Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

Zur Website | Impressum

Star Trek DS9: Melora

22. August 2019 um 22:11 Uhr von Atari-Frosch

[Spoilerwarnung] In diesem Artikel gehe ich ausführlich auf den Inhalt der Serienfolge 2.06 der Fernsehserie „Star Trek: Deep Space 9“ ein. Wer sie noch nicht gesehen hat und sich nicht spoilern lassen will, sollte diesen Artikel besser noch nicht lesen. [/Spoilerwarnung]

Vor einiger Zeit hatte ich mir die vollständige Serie „Star Trek: Deep Space 9“ auf DVD gekauft, und seit kurzem bin ich am „binge-watchen“, wie das heute heißt, wenn man versucht, eine Serie quasi am Stück durchzuschauen. Letzte Woche habe ich mit der zweiten Staffel angefangen, und da hat mich die Folge mit dem Titel „Melora“ besonders beeindruckt, obwohl sie einen durchgehenden logischen Fehler hat. Es geht in dieser Folge um den Umgang mit einer Behinderung, und zwar sowohl durch die behinderte Person als auch durch ihr Umfeld. Gedreht wurde die Folge im Jahr 1993, also vor etwa 26 Jahren. Ich habe mir die Folge wie bei mir üblich im englischen Original angesehen.

Zum (für diesen Artikel relevanten) Inhalt: Die Wissenschaftlerin Ensign Melora Pazlar stammt von einem sogenannten Low-Gravity-Planeten, also einem Planeten, auf welchem die Schwerkraft deutlich niedriger ist als auf den meisten Planeten des Star-Trek-Universums. Diese scheint üblicherweise etwa im Bereich dessen zu liegen, was wir auch auf der Erde kennen. Die Crew der DS9 hat sich ausführlich vorbereitet, um Melora zu unterstützen. Sie haben sich über die Schwierigkeiten informiert, die eine Person aus einem Low-Gravity-Umfeld in „normaler“ Schwerkraft hat. Der Stationsarzt Dr. Julien Bashir hat einen ursprünglich cardassianischen Elektro-Rollstuhl nach Meloras Vorgaben umgebaut. Bei ihrer Ankunft trägt Melora außerdem eine Art leichtes Exo-Skelett und benutzt einen Gehstock.

Von Anfang bekommt man den Eindruck vermittelt, daß Melora ständig auf Abwehr steht. Sie ist ja eigentlich auch gar nicht von sich aus behindert; eingeschränkt wird sie durch die für sie zu hohe Schwerkraft auf der Raumstation. Sie legt großen Wert auf ihre Unabhängigkeit und will keine zusätzlichen Hilfen oder Ratschläge. Julien Bashir hält ihr das auch sehr freundlich (!) vor und versucht, ihr klar zu machen, daß sie damit Leute vor den Kopf stößt.

Melora besteht konsequenterweise darauf, allein durch das Wurmloch in den Gamma-Quadranten zu fliegen, aber Commander Sisko stellt ihr Leutnant Jadzia Dax zur Seite. Als es am nächsten Morgen losgehen soll, stellt Jadzia fest, daß Melora nicht in ihrer Kabine ist, wo sie sie eigentlich abholen wollte, und fragt den Computer nach ihrem Aufenthaltsort. Sie findet Melora schließlich in einem Bereich, der nicht so wirklich barrierefrei für sie ist. Sie ist dort aus dem Rollstuhl gestürzt und kam nicht mehr alleine hoch. Melora ist das sehr peinlich und sie scheint wütend auf sich selbst zu sein, daß sie sich da verschätzt hat. Der Flug wird um einen Tag verschoben, weil Melora sich bei dem Sturz leicht verletzte.

Julien besucht Melora in ihrer Kabine, in welcher sie die Schwerkraft auf einen für sie angenehmen Wert einstellen kann. Sie zeigt ihm, wie er sich in dieser geringeren Schwerkraft sicher bewegen kann, und er ist total begeistert davon, quasi in der Kabine herumfliegen zu können. Außerdem bietet er ihr an, er könne mit einer Therapie etwas an ihrem Gehirn so verändern, daß ihr die höhere Schwerkraft nichts mehr ausmachen würde. Sie läßt sich zunächst auf diese Therapie ein.

Als Melora und Jadzia später von ihrem Ausflug in den Gamma-Quadraten zurückkommen und gerade wieder von dem sogenannten Roundabout (der einem Beiboot der Star-Trek-Raumschiffe ähnelt) auf die Station wechseln wollen, werden sie von einem bewaffneten Yridianer namens Ashrock zurück auf den Roundabout getrieben. Ashrock hat Quark dabei, mit dem er eine Rechnung offen hat, und er zwingt Jadzia dazu, das Beiboot wieder ins All zu bringen und in Richtung Wurmloch zu steuern. Sisko fängt den Roundabout in einem Traktorstrahl ein, aber Ashrock schießt auf Melora, die daraufhin zusammenbricht; er droht damit, weitere Geiseln zu erschießen. Während Ashrock und Sisko verhandeln und Sisko schließlich zusagt, den Traktorstrahl zu lösen (während er sich zusammen mit O'Brien darauf vorbereitet, auf den Roundabout zu beamen), kommt Melora wieder zu sich; sie wurde also offenbar nur betäubt. Jadzia bekommt das mit und lenkt Ashrock lange genug ab, damit Melora, wenn auch nur sehr mühsam, unbemerkt an Kontrollen kommen kann, mit welcher sie die Schwerkraft massiv herabsetzt. Nun in ihrem Element, greift sie den erschrockenen Ashrock an und setzt ihn so außer Gefecht. Sisko und O'Brien kommen direkt danach an und können nur noch dabei helfen, den Roundabout zurück zur Station zu bringen.

Am Ende teilt Melora Julien mit, daß sie die Schwerkraft-Therapie abbrechen will. Es ist ihr wichtiger, auf ihren Heimatplaneten zurückkehren zu können, als sich der Außenwelt anzupassen, um sich nicht mehr so sehr anstrengen zu müssen.

Soviel zum Inhalt. Zwei Handlungsstränge habe ich außen vor gelassen, nämlich was vor der Geiselnahme zwischen Ashrock und Quark ablief, und die Liebesgeschichte zwischen Melora und Julien Bashir.

Ich gehe als erstes auf den logischen Fehler ein: Niedrigere Schwerkraft ist für (zum Beispiel) Erdenmenschen keine echte Einschränkung. Das sieht man gerade in der Szene, in der Melora Julien zeigt, wie er sich in geringer Schwerkraft sicher bewegen kann. Eine Durchführung der Therapie hätte Melora also wohl eher nicht davon abgehalten, auf ihren Heimatplaneten zurückzukehren. Aber die Intention ist klar: Es ging darum, zu zeigen, daß die Beseitigung einer Behinderung, wenn das denn möglich ist, der betroffenen Person auch Möglichkeiten und Fähigkeiten wegnehmen kann und sie dadurch nicht unbedingt nur gewinnt.

Die Abwehrhaltung, die Melora anfangs an den Tag legt, erinnert mich sehr stark daran, wie genervt behinderte (oder auch chronisch kranke und/oder depressive) Menschen reagieren können – und ich nehme mich da ganz bestimmt nicht aus! – wenn sie immer wieder mit den gleichen, gut gemeinten Hilfsangeboten und Ratschlägen bedrängt und überhäuft werden. Vorgeschlagene Maßnahmen wurden entweder schon längst, vielleicht sogar schon mehrfach, ausprobiert und die betroffene Person weiß daher, daß sie nicht weiterhelfen. Oder die Vorschläge sind paternalistisch bzw. bevormundend. Oder sie verstärken sogar die Abhängigkeit der behinderten Person von anderen. Irgendwann entwickelt man dann mehr oder weniger diese Abwehrhaltung, die bei gutmeinenden Mitmenschen einen falschen Eindruck entstehen lassen kann.

Dabei macht Melora von Anfang an klare Ansagen darüber, was sie braucht und was sie nicht haben will. Ihre Unabhängigkeit ist ihr sehr wichtig, und sie versucht lieber, sich den unangenehmen Folgen der ungewohnten Schwerkraft anzupassen („I will adapt.“).

Sie legt auch großen Wert darauf, der Crew keine „unnötige“ Arbeit zu machen. Daß sie sich dabei auch mal verschätzt und dann einen zum Glück relativ harmlosen Unfall hat, nimmt sie dabei in Kauf, auch wenn sie sich danach über sich selbst ärgert. Das heißt, in dem Bestreben, keine Hilfen zu benötigen außer dem Elektro-Rollstuhl, geht sie auch durchaus mal zu weit und übernimmt sich. Die Abwehrhaltung, die andere in ihr aufgebaut haben, hindert sie daran, sich auch dann Hilfe zu holen, wenn etwas zu riskant werden könnte bzw. sie unterschätzt auch durchaus mal eine Situation.

Melora muß sich immerhin nicht mehr mit dem Problem herumschlagen, daß ihre Schwierigkeiten heruntergespielt oder nicht ernst genommen werden, obwohl niemand sonst auf der Raumstation ähnliche Probleme hat. Dafür, daß die Folge bereits vor 26 Jahren gedreht wurde, finde ich das äußerst fortschrittlich. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn sich seitdem auch in unserer Realität die Erkenntnis durchgesetzt hätte, daß man eben nicht unbedingt die Probleme behinderter oder sonstwie gegenüber der Mehrheit eingeschränkter Menschen nachvollziehen können muß, um sie ernst zu nehmen.

Der Konflikt – „gut“ vs. „gut gemeint“ –, der sich aus den ständig von immer wieder anderen Leuten gemachten Hilfsangeboten und Ratschlägen einerseits und der dagegen aufgebauten Abwehrhaltung der eingeschränkten Person andererseits ergibt, ist deutlich herausgearbeitet und kann meiner Ansicht nach auch außerhalb der Star-Trek-Bubble gut als Beispiel präsentiert werden. Ich würde die Folge daher durchaus empfehlen, wenn es darum geht, zu erklären, warum behinderte oder (chronisch) kranke Menschen häufig so genervt reagieren, wenn man doch eigentlich nur helfen will.

4 Kommentare zu “Star Trek DS9: Melora”

  1. Daniel Rehbein quakte:

    Ich kenne die alten Folgen von „Raumschiff Enterprise“ mit Captain Kirk und diejenigen Folgen von „The Next Generation“, die damals (Anfang der 90er) noch im ZDF liefen.

    Damals wurde die Schwerkraft nie thematisiert. In dem Raumschiff herrschte stets die irdische Schwerkraft und auf allen besuchten Himmelskörpern ebenso. Selbst im Tempel des Apoll oder in der Wolkenstadt auf dem Planeten Ardana gibt es keinerlei abweichende Schwerkraft – so, als wäre die irdische Schwerkraft eine im ganzen Universum geltende universelle Konstante für Himmelskörper mit Leben.

    Da finde ich es interessant zu lesen, daß es in anderen Folgen doch die Möglichkeit gibt, die Schwerkraft zu regulieren, und das sogar individuell für eine einzelne Kabine. Wie wird erklärt, daß nicht auch schon Captain Kirk oder Jean-Luc Picard von dieser Technik Gebrauch gemacht haben, um sich einfacher durch das Raumschiff zu bewegen?

    Es ist allerdings nicht nur so, daß alle Lebewesen (Menschen, Vulkanier, Klingonen, Ferengi) die gleiche Schwerkraft gewohnt sind, sondern daß die auch alle ungefähr gleich groß sind. Generell geht Science-Fiction (nicht nur bei Star Trek) davon aus, daß außerirdische intelligente Wesen, die uns besuchen, ungefähr die gleiche Größe haben wie wir.

    Was wäre, wenn uns Außerirdische besuchen, die ungefähr die Größe haben, wie sie auf unserem Planeten Ameisen haben? Die kämen mit einem Raumschiff, das hätte vielleicht die Größe eines Tischtennis-Balls. Würden wir ihre Versuche der Kontaktaufnahme überhaupt bemerken? Könnten wir miteinander Handel treiben?


  2. Atari-Frosch quakte:

    Daß viele Aspekte, die andere Welten von der Erde unterscheiden, nicht berücksichtigt wurden, hing gerade bei den ursprünglichen Folgen (ST-TOS) damit zusammen, daß man nicht die technischen Möglichkeiten und/oder nicht das nötige Budget hatte, um solche Unterschiede herauszuarbeiten. Das gilt auch für Humanoide, die (meistens) etwa die Körpergröße von Erdenmenschen haben. Bedenke: CGI gab’s noch nicht 🙂

    Aber auch bei den anderen Serien ist das Budget immer die Grenze. Dazu kommt, daß die Deadlines während der Dreharbeiten ziemlich eng gesetzt sind. Auch TNG, DS9 und VOY griffen noch nicht auf die Möglichkeiten von CGI zurück, obwohl sie zumindest teilweise schon zur Verfügung standen; Babylon 5 war wohl die erste oder eine der ersten Serien, die CGI-Effekte benutzen konnten (siehe Computer Generated Imagery bei Wikipedia). Ansonsten blieb die Technik lange größeren Filmproduktionen vorbehalten, die mit ganz anderen Budgets rechnen können.

    Immerhin gab es vereinzelt auch bereits in ST-TOS nicht-humanoide intelligente Wesen, die eine völlig andere Biologie haben, beispielsweise das Horta oder der Botschafter der Medusen. Ansonsten konnte man bei Humanoiden nur auf besonders klein- oder besonders großgewachsene Menschen zurückgreifen.

    Bei den Sprachdifferenzen hat man immerhin die Möglichkeit des automatischen Übersetzers „erfunden“, der sich auch unglaublich schnell an bisher unbekannte Sprachen anpassen kann.

    Oder kurz: Vieles, was unerklärt blieb, hängt schlicht und einfach damit zusammen, daß technische Möglichkeiten, Zeit und/oder Geld fehlten, um sie besser darzustellen.

    Budget- und Zeitmangel waren übrigens auch die Gründe dafür, das Beamen einzuführen. Es wäre viel umständlicher und teurer gewesen, jedesmal eine Sequenz mit einem Beiboot zu drehen. Hier wurde aus der Not eine Tugend gemacht, und das Beamen blieb nicht einfach eine Vereinfachung für die Produktion, sondern wurde zur technischen Innovation innerhalb der Serie.


  3. Daniel Rehbein quakte:

    Ja, dieser Universalübersetzer ist auch so ein seltsames Ding. Da kommt man in ein ganz anderes Sonnensystem, auf einen ganz fremden Planeten, man hat keine Ahnung von der Kultur und dem Alltag der dortigen Bewohner – doch der Universalübersetzer kann sofort die Sprache fehlerfrei übersetzen. Es gibt keine Probleme mit Redewendungen wie beispielsweise Anspielungen auf historische Ereignisse, mit Mehrdeutigkeiten oder mit Ironie, der Universalübersetzer hat offensichtlich ausreichendes Wissen, um sämtliche sprachlichen Äußerungen korrekt zu interpretieren und in der Sprache der Menschen wiederzugeben.

    Hier auf dem Planeten Erde rätseln wir seit rund 100 Jahren über den Inhalt des Voynich-Manuskripts. Das Voynich-Manuskript ist von einem Lebewesen derselben Spezies geschrieben worden. Und doch sind wir Angehörigen dieser Spezies nicht in der Lage, den Inhalt des Voynich-Manuskript zu verstehen. Zahlreiche Forscher haben sich in den letzten Jahrzehnten an Analysen versucht, sie sind alle gescheitert. Wie würde der Universalübersetzer das Voynich-Manuskript übersetzen?

    Aber es kommt noch doller: In der Folge „Metamorphosis“ begegnen Captain Kirk und seine Kollegen auf einem Planeten dem einsamen Mann Zefram Cochrane (Erfinder des Warp-Antriebs) und einer Gaswolke mit dem Namen „Companion“.

    Der Universalübersetzer kann dann nicht nur die Regungen der Gaswolke direkt in gesprochene Sprache übersetzen, sondern der Gaswolke auch noch ein Geschlecht zuordnen. Zefram Cochrane ist zunächst ganz erbost, daß der Universalübersetzer den Regungen der Gaswolke mit weiblicher Stimme spricht. Aber Captain Kirk belehrt ihn, daß die Geschlechter „männlich“ und „weiblich“ universell in ganzen Universum sind, und daß Zefram Cochrane und die Gaswolke ein Liebespaar seien, so daß die beiden zwingend das entgegengesetzte Geschlecht haben müssen.

    Ja, echt: In „Raumschiff Enterprise“, das als so progressiv gilt, und das auch viele schwule Fans hat, wird das duale Geschlechtersystem als Konstante im ganzen Universum angepriesen, und die Heterosexualität als die (ebenfalls im ganzen Universum) einzig mögliche Liebe. Das ist ja wirklich starker Tobak: Egal, in welches Universum ich reise, zu welchem Planeten ich komme, wie dort die Lebewesen aussehen, sie werden immer genau die zwei Geschlechter „männlich“ und „weiblich“ haben, und Liebe kann es immer nur zwischen Lebewesen unterschiedlichen Geschlechts geben – ohne Ausnahme im ganzen Universum.

    Das sind solche Punkte, woran ich merke, daß die Darstellung von außerirdischen Kontakten im Science-Fiction nichts damit zu tun hat, wie solche Kontakte in der Realität wirklich ablaufen könnten. Und in diesem Fall ist das nicht den beschränkten Tricktechniken geschuldet, sondern der Phantasielosigkeit der Autoren in gesellschaftlichen Fragen.


  4. Atari-Frosch quakte:

    Naja, da muß man aber auch drauf schauen, wann ST-TOS gedreht wurde: In den 1960ern. Und dann auch noch in den USA.

    Aber auch hier in Deutschland war man in den 1960er-Jahren nicht weiter. Ich habe vor einiger Zeit angefangen, Perry Rhodan (Silberbände) nochmal von vorn zu lesen. Die ersten Romane dieser Serie erschienen 1961. Da waren die Geschlechtsrollenbilder absolut klar: Männer bestimmen alles, Frauen sind maximal Sekretärinnen – oder sie nerven. Bei wichtigen Besprechungen werden Frauen nicht dazugeholt, und wenn, haben sie nicht viel zu sagen. Die Arkonidin Thora hat zwar eine höhere Stellung, weil sie die Kommandantin ihres Raumschiffs ist bzw. war, wird dafür allerdings immer wieder als Nervensäge beschrieben, die aus Egoismus teils verheerende Fehler begeht, obwohl sie es besser wissen müßte. Und sie wird erst „normal“, nachdem Perry Rhodan sie geheiratet hat. Die wenigen weiblichen Mutanten, die nach einiger Zeit vorgestellt werden, sind schüchtern, zurückhaltend, trauen sich nichts zu bzw. es wird ihnen weniger zugetraut als ihren männlichen Kollegen.

    Verschärfend kommt da auch noch dazu, daß die ersten beiden Autoren der Romanserie nicht nur Männer, sondern Kriegsveteranen waren, die ziemlich in Waffen und Technik verliebt waren. Beim Militär war die frauenfeindliche Denke zu der Zeit vermutlich noch einen Tacken schlimmer als in der Zivilgesellschaft. Es ist auch generell festzustellen, daß Technik und Waffen in diesen frühen Romanen deutlich stärker im Vordergrund standen als die gesellschaftliche Entwicklung. Erst mit der Einbindung von William Voltz als Autor wurden die Figuren menschlicher und Frauen etwas besser behandelt. Leider ist der Gute relativ früh gestorben. Autorinnen gab es da übrigens über lange Jahre gar nicht, die erste, Marianne Sydow, kam 1975 dazu (Quelle: Autorenstatistik der Perry-Rhodan-Serie).

    Da kann man vielleicht noch sagen, OK, das war der Zeitgeist, die Leute dachten damals halt so. Das Problem ist eher, daß noch genug Leute immer noch so denken, und zwar Männer wie Frauen (nicht-binäre Menschen wohl eher nicht).


Kommentieren

Bitte beachte die Kommentarregeln!

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>