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Essen „retten“ mit TooGoodToGo (2)

16. Mai 2020 um 23:17 Uhr von Atari-Frosch

Gestern Abend fiel mir auf, daß ich für das Wochenende zu wenig Brötchen da habe. Da Kamps am Wochenende aber die Ausgabe schon um die Mittagszeit macht und ich derzeit noch später „dran“ bin als sonst, schaute ich mich in der Nähe um, wer noch Backwaren anbietet und spätere Abholzeiten hat. Da fiel mir auf, daß diesmal tatsächlich bei Real am Bilker Bahnhof sowohl Backwaren als auch Obst/Gemüse noch zu haben waren, und reservierte mir gleich jeweils eine der Überraschungstüten. Außerdem war ich dann mal noch mutig und reservierte mir zusätzlich in den Bilker Arcaden eine Portion Sushi.

Heute ging es dann ans Abholen. Noch gestern Abend bekam ich eine E-Mail, daß der Sushi-Laden die Abholzeit um eine Stunde vorher verlegt hatte. Das kam mir ungelegen, aber ich wollte trotzdem nicht wieder stornieren, denn ich hatte gesehen, daß die ihre Angebote nicht so gut loskriegen wie eben Real normalerweise. Stattdessen plante ich bis zu einer Stunde normalen Einkauf im Real mit ein. In dem Laden war ich seit Jahren nicht mehr gewesen. Die Tour wurde dann doch etwas anstrengender, und einen Overload sowie einen ungeplant langen Heimweg gab's gratis obendrauf.

Die Abholzeiten lagen dann insgesamt so:

  • Sushi-Express in den Bilker Arcaden: 18:45 bis 19:00 Uhr;
  • Real Obst/Gemüse 19:00 - 21:00 Uhr;
  • Real Backwaren 20:00 - 21:00 Uhr.

– wobei es mir natürlich nicht sinnvoll erschien, um 19:00 Uhr das Gemüse abzuholen, dann eine Stunde durch den Supermarkt zu tigern und dann die Backwaren einzusammeln.

Die Abholung beim Sushi-Express lief gut; ich bekam eine Portion mit 10 Stücken, davon 6 verschiedene Sorten. Eingepackt waren sie in eine einfache, recht instabile Plastikschachtel, die sich nicht gut in einer Stofftasche oder im Rucksack transportieren läßt.

Dann ging ich auf die andere Straßenseite zum Real. Dort war es recht voll, Abstand halten war Glückssache, aber im Laden ist immerhin Maskenpflicht. Außerdem mußte man einen Einkaufswagen nehmen – was beim Abstandhalten allerdings wenig hilft, wenn die Leute den Wagen dann mitten im Weg stehen lassen und ohne ihn zu den Regalen gehen …

Nunja, viel habe ich nicht gekauft; Obst/Gemüse und Backwaren ließ ich natürlich aus. Ich fand einen Soja-Reis-Drink, den ich mal probieren möchte, ein Kilo Zucker habe ich mitgenommen, einen halben Liter frisch gepreßten Orangensaft, einen Protein-Drink und einen Protein-Riegel. Ich suchte nach veganen Lebensmitteln, aber da sieht es bei Real eher mau aus. In dem Gewühl und unter der Maske hatte ich dann auch einen zwar nicht heftigen, aber doch deutlichen Overload zu verarbeiten.

Als ich – immer noch viel zu früh – durch war, ging ich zum Service-Point, wo ich dann auch meine reservierten Tüten abholen sollte, und erfuhr, daß sie die Tüten nicht früher rausgeben können und man sie auch in der App gar nicht als abgeholt markieren könne. Stimmt. Also bezahlte ich erstmal meinen bisherigen Einkauf und ging wieder raus.

Da die Griffe an den Einkaufswagen beim Real nicht desinfiziert werden, schlappte ich als nächstes in die ebenfalls dort befindliche Apotheke und kaufte mir eine kleine Flasche Handdesinfektionsmittel. Nach dessen Anwendung setzte ich mich auf eine Bank, nahm die Maske ab und vertilgte erst einmal mein köstliches Sushi. Meine Befürchtung, daß da etwas zu scharf gewürzt sein könnte, hat sich zum Glück nicht erfüllt.

Nach einem Spaziergang etwas abseits von den Menschenmassen war es dann endlich so weit, daß ich mir wieder einen Einkaufswagen holte und erneut den Real-Markt betrat. Nun konnte ich mir die beiden Tüten aushändigen lassen. Die Gemüse-Tüte, so sagte mir die Verkäuferin dort, sei schwer und ich solle sie besser nicht nur an den Griffen tragen. Ich hob sie direkt in den Einkaufswagen, die Gebäck-Tüte hinterher, und suchte mir einen Platz zum Umräumen; ich hatte ja den Rucksack dabei. Man geht ansonsten offensichtlich davon aus, daß die Kunden grundsätzlich mit einem Auto kommen, obwohl direkt vor deren Kunden-Parkplatz eine große Haltestelle für Busse und Straßenbahnen ist.

Beim Umräumen fiel mir dann die dünne Plastiktüte mit den zermatschten Tomaten auf. Für Tomaten sahen sie zwar recht seltsam aus, eher so blumenförmig wie manche Kürbis-Sorten, aber Farbe und Konsistenz deuteten recht sicher auf Tomaten. Die Plastiktüte mit diesen Tomaten lag – unter einem Netz Kartoffeln. Also, wie man sowas packt, sollte man in einem solchen Laden eigentlich besser wissen.

Ich packte also so viel wie möglich in den Rucksack, stellte den Einkaufswagen zurück und ging zur Straßenbahnhaltestelle. Mit der nächsten Straßenbahn fuhr ich eine Haltestelle weit bis zum Kirchplatz, wo ich in den Bus 732 einsteigen wollte, der mich fast vor die Haustür gebracht hätte.

Ätsch, sagte die Rheinbahn. Die Bushaltestelle am Kirchplatz war verlegt worden, die Zufahrt vom Kirchplatz auf den Fürstenwall ist durch eine Baustellenabsperrung unpassierbar. An der neuen Haltestelle um die Ecke zeigte die Tafel an, daß der nächste 732 in 37 Minuten kommen würde. Ich hätte also mindestens 37 Minuten warten müssen für eine Strecke, die der Bus in zwei Minuten fährt und die ich in 10 bis 15 Minuten laufe. Ergebnis: Ich bin mit dem schweren Rucksack und den zwei Tüten nach Hause gelaufen.

Dort habe ich nach dem ausführlichen Händewaschen dann alles ausgeräumt. In der Obst-/Gemüse-Tüte waren:

  • 1 kg Kartoffeln
  • 2 zermatschte Tomaten
  • 2 x 500 g weiße Trauben
  • 12 Äpfel, mindestens zwei verschiedene Sorten
  • 1 Eisbergsalat
  • 2 Auberginen
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 flache Packung mit (nicht mehr ganz) frischem Dill
  • 1 flache Packung mit (nicht mehr ganz) frischem Thymian
  • 1 kleine Steckrübe
  • 4 Zitronen

– für 3,50 €. Von den Kartoffeln mußte ich etwa ¼ sofort entsorgen, die rochen schon deutlich nach Fisch, obwohl da noch nichts ausgetrieben war. An dieser Stelle machten mir außerdem die Matsch-Tomaten nochmal Ärger: Ich hatte sie weit oben in den Rucksack gelegt, dabei aber nicht bemerkt, daß die Plastiktüte undicht war. Der Tomatensaft war also über die schon riechenden Kartoffeln nach weiter unten getropft – direkt auf meine Zuckertüte … da muß ich noch sehen, wieviel noch zu retten ist.

Ich räumte die verbleibenden Kartoffeln in einen leeren, flachen Karton und stellte sie an einen passenden Ort. Die Matsch-Tomaten landeten direkt im Mülleimer; wenn ich nicht die Sushi gehabt hätte, hätte ich sie vielleicht noch mit dem Thymian in einen Topf gekippt und zu Suppe verkocht, aber das war mir für heute dann einfach zu viel. Aufheben bis morgen war nicht drin. Außerdem war ich selbst auch schon ziemlich matschig, wollte also nicht mehr kochen müssen.

Das Gemüse konnte ich ansonsten im Kühlschrank unterbringen, bis auf eine der Trauben-Packungen, die steht grad hier neben mir und wird nach und nach leergefuttert. Wobei da auch einiges für den Mülleimer übrig bleiben dürfte; ich schätze, etwa ¼ ist auch hier nicht mehr gut genug.

In der Gebäcktüte waren:

  • 1 x 400 g Rosinenstuten
  • 1 großes Stangenweißbrot
  • 4 Sonnenblumenbrötchen
  • 2 einfache Hefeteilchen mit Rosinen
  • 5 einfache weiße Brötchen zum Aufbacken
  • 2 Schokotaschen
  • 1 großes Fladenbrot

Der Rosinenstuten und das Fladenbrot wanderten in den Kühlschrank, während ich die Brötchen und Teilchen direkt in einem Gefrierbeutel in den Tiefkühler steckte. Das Stangenweißbrot halbierte ich, dann kam es ebenfalls in einem Gefrierbeutel in den Tiefkühler. Das kann man alles gut wieder aufbacken.

Meine Essens-Planung für die nächsten Tage sieht also so aus, daß ich primär die Kartoffeln, die schon recht alt aussehende rote Paprikaschote und die zwei Auberginen verarbeiten werde. Das wird wohl viel Kartoffel-Gemüse-Auflauf geben.

Bei den Äpfeln überlege ich noch, ob ich sie schälen, in Stücke schneiden und dann einfrieren soll. Die könnten mir sonst nämlich auch zu viel werden bzw. zu schnell verderben. Der Saft der Zitronen wäre dabei sicher hilfreich. Mal sehen.

Was ich aus der heutigen Einkaufs-Tour gelernt habe:

  1. Wenn ich eine Obst-/Gemüse-Tüte vom Real ergattern kann, vorher nichts essen, es könnte was dabei sein, was sofort verarbeitet und aufgegessen werden muß.
  2. Außerdem sollte ich für diese Tüte nicht nur den Rucksack, sondern auch den Einkaufs-Trolly mitnehmen, weil das wirklich, wirklich viel und schwer ist. Und nicht nur dann, wenn der Bus gerade nicht fährt.
  3. Es sollte auch genug Platz in Kühlschrank und Tiefkühler sein.
  4. Anderes aus dem Laden einkaufen ist OK, aber es sollte nicht viel sein. Sonst reichen meine Transport-Kapazitäten nicht.
  5. Das Sushi für 4,50 € ist sehr OK, kann man ab und zu mal holen. Samstag abends ist es in den Bilker Arcaden auch nicht mehr so voll. Hierfür sollte ich aber eine stabile Dose mitnehmen.
  6. Backwaren und Gemüse mit einer Tour zu holen klingt zwar erstmal effizient, aber es wird dann doch sehr eng im Kühlschrank.

Also: Werde ich gelegentlich sicher wiederholen, dann bei Real aber mal fallenlassen, daß Matschgemüse nicht in die Tüte gehört, erst recht nicht in einer undichten Plastiktüte und schon gar nicht gehören da andere, schwerere Dinge obendrauf gepackt.

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