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DPD und die Zustellzeiten

18. Dezember 2017 um 20:03 Uhr von Atari-Frosch

Ich erwartete heute ein Paket. Gesendet worden war es mit DPD (war nicht meine Wahl, sondern die des Absenders). In diesem Paket: Versandkartons, die ich eigentlich heute noch benötigte.

DPD schickte mir sogar schon vor drei Tagen eine Zustellbenachrichtigung per Mail, die mich auf ihre Website leitete; es hieß, am Tag der Zustellung solle ich da die Zustellzeit erfahren. Dort stand um ca. 12:30 Uhr zunächst: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 13:45 und 14:45 Uhr zugestellt.“ Oh, wie praktisch, dachte ich, das paßt doch genau, dann hab ich noch genug Zeit, den Artikel zu verpacken und zusammen mit zwei anderen runter zum DHL-Shop zu bringen, der bis 18:30 Uhr offen hat. Soviel zur Theorie.

Denn kurz nach Ablauf des vorgesehenen Zeitrahmens, in welchem niemand bei mir klingelte, änderte sich diese Ansage mehrmals:

Und es ging auf die gleiche Art weiter:

  • 16:36 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:06 und 18:06 Uhr zugestellt.“
  • 16:43 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:21 und 17:51 Uhr zugestellt.“
  • 16:45 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:27 und 17:57 Uhr zugestellt.“
  • 16:53 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 16:55 und 17:25 Uhr zugestellt.“

Derweil hatte ich eine Konversation mit @dpd_de per Twitter-DM, nachdem sie nach der Paketnummer gefragt hatten. Dort hieß es dann:

Danke für die Paketnummer. Ich habe die Kollegen gebeten die heutige Zustellung sicherzustellen, was die Verschiebung der Uhrzeiten betrifft können wir leider vorab nicht alles Eventualitäten welche eine Verzögerung verursachen können beeinflussen bzw. einberechnen. Vielen Dank für dein Verständnis

Ja sorry, dann seid doch ehrlich und sagt, das Paket kommt heute irgendwann zwischen 8:00 und 19:00 Uhr und es ist uns scheißegal, daß Du heute sonst nichts mehr planen oder machen kannst, schon gar nicht außerhalb der Wohnung. Hauptsache, wir können unsere Fahrer weiterhin miserabel bezahlen, ihnen viel zu große Reviere zuteilen und müssen keine Springer vorhalten. Oder anders: Nein, dafür habe ich kein Verständnis. Aber so gar keines.

Und es ging weiter:

  • 17:00 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:00 und 17:30 Uhr zugestellt.“
  • 17:06 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:06 und 17:36 Uhr zugestellt.“
  • 17:19 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:15 und 17:45 Uhr zugestellt.“
  • 17:27 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:24 und 17:54 Uhr zugestellt.“
  • 17:30 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:16 und 17:46 Uhr zugestellt.“
  • 17:45 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:37 und 18:07 Uhr zugestellt.“
  • 17:50 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:33 und 18:03 Uhr zugestellt.“
  • 18:11 Uhr: „Das Paket ist in Zustellung und wird heute zwischen 17:49 und 18:19 Uhr zugestellt.“

Zum DHL-Shop zu gehen, auch für die beiden anderen zu verschickenden Artikel, war natürlich nicht mehr drin. Ich kann ja schlecht weg, wenn ich nicht weiß, wann der Paketbote kommt. Also kann ich die beiden anderen Artikel morgen mit runternehmen, wenn ich, beladen mit schwerem Gepäck, zum Bahnhof fahre.

Spannend ist ja auch, daß die Zeitfenster teilweise, und zum Schluß hin immer mehr, vor dem Zeitpunkt ihrer Bekanntgabe beginnen. Dafür kam das Update für 18:11 erst fünf Minuten nach Ablauf des letzten bekanntgegebenen Zeitfensters. Danach, also nach Ende des letzten Zeitfensters um 18:19 Uhr, kam gar kein Update mehr.

Aber da gibt's ja noch ein paar kleine Icons in der Sendungsverfolgung rechts oben. Das am weitesten rechts stehende nennt sich „Detail“. Dort erfahre ich: „18:44 Uhr: Ihr Paket konnte nicht wie geplant zugestellt werden und ist wieder im Paketzustellzentrum. Duisburg (DE)“ – DANKE FÜR NICHTS!

Achja, laut dieser Detailübersicht war mein Paket seit heute früh um 07:24 Uhr „in der Zustellung“. Möglicherweise gab es schon frühere Zeitfenster, bevor ich um ca. 12:30 Uhr zum ersten mal reinsah.

Meine Versandkartons, die ich heute gebraucht hätte, fuhren also heute den ganzen Tag durch Düsseldorf und wurden dann einfach wieder mit zurück ins Depot genommen. Nun wollte ich den Zustelltag ändern, weil ich ja von 19. bis 23. Dezember gar nicht zu Hause sein werde. Aber mir werden nur Liefertage bis zum 23. Dezember angeboten. Und dann? Geht's zurück oder was?

Und was ist mit den insgesamt fünf Stunden, in denen ich nichts machen konnte, weil ja jederzeit der Paketbote klingeln könnte? Stört Euch nicht, ne?

Liebe DPD, verarschen kann ich mich selber.

Erinnert sich noch jemand an die 1980er, als der Paketbote immer, wenn er was hatte, zuverlässig um 9:15 Uhr* klingelte und die sonstigen Tagesplanungen nicht störte? Das war schön.

* bzw. halt zu einer festen Zeit vormittags, mit wenigen Minuten plus/minus

Einfach mal ein Tip an DPD (und alle anderen Paketdienste, ist ja nicht so, daß die nicht dieselben hausgemachten Probleme hätten):

  1. Bezahlt Eure Boten anständig.
  2. Hört mit dem Sub-sub-sub-sub-sub-sub-sub-Unternehmertum auf und stellt die Leute selbst ein.
  3. Macht die Reviere kleiner. Aber deutlich.
  4. Haltet Springer vor. Menschen können mal krank werden. Doch, wirklich.

Paketdienst heißt nicht, wir streichen die ganze Kohle ein, und Boten und Kunden können schauen, wo sie bleiben. Paket-Dienst ist eine Dienst-Leistung. Eine, die üblicherweise auch noch vorab bezahlt wird. Also habt Ihr zu leisten.

2 Kommentare zu “DPD und die Zustellzeiten”

  1. Andre quakte:

    Naja, Einzelfall halt.


  2. Atari-Frosch quakte:

    Glaub ich jetzt mal nicht. DPD hat generell unter den Paketdiensten, genauso wie GLS, einen extra-schlechten Ruf. Irgendwoher muß der ja kommen.

    Diese ständigen unterschiedlichen Zeitangaben dürften daher kommen, daß der Bote bzw. sein Fahrzeug den Standort per GPS an die Zentrale meldet und die nur den reinen Abstand zum Standort der Empfänger mißt, ohne Rücksicht auf geplante Fahrtroute, Verkehrssituation etc. Diese Position kann man sich als Kunde sogar anzeigen lassen.

    Demnach war der Fahrer tatsächlich recht nah an meiner Adresse. Erst nördlich, dann bog er aber vorher ab und fuhr dann südlich quasi an mir vorbei, nur eben auf der anderen Seite des Fürstenplatzes. Er hat meine Adresse also quasi umfahren, aber eben nicht angefahren. DPD würde aber natürlich nie zugeben, daß er mich schlicht vergessen oder auf der Liste übersehen hat. Oder nicht in die Helmholtzstraße wollte, weil man da so schlecht parken kann. 🙂


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