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Containern bleibt verboten

6. Juni 2019 um 18:31 Uhr von Atari-Frosch

Laut einem Bericht der Tagesschau von heute bleibt Containern weiterhin verboten. Dabei geht es um das Abgreifen größtenteils unverdorbener, noch genießbarer, gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel aus Supermarkt-Müllcontainern. Die Supermärkte werfen da nicht nur explizite Abfälle rein, sondern alles, was nicht mehr „schön“ aussieht oder ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum hat oder am nächsten Tag bzw. nach einem Wochenende haben wird.

Wenn sie stattdessen gesagt hätten, wir einigen uns darauf, daß den Supermärkten (aber auch Zwischenhändlern wie Selgros usw.) verboten wird, genießbare Lebensmittel wegzuwerfen – und da muß auch gleich klar sein, daß sie sie nicht absichtlich ungenießbar machen dürfen –, wäre das für mich OK. Aber das wird offenbar gerade nicht gewollt.

Eine „Erleichterung“ der Abgabe an die Tafeln dagegen ist Unsinn. Die Märkte können doch an die Tafeln spenden, wenn sie das wollen. Abgesehen davon, daß die Tafeln selbst wieder ein Sinnbild für verfehlte Politik sind: Menschen erst so weit zu verarmen, daß sie drauf angewiesen sind, sie dann explizit da hinschicken und die Tafeln schließlich für ihr „Engagement“ loben. Das, was die Märkte wegwerfen, ist für die „Sozialschmarotzer“ offenbar noch gut genug. Das aber auch nur dann, wenn es über die Tafeln ausgegeben wird, nicht bei den Supermärkten selbst.

Wenn die Märkte Lebensmittel aus irgendwelchen Gründen nicht mehr verkaufen können, obwohl diese noch genießbar sind, dann sollen sie sie halt in ein Mitnahme-Regal legen; es muß wirklich kein Müllcontainer sein. So ein Regal könnte man je nach Lage/Größe des Marktes im Laden plazieren oder vor dem Eingang. In der Buchhaltung wird das Zeug so oder so abgeschrieben, mehr Bürokratie fiele nicht an. Nur noch ein Schild drüber: „Abgeschriebene Lebensmittel, Genuß auf eigene Gefahr“ oder so.

Ganz selten sehe ich in Märkten mal das eine oder andere Produkt mit einem dicken roten Papper drauf „30 % reduziert wegen kurzer Haltbarkeit“. Zu selten, wenn man an die Massen an weggeworfenem Essen denkt.

Das Argument, die Leute würden dann „nur noch“ die abgelaufenen, runtergesetzten Produkte kaufen wollen bzw. drauf warten, daß sie in den Mitnahme-Regalen landen (schon öfter gehört), zieht dabei nicht:

  1. Menschen kaufen Lebensmittel nicht ein, weil es ihr Hobby ist. Sie können nicht gemütlich abwarten, bis Lebensmittel runtergesetzt werden, sondern müssen bei Bedarf einkaufen.
  2. Wenn bei einem Produkt regelmäßig so viel über bleibt, daß es abläuft, bevor es verkauft werden kann, dann kaufen die Märkte davon regelmäßig selbst zu viel ein. Umgekehrt haben sie ja auch kein Problem damit, wenn ein Produkt mal aus ist. Dann ist das eben so, besser als zu viel einkaufen und dann wegwerfen bzw. runtersetzen oder verschenken.

Man könnte meinen, das Wegwerfen sei für die Märkte irgendwie ein Vorteil. Wenn dem so ist, gehört dieser Vorteil abgeschafft. Denn genießbare Lebensmittel wegwerfen geht einfach mal gar nicht.

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