals Beweise gefälscht, um das durchziehen zu können. Eine sehr schwere Straftat. Und man fragt sich, hat der das noch bei anderen Nutzern gemacht. Evtl. sogar noch als Polizist im Dienst. Nicht nur die laut Medienberichten übliche Falschbeschuldigung „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“…
    Die Webseite von Herrn Jenßen gibt keine Versandbestätigung über das Impressum. Aber Ich finde, auch sie können das wissen.
    Wenn es der Fall war, dann hatten auch Sie einen ganz falschen Eindruck, wer da der eigentliche Kriminelle war.

    Auf Zeit.de stand nichts in der Richtung einer „Bombenplatzierung“.
    Es gab in dem Strang auf Copzone.de auch keinen Satz der dem gebloggten Satz auch nur nahe kam.

    Mich interessiert, ob der Betreiber von Copzone evtl. falsche Anschuldigungen gegen Nutzer macht, und dafür sogar deren Beiträge zuvor verändert. Das wäre ja hoch kriminell.

    Haben Sie je den angeblichen Eintrag um den es im Zeit-Artikel ging (falls das auch Sie waren) gesehen? Eine Kopie etc..

    Ich weiß dass der Nutzername „Mactator“ war (und was „Mactator“ bedeutet), und die „schlimme“ Aussage „Lieber tot als Menschenmüll“.
    Der Vorwurf war laut Zeit-Online Androhung eines Amok im Jobcenter.
    Dabei gab es im ganzen Strang und keinem Kommentar einen Hinweis auf „Jobcenter“, „Hartz4“, „ALG2“, ALG1 etc., und auch in dem Beitrag mit dem Satz gab es keinerlei Drohung gegen ein Jobcenter.
    Wie auch, „Mactator“ war dort nie „Kunde“, und hat wie erwähnt auch nie behauptet einer zu sein.

    Daher frage Ich mich, wie hat der Betreiber von „Copzone“ die Polizei in Düsseldorf mit einem solch harmlosen Beitrag davon überzeugen können dass das eine „Amokdrohung“ wäre.
    Hätte man dem Richter für die Hausdurchsuchung den Beitrag und Strang vorgelegt, hätte der nicht so entscheiden können.

    Fest steht, „Lieber tot als Menschenmüll“ stand im Kontext dass man lieber tot wäre, sich lieber umbringen würde, bevor man ein Leben in reiner Erwerbsarbeit aufnehmen würde.
    50 Jahre lang im Supermarkt, Büro, Handwerk, Amt, bei der Polizei etc. zu arbeiten.
    Diese Meinung zu äußern ist nicht illegal, und sie ist auch legitim und sogar nachvollziehbar. Wenn auch nicht für jeden persönlich, so muss man doch akzeptieren dass das jemand für sich so sieht.
    Welche Gründe für einen Suizid hatte wohl der junge körperlich gesunde Deutsche der sich in der Schweiz beim Suizid helfen ließ… War ja in den Medien.
    Evtl. auch nur „keinen Bock“ auf so ein „Leben“.

    Wenn man auf Copzone.de wirklich so vorgeht, sollten betroffene Exit-Node-Betreiber wie Herr Jenßen ein Interesse daran haben das aufzuklären.
    Ja, sogar daran, solchen Menschen eine Falle zu stellen.
    Denn in dem von Zeit erwähnten Fall war nicht der Nutzer der Verantwortliche für die Durchsuchung, sondern der Betreiber, der damit eine schwere Straftat begangen hätte.
    Ob die Polizei DD dem Betreiber von Copzone mit einem Originalartikel bei einer Falschbeschuldigung geholfen hat, das halte ich zumindest für unwahrscheinlicher. Wenn es auch möglich wäre. „da können wir nichts machen, aber wenn du den Text in deiner Datenbank änderst“…

    Man müsste für solche Fälle einen Onlinedienst haben, der jede Webseite (auch wenn eine robots.txt das untersagt, das hier ist ja ein Sonderfall und nicht „Archive.org“) auf Wunsch archiviert (kennen Sie einen?).

    Falls jemand für eine Anzeige den Inhalt eines Beitrages ändert (für einen Forenbetreiber ja eine Kleinigkeit), ist nachweisbar wie es im Original zu einer ganz bestimmten Zeit aussah.
    Selbst einen Screenshot erstellen hat keinen Beweiswert, den kann man ja leicht manipuliert haben.
    Eine neutrale Webseite, ein extra Webdienst, sollte da vor Dt. Gerichten als Beweis gelten.
    Sogar gegen einen Deutschen Polizeibeamten der privat ein Forum betreibt und so etwas behauptet.
    Man stelle sich vor, was der evtl. noch gegen andere missliebige Nutzer gefälscht haben könnte. Auch im Dienst.

    Ich persönlich habe immer bewusst einen Deutschen Exit-Node gewählt. Aber nie eine Amokdrohung etc. gemacht. Beleidigungen gegen Politiker fände Ich OK. Kann mich aber auch nicht dran erinnern so etwas über TOR gemacht zu haben. J. Hermann beleidige Ich z.B. unter Klarname.
    Aber nicht um einem Exit-Node-Betreiber zu schaden, sondern mit dem Gedanken solchen Personen wie einem Forenbetreiber oder der Polizei/Justiz das Gefühl zu geben „den kriegen“ wird. Um so größer dann die Enttäuschung. Für die Zukunft besser so lange neu Verbinden bis Russland, USA erscheint…
    Besser wäre natürlich, wenn man gezielt einen solchen Exit-Node (ein Land reicht) wählen könnte.
    Früher konnte man auch neu verbinden, und Fenster blieben dabei auf. Jetzt gehen aber alle zu.


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Mactator: Den Artikel in der Zeit hätten Sie ruhig direkt verlinken können, hier ist er: Vermummt im Internet.

    Den Absatz in Alexanders Blogartikel sollte man dann bitte auch vollständig lesen:

    They accused me of posting shit like “I’ll plant a bomb in the department of work” and that I was about to cut-throat (or something like that, I can’t remember, I was drunk) a worker from that department. (Edit: The posting at copzone.de doesn’t seem to be accessible. Since my lawyer doesn’t have the files yet, I don’t know what exactly was posted. The german police doesn’t hand over the files to the suspect, he has to hire a layer to see the files.)

    Also: Er war betrunken und wußte nicht mehr genau, was man ihm erzählt hatte. Ob die Polizisten ihm in jener Nacht genau gesagt haben, was da im Forum gestanden hat, ist auch nicht so klar, und ob er oder sein Anwalt je die originalen Einträge zu Gesicht bekommen hat, geht aus dem Blogeintrag leider nicht hervor.

    Sie schrieben:

    Haben Sie je den angeblichen Eintrag um den es im Zeit-Artikel ging (falls das auch Sie waren) gesehen? Eine Kopie etc..

    Wer soll ich gewesen sein? – Nein, ich habe den Original-Eintrag nie gesehen.

    Zum Rest kann Alexander mehr sagen als ich. Sofern er denn will.


  3. Mactator quakte:

    Das heißt ja nicht, dass er nicht später mehr erfahren haben könnte.
    Ich frage ja, weil ein schwerer Verdacht entsteht, wenn man weiß was da stand (bzw. nicht stand).
    Besonders verwundert mich ja „Bombe“ und „Cut-Throat“ (Kehle aufschneiden?).
    Wenn das keine Polizisten-Phantasie vor Ort aufgrund Vorfällen die es mal gab („Kunde“ mit Messer etc.) war, sondern real aus dem angeblichen Kommentar, dann steht fest, nichts dergleichen stand dort, und es wurde manipuliert.
    Auch wenn das für Viele Menschen „unvorstellbar“ sein mag, dass ein Polizist auf diese Weise Beweise fälscht, um jemand etwas anzuhängen.
    Ich verstehe den englischen Text nur halb. Aber er hätte evtl. Akteneinsicht erhalten können.
    Auch heute noch. Evtl. hilft das Informationsfreiheitsgesetz da noch mehr.
    Es gibt auch keinen rechtlichen Grund das zu verweigern. Die wären wohl gezwungen alles was sie haben ungeschwärzt heraus zu geben. Das wäre evtl. auch ein sehr interessanter neuer Blogartikel.


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