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Joghurt selber machen

8. Januar 2019 um 15:17 Uhr von Atari-Frosch

Im letzten Jahr habe ich angefangen, selbst Joghurt zuzubereiten. Oder naja, zubereiten zu lassen, denn der eigene Aufwand ist doch – angenehmerweise – sehr gering. Darauf kam ich, nachdem mir Vera 'kaffeebeimir' Bunse wärmstens die Haushaltsgeräte von Lakeland empfohlen hatte und mir dort in einer Angebots-Aktion zwei Joghurtbereiter auffielen.

Einer davon ist für mehrere kleine Gläschen, der andere für einen Literbehälter. Ich entschied mich für die Version mit dem Literbehälter, weil ich dann weniger zu spülen habe. Rund 20 € kostete das Gerät (plus Versand); zum Ausprobieren also nicht zu teuer.

Zur Zubereitung eines Liters Joghurt benötigt man einen Starter, also einen bereits vorhandenen Naturjoghurt. Irgendwo müssen die Kulturen ja herkommen. Beste Erfahrungen habe ich mittlerweile mit Landliebe-Naturjoghurt gemacht; der erste Ansatz mit Weihenstephan-Joghurt schien mir mit der Zeit regelrecht zu degenerieren; nach wenigen Durchgängen war der Joghurt schwabbelig und leicht klumpig. Denn man kann ja nach dem ersten Mal den selbstgemachten Joghurt wiederum als Starter für die nächste Portion verwenden, muß also nicht jedesmal extra einen neuen Becher Joghurt kaufen.

Und natürlich braucht es auch Milch. Die Anleitung empfiehlt H-Milch, man könne aber auch andere Milch verwenden, solle diese aber vorher abkochen. Auch Ziegenmilch und sogar Sojamilch sollen funktionieren; ausprobiert habe ich das aber nicht. Ob man auch veganen Joghurt als Starter verwenden kann, ist nicht erwähnt.

Ich habe es sowohl mit 3,5%iger als auch mit 1,5%iger H-Milch versucht und war etwas erstaunt, daß die fettärmere den (meiner Meinung nach) geschmacklich besseren Joghurt liefert. Der Joghurt aus 3,5%iger Milch wird zwar schön fest und auch cremiger, läßt aber den typischen säuerlichen Geschmack nahezu völlig vermissen. Deshalb nehme ich nur noch die fettärmere Milch. Wer sich an dem säuerlichen Geschmack stört, ist mit der fetteren Milch gut bedient; ich mag es lieber leicht säuerlich.

Von dem Joghurt gibt man eine kleine Portion in den Zubereitungsbehälter und gießt dann vorsichtig mit der Milch auf. Man soll umrühren, aber nicht „quirlen“; ich vermute, daß Blasenbildung verhindert werden soll, auch wenn das Handbuch das so nicht erwähnt. Bilden sich doch viele Blasen, lasse ich das ganze ein paar Minuten lang stehen. Dann wird der Zubereitungsbehälter mit einem Deckel abgedeckt und kommt für – laut Handbuch – acht Stunden in das eigentliche Gerät, das nochmal einen Deckel drauf bekommt und dann natürlich etwas Strom haben will.

Da es derzeit in meiner Küche relativ kalt ist, üblicherweise etwa 18 °C – ich heize da nur äußerst selten –, lasse ich das Gerät etwa zehn statt acht Stunden lang am Strom (einen Schalter hat es nicht). Denn das Handbuch erwähnt, daß die Umgebung nicht zu kalt sein sollte, und wenn sich das nicht verhindern läßt, solle man die Zubereitung länger laufen lassen.

Außerdem habe ich festgestellt, daß der Joghurt auch mit der fettärmeren Milch fester und cremiger wird, wenn ich mehr als die angegeben zwei Teelöffel für den Starter hineingebe. Nach Herumprobieren bin ich bei etwa fünf gehäuften Teelöffeln gelandet bzw. zwei gut gehäuften Kunststofflöffeln; da ist einer dabei, der ist so ein bißchen schaufelförmig gestaltet.

Zu beachten ist, daß derart zubereiteter Joghurt keine lange Haltezeit hat. Das Handbuch zum Gerät gibt eine Frischhaltezeit von etwa fünf Tagen an. Das heißt, die Sache lohnt sich nur, wenn man tatsächlich einen regelmäßigen Bedarf von einem Liter Joghurt binnen vier bis fünf Tagen hat, sonst geht das Zeug vermutlich schlicht kaputt und kann dann natürlich auch nicht mehr als Starter für die nächste Portion verwendet werden. Ich hatte mir das vorher durchgerechnet, und es paßt genau: Für mein Frühstücksmüsli verwende ich täglich ca. 200 - 250 g Joghurt. Am vierten oder spätestens am fünften Tag mache ich dann den nächsten Ansatz.

Den fertigen Joghurt lasse ich dann noch ein paar Stunden abkühlen, fülle ihn dann in einen anderen, verschließbaren Behälter um und stelle ihn in den Kühlschrank. Den Zubereitungsbehälter könnte man zwar auch zur Aufbewahrung verwenden, aber vor der nächsten Benutzung möchte ich ihn ja ausspülen können, wegen Hygiene und so.

Als ich im Dezember für ein paar Tage verreist war, unterbrach ich die Zubereitung und verbrauchte auch den letzten Rest, um nach der Rückkehr neu anzusetzen.

Abfall: Statt eines Plastikbechers plus Aludeckel pro Tag habe ich nur noch einen Milch-Tetrapak alle vier bis fünf Tage, und im Fall eines neuen Ansatzes einen (kleineren) Plastikbecher mitsamt Aludeckel (Landliebe-Joghurt 1,5 %, 150 g für derzeit 0,59 €). Bisher hatte ich Joghurt im 250-g-Becher gekauft, zuletzt auch öfter mal Becher zu 500 g oder Liter-Eimer. Letztere sind im „Gelben Sack“ aber deutlich sperriger als mehrere normale Joghurtbecher.

Kosten: Die einmaligen Gerätekosten sind recht schnell amortisiert. Wie teuer der Liter Joghurt wird, hängt aber vor allem davon ab, welche Milch man kauft. Mit Discount-Milch für derzeit unter 70 Cent pro Liter wird es natürlich sehr günstig. Wer noch mehr Abfall einsparen will und dafür auch ein bißchen mehr Geld ausgeben kann oder will, könnte Milch in Glas-Pfandflaschen kaufen und müßte die dann eben abkochen (ich habe noch nie H-Milch in der Pfandflasche gesehen), aber die gibt es halt leider nicht zum Discount-Preis.

Fazit: Für mich hat sich der Kauf definitiv gelohnt.

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