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Spaß mit Enigmail

27. Januar 2019 um 20:05 Uhr von Atari-Frosch

Status: Debian Jessie (bin am Desktop noch nicht zum Dist-Upgrade gekommen).

Gestern abend vorm Ausschalten:

root@seerose:~# apt-get update

root@seerose:~# apt-get upgrade

Dabei werden Pakete zurückgehalten, unter anderem thunderbird und icedove. Ich ging von einem Paketkonflikt zwischen den beiden aus und machte

root@seerose:~# apt-get install thunderbird

lightning wurde automatisch mitinstalliert, das brauche ich aber nicht:

root@seerose:~# apt-get remove lightning

Aus Erfahrung weiß ich schon, daß das kein Problem ist. Lightning ist eine Kalender-Anwendung in Thunderbird. Warum die automatisch mitgezogen werden muß und nicht als Vorschlag mit angegeben wird, muß ich wohl nicht verstehen.

Heute stellte ich dann fest: Thunderbird sieht etwas seltsam aus, es fehlen Linien und Markierungen. Enigmail fehlt allerdings auch, und das stört wesentlich mehr als die paar Linien. So'n bißchen bin ich ja schon drauf angewiesen, E-Mails verschlüsseln, entschlüsseln und signieren zu können. Also:

root@seerose:~# apt-get install enigmail

Reading package lists... Done

Building dependency tree

Reading state information... Done

Some packages could not be installed. This may mean that you have

requested an impossible situation or if you are using the unstable

distribution that some required packages have not yet been created

or been moved out of Incoming.

The following information may help to resolve the situation:

 

The following packages have unmet dependencies:

 enigmail : Depends: thunderbird (>= 52.0) but it is not going to be installed or

                     icedove (>= 52.0) or

                     iceape (>= 2.46) but it is not installable

E: Unable to correct problems, you have held broken packages.

WTF?

Ich hatte Thunderbird sicherheitshalber erstmal geschlossen und machte ihn jetzt wieder neu auf, um die Versionsnummer nachzusehen: 60.4.0. Also auf gar keinen Fall kleiner als 52.0. Im nächsten Schritt installierte ich icedove nach, was aber auch nichts änderte; der Gedanke dahinter war, daß Thunderbird vielleicht doch Elemente aus icedove braucht, aber das ist wohl nicht so.

Dann fragte ich halt doch mal auf Pluspora herum: Spaß mit Enigmail. (Pluspora benutze ich übrigens als Ersatz für das bald verschwindende Google+, weil da auch ziemlich viele Leute aus meinen G+-Kreisen hin abgewandert sind.) Den Link zu diesem Posting wiederum kippte ich mal noch in einem privaten Channel im IRCNet ab.

Und da kam dann die Antwort her:

[19:00] <X> IMO thunderbird >0 60.x Enigmail <= 2.0.x
[19:01] <X> das ist das Problem
[19:02] <X> Oldstable= Jessie wird nicht mehr komplett gepflegt
[19:03] <X> seit ungefähr Juni 2018
[19:07] <X> die machen Stress seit Version 60 released ist
[19:12] <X> Deshalb wurde Thunderbird lange zurückgehalten auf Stable

Die Problemlösung lautet also: Upgrade auf Stretch. Und dann schauen, was dann alles nicht mehr oder völlig anders funktioniert. Daß dieses Upgrade auf diesem Server bereits erfolgreich durchgelaufen ist, muß für den Desktop ja nichts heißen, denn X11 und alles, was da drunter hängt, ist auf dem Server nicht vorhanden.
Seufz. Weil ich ja sonst vermutlich Langeweile hätte …

4 Kommentare zu “Spaß mit Enigmail”

  1. ~sumpfsuppe quakte:

    Sieh es mal so: Seit ein paar Tagen ist Buster/testing im Freeze. Lieber jetzt auf Stretch dist-upgraden, als im Sommer von old-oldstable auf stable zu wechseln – ich behaupte mal, dabei würde mehr schiefgehen.

    Bei mir lief das Upgrade auf Stretch damals übrigens sehr smooth, kann mich an keine ernsthaften Schwierigkeiten erinnern (jeweils 1x übliches Desktop- und Notebook-Setup mit KDE Plasma).


  2. SackOhneSenf quakte:

    Meine Empfehlung an dieser Stelle ist, direkt auf Devuan zu wechseln. Der Update von Debian jessie auf stretch OHNE systemd ist mir trotz mehrerer Versuche nicht gelungen … und systemd nach dem Update wieder rauspopel war mir dann zu viel.

    Auch scheint es bei aktuelle Debian stretch Versionen einen hohen Aufwand zu erfordern, wenn du komplett ohne systemd installieren willst (oder ich bin zu blöd das zu kapieren). Nach so etwa 20 bis 30 gescheiterten Versuchen, hab schlicht die Platte gelöscht und Devuan installiert. Der erste Versuch ging zwar in die Hose (vermutlich ein Fehler in meinem LAN), der zweite Versuch lief, aber hinterher sind mir ein paar Punkte aufgefallen, die bei einer Neuinstallation leichter zu ändern waren. Also Neuinstallation Nummer 3, auf der ich dann aufgebaut habe.

    Mein Tip auf dem alten System eine ASCII Datei mit allen installierten Paketen anlegen und an erreichbarer Stelle ablegen, dann Devuan Minimal installieren und nach und nach mit apt die benötigten Anwendungen von der gespeicherten Liste installieren. Die Abhängigkeiten holt er sich dann ja von alleine. Das ganze gibt ein stabiles System ohne viel Nerven aufreißendes Gefummel.


  3. Atari-Frosch quakte:

    @SackOhneSenf: Würde also heißen: Neu aufsetzen. OK, müßte ich eigentlich #ausgründen sowieso.

    Was Stretch angeht: Ich hatte den Server ja schon hochgezogen und dort war systemd (genauer: systemd-sysv) mit Prio -1 gepinnt. Trotzdem hab ich da jetzt einen systemd-login als Prozeß drin und will nicht wissen, was passiert, wenn ich diesen Prozeß töte. Man müßte also mindestens mehr als nur systemd-sysv pinnen, wenn man das Ding ganz draußen haben will. Auf Dauer wird Debian aber vermutlich eh nicht mehr ohne systemd funktionieren.

    Auf dem Desktop wiederum hatte mich schon das Update auf Jessie – mit ausgeschlossenem systemd – ein Programm gekostet, nämlich evince (PDF-Viewer). Da hab ich jetzt nur noch XPDF, der deutlich weniger Fähigkeiten hat, weil evince in Debian gegen systemd gebaut wurde. Letzten November auf der OpenRheinRuhr hat mir zwar ein Debianer erzählt, ich müßte bei einem Upgrade auf Stretch keine weiteren Einschränkungen befürchten. Nach dem, was ich jetzt auf dem Server sehe, glaub ich das aber nicht mehr so wirklich.

    Enigmail hab ich mir jetzt erstmal direkt aus dem Mozilla-Repo nachgezogen, weil ich eine wichtige verschlüsselte Mail aufmachen mußte. Genau sowas will ich aber ja eigentlich vermeiden und möglichst viel aus dem System-Repo ziehen statt von lauter verschiedenen Websites.


  4. Atari-Frosch quakte:

    @~sumpfsuppe: Abgesehen von dem, was ich an SackOhneSenf geschrieben hatte: Distributions-Upgrades bei Debian sind eher selten eine „Mal eben“-Angelegenheit. Es gibt da diesen Debian-Upgrade-Fluch, und das kann dann eben heißen, daß ich tagelang nichts mehr mache außer Fehlersuche.


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