Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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Archiv der Rubrik 'Autismus'

Offener Brief an MONITOR: #noABA

Sonntag, 6. März 2016

In den letzten Tagen stellten QuerDenkender und weitere – auch ich – auf Twitter viele Fragen an Aktion Mensch. Sie können unter dem Hashtag #FragtWarum nachgelesen werden. Wir fragen, warum Aktion Mensch wissentlich eine „Therapie“-Form, nämlich Applied Behaviour Analysis (ABA), mit 250.000 € finanziert, obwohl bekannt ist, daß diese „Therapie“ dauerhaft schädlich für Kinder ist. Außerdem wird sie größerenteils von Menschen durchgeführt, die keine therapeutische Ausbildung haben (Eltern, Studenten).

Im Vorfeld gab es bereits ein Gespräch mit der Aktion Mensch, das jedoch katastrophal verlief, weil ABA-„Therapeuten“ eingeladen worden waren, die die anwesenden Autisten bedrängten und sogar subtil bedrohten; man sagte ihnen, sie sollten aufpassen, was sie bloggen. Letztendlich redete sich Aktion Mensch damit heraus, daß sie sich „neutral“ zu ABA stellen. Ja nee, sorry, wenn man etwas finanziert, ist man nicht mehr neutral! Wir wollten es genauer wissen. Aktion Mensch ignorierte jegliche Nachfragen und verwies immer nur auf den eigenen Blogeintrag mit ihrem Bericht über die Veranstaltung – welche die neuen Fragen überhaupt erst aufgeworfen hatte. Danach wurden wir ignoriert. (mehr …)


Vorhaben für 2016

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Vorsätze würde ich es jetzt mal nicht nennen, ich sag lieber Vorhaben. – Es ist gar nicht so einfach, sich etwas vorzunehmen, wenn man eigentlich so gar keine Kontrolle mehr über seine Lebensplanung hat. Klar habe ich Wünsche und auch Ansprüche an mich, aber die scheitern sowieso schon größtenteils am Geld und/oder den fehlenden Kapazitäten.

Trotzdem gibt es da ein paar Dinge, auch wenn sie davon abhängig sind, ob mir die Düsseldorfer Repressionsbehörden im neuen Jahr mal wieder ein wenig Stabilität gönnen: (mehr …)


Jahresrückblick 2015

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Eigentlich möchte ich auf dieses Jahr gar nicht zurückschauen. In gewisser Weise war es ein schlechter Abklatsch von 2014, das auch schon ein ziemliches Horror-Jahr für mich gewesen war. Trotzdem, um es abzuschließen, ist so ein Rückblick vielleicht doch gar nicht so schlecht.

Am 2. Januar erschien ein Artikel von mir zum Thema Hartz IV in der Reihe „#Leere Versprechungen – Hartz IV und die Folgen“ auf dem Blog der Piratenpartei NRW: Zynismus in Gesetzesform. Die Nachwirkungen der dort geschilderten Ereignisse kosteten mich nochmal etwa drei Monate Erholungszeit. Ja, ich brauche da halt länger; für mich ist so ein Angriff auf meine Existenz und Menschenwürde nicht dann schon vorbei, wenn sie rein technisch erledigt ist. (mehr …)


Was ist schon normal?

Sonntag, 27. Dezember 2015

Normalität ist, auch wenn man es bei diesem Begriff so gar nicht glauben sollte, meist eine sehr individuelle Angelegenheit. Was für den einen normal ist, mag einem anderen als unnormal gelten. Manche Menschen sind „Lerchen“, sie stehen früh auf: Das ist für sie normal. Andere sind Eulen und können sich überhaupt nicht vorstellen, wie man so früh aufstehen und dann auch direkt wach und einsatzfähig sein kann.

Das Problem fängt an, wenn aus der Normalität des einen eine Normativität oder Normierung für andere bzw. alle wird. Denn dann entsteht automatisch Ungerechtigkeit. Ich rede hier nicht einmal von gesetzlichen Normen (wobei auch diese teilweise auf einer solchen Normativität aufbauen), sondern vom Normalitätsempfinden von Menschen. (mehr …)


Das Seil

Samstag, 19. Dezember 2015

Wenn man ein Seil mit mehr Zugkraft belastet, als es eigentlich aushält, dann bekommt es irgendwann dünne Stellen. Und wenn man die Last dann nicht runternimmt, reißt es. Außerdem kann es dann auch nicht mehr seine vorgesehene Zugkraft aushalten, jedenfalls nicht, bevor es repariert wurde.

Manchen Leuten sagt man nach, sie hätten „Nerven wie Drahtseile“. Je nach Situation kann das auch bei mir so sein (obwohl ich es dann nicht so empfinde). Aber wenn es um meine Stabilität, um meine soziale und Planungs-Sicherheit geht, ist das definitiv nicht der Fall. Mein Seil ist so rissig, daß ich derzeit alle Last davon wegnehmen muß. (mehr …)


Hilfe, die keine ist

Freitag, 4. Dezember 2015

Es ist eine Erfahrung, die sich mittlerweile durch alle sozialen Bereiche incl. Gesundheitswesen zieht: Hilfen werden offiziell angeboten, dann jedoch mit massenhaft Hürden versehen, und bekommt man sie schließlich doch, sind sie maximal halbherzig und man darf froh sein, wenn sie nicht so nebenbei noch zusätzlichen Schaden anrichten. Dabei entsteht der Eindruck, daß sowohl die Hürden aufgebaut als auch die Hilfen schlecht bis gar nicht ausgeführt werden, damit Menschen ja nicht auf die seltsame Idee kommen, die offiziell vorhandenen Möglichkeiten auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. (mehr …)


#WirSchweigenNicht

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Mein Beitrag zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung.

Gestern berichtete Aleksander Knauerhase („QuerDenkender“) von seinem Treffen mit „Aktion Mensch“. Der Bericht gebietet schon in einer gewissen Weise Schweigen – nämlich fassungslose Sprachlosigkeit angesichts dieses Umgangs einer angeblichen Hilfsorganisation für Behinderte mit den Menschen, die sie behauptet zu vertreten.

Aber wir dürfen nicht schweigen, ganz im Gegenteil. (mehr …)


Shutdown

Freitag, 13. November 2015

Was passiert, wenn !autismus und chronische Depression auf Repressionsämter und ihren Papierkrieg stoßen: Heute zum ersten Mal in meinen eigenen vier Wänden einen Overload bis kurz vom Shutdown gehabt. Overloads hatte ich hier schon, von Shutdown waren die aber weit entfernt. 🙁

schrieb ich vorhin auf GNUsocial. (!autismus ist da eine Gruppe, die ich dort vor einiger Zeit angelegt hatte.)

Nachdem ich gestern Vormittag beim anderen Repressionsamt war, um den Sozialhilfeantrag zu stellen, kam ich bereits mit einem Overload nach Hause. Dem ersten für den Tag. Es wird mal wieder eine Menge Papier verlangt, das teils von Dritten zu beschaffen ist, und außerdem hätte ich den falschen Antragsvordruck heruntergeladen und ausgefüllt. Es wäre sonst vermutlich mal wieder zu einfach. (mehr …)


Autismus-Erkenntnis

Dienstag, 22. September 2015

Wie ist das eigentlich, wenn man plötzlich erfährt oder feststellt, daß man im Autismus-Spektrum ist bzw. eine sogenannte Autismus-Spektrums-Störung (ASS) hat? Vor vier Jahren ist mir klar geworden, daß das, was mich „anders“ macht, einen Namen hat. Autismus. Und was es für mich bedeutet. Zeit für einen Rückblick.

Die Erkenntnis kam ja sehr plötzlich, etwa im August 2011. Ein Tweet in meiner Timeline, mit Link zu einem Blogartikel von einer Autistin. Den gelesen, nein: verschlungen. Auf dem Blog weitergelesen. Von dort durch Verlinkungen auf weitere Blogs gekommen, auf denen mehr erklärt wird. Und binnen weniger Stunden formte sich aus dem scheinbaren Chaos, das mein Leben bisher zeigte, ein Bild. Ein sehr deutliches. DAS ist es. DAS bin ich. Ich bin auch so. (mehr …)


Privilegierte Konsumentin

Samstag, 19. September 2015

Gerade stoße ich auf einen Artikel beim „Der Freitag“, der mir mal wieder zeigt, wie unwissentlich privilegiert manche Leute so sind. In Bringdienste bringen’s nicht meint Katja Kullmann, Lebensmittel-Lieferdienste gehörten zu den „WTF-Dienstleistungen“, würden zu viel Zeit kosten und seien nicht umweltfreundlich.

Für die Feststellung, daß es durchaus Menschen geben kann, für die Lieferdienste eine echte Erleichterung sind, reicht Frau Kullmanns Horizont offenbar nicht aus. Zumindest in den Fällen einer Gehbehinderung, einer Krankheit, die einem (vorübergehend oder dauerhaft) das Verlassen der Wohnung schwer bis unmöglich macht, oder auch, wie bei mir, im Fall einer Reizfilterschwäche sind Lieferdienste nämlich durchaus sinnvoll und hilfreich, wenn auch durchaus verbesserungswürdig. (mehr …)


Aktion Mensch und ABA

Donnerstag, 20. August 2015

Wir sind Autismus!

Die Aktion Mensch gibt sich gerade alle Mühe, zu zeigen, daß sie sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen eigentlich gar nicht so sehr interessiert. Zumindest in bezug auf Autismus entwickelt sie sich eher in die Richtung: „Wir fördern das, was am lautesten schreit, und die, die die besten Rhetoriker haben.“

Auf diese Weise ist Aktion Mensch offensichtlich auf die Vertriebler einer „Autismus-Therapie“ hereingefallen, die eine Dressur, ähm, „Therapie“ im Stil der Applied Behavior Analysis oder kurz ABA anbieten. Und weil die Krankenkassen diese Therapie nicht bezahlen, graben sie halt mal Aktion Mensch an, weil Aktion Mensch Fördertöpfe für sowas hat. Das Problem dabei ist, daß Aktion Mensch offenbar nicht wirklich wissen will, was sie da fördern. (mehr …)


Wo ist die Hoffnung?

Dienstag, 18. August 2015

(Ja, das wird wieder so ein #mimimi-Artikel. Wen das nervt, einfach weglesen und weitermachen.)

Atari-Frosch @AtariFrosch
Gibt es einen Ort, an dem ich mich mit dem einbringen kann, was ich kann, statt ständig genötigt zu werden, um die Existenz zu kämpfen?

14:19 - 18. Aug. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Gibt es so einen Ort, wo nicht die Normalität, sondern die Individualität zählt? Where is the hope?

14:19 - 18. Aug. 2015

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Ich will das nicht!

Sonntag, 2. August 2015

Ein Deutschland, in dem Menschen frühestens dann zählen, wenn das, was sie tun, Geld bringt.

Ich will das nicht!

Ein Deutschland, das Erwerbslosigkeit und Armut als selbst verschuldete Makel ansieht und die Betroffenen „Sozialschmarotzer“ nennt.

Ich will das nicht!

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Offener Umgang mit dem Anderssein

Dienstag, 14. Juli 2015

Man kann's nicht richtig und niemandem recht machen. Versteckt man Probleme, die von einer (unsichtbaren) Behinderung oder Krankheit herrühren, und es knallt irgendwann, heißt es: „Warum hast Du nichts gesagt?“ Zeigt man sie jedoch offen, bietet man sofort Angriffsfläche:

Atari-Frosch @AtariFrosch
@KatrinaR47 „nicht wundern was kommt wenn Du offen damit umgehst“ = „Du bist ein Opfer, darf jeder draufhauen“. Kenn ich von #NotJustSad.

16:52 - 18. Jan. 2015

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Illinois verbietet Kerri Rivera, MMS anzubieten

Dienstag, 30. Juni 2015

NBC 5 Chicago berichtete am 24. Juni, daß die Generalstaatsanwältin von Illinois der bekannten Quacksalberin Kerri Rivera eine „assurance of voluntary compliance“, also quasi eine „freiwillige Selbstverpflichtung“, aufgedrückt hat. In dieser verpflichtet sich Kerri Rivera, im Staat Illinois MMS bzw. Chlordioxid nicht mehr als Medikament gegen Autismus zu bewerben, zu verkaufen oder in Seminaren oder auf Konferenzen sowie ihren Websites anzupreisen. Wenn sie sich nicht daran hält, wird das als Verstoß gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz gewertet und kann entsprechend sanktioniert werden.

Nachfolgend meine Übersetzung der Selbstverpflichtung; Original (PDF, leider rein grafisch): Rivera, Fully Executed AVC. (mehr …)