Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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Altersrente, LOL

Samstag, 8. Juni 2019

Immer wenn es um die Rente geht, höre ich – auch und gerade von der SPD – solche Sätze wie „wenn man 35 Jahre lang gearbeitet hat, muß man eine auskömmliche Rente bekommen“ oder überhaupt die Sprüche von der harten Arbeit und so. Und jedesmal denke ich mir: Also erstens meint Ihr Einkommen, nicht Arbeit. Denn darauf, ob eins (abhängig, bezahlt – alles andere zählt ja nicht) gearbeitet hat, kommt es ja schon lang nicht mehr an, sondern darauf, wieviel eins verdienen durfte.

Und zweitens: Brauchen die, die das mit der Erzeugung von Einkommen nicht hinbekommen haben, aus welchen Gründen auch immer, im Alter nix? Oder wird gleich davon ausgegangen, daß einkommensarme und -lose Menschen gefälligst gar nicht so alt werden sollen, daß sie genügend hohe Rentenansprüche haben könnten?

Oury hat dazu heute einen Tweet verfaßt: (mehr …)


Ausgebrannt.

Mittwoch, 6. April 2016

Es passiert schon seit Wochen. Und ich wundere mich fast, daß es „erst“ seit ein paar Wochen passiert. Es kommt in Schüben, und jeder Schub ist härter. Und länger. Und ich kann nur hilflos auf den Totalzusammenbruch warten.

Ich bin ausgebrannt. (mehr …)


Hilfe, die keine ist

Freitag, 4. Dezember 2015

Es ist eine Erfahrung, die sich mittlerweile durch alle sozialen Bereiche incl. Gesundheitswesen zieht: Hilfen werden offiziell angeboten, dann jedoch mit massenhaft Hürden versehen, und bekommt man sie schließlich doch, sind sie maximal halbherzig und man darf froh sein, wenn sie nicht so nebenbei noch zusätzlichen Schaden anrichten. Dabei entsteht der Eindruck, daß sowohl die Hürden aufgebaut als auch die Hilfen schlecht bis gar nicht ausgeführt werden, damit Menschen ja nicht auf die seltsame Idee kommen, die offiziell vorhandenen Möglichkeiten auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. (mehr …)


Systematische Menschenverachtung

Sonntag, 29. November 2015

Letzte Nacht konnte ich mal wieder nicht gut schlafen. Mir war etwas in den Sinn gekommen, was sich bereits vor drei Wochen abgespielt hat, dessen Bedeutung mir aber zunächst nicht voll bewußt geworden war. Vor knapp drei Wochen hatte ich den Sozialhilfe-Antrag mitsamt Eilantrag gestellt, wie mir meine Anwältin geraten hatte. Und dann schrieb sie mir noch, daß sie eine Woche später einen neuen Antrag beim Gericht einreichen werde, diesmal gegen die Stadt Düsseldorf.

Ich hatte erst gar nicht verstanden, warum. Stadt Düsseldorf? Das ARGE ist nicht Stadt Düsseldorf, jedenfalls nicht nur. Nein, es ging um den Sozialhilfe-Antrag. (mehr …)


Shutdown

Freitag, 13. November 2015

Was passiert, wenn !autismus und chronische Depression auf Repressionsämter und ihren Papierkrieg stoßen: Heute zum ersten Mal in meinen eigenen vier Wänden einen Overload bis kurz vom Shutdown gehabt. Overloads hatte ich hier schon, von Shutdown waren die aber weit entfernt. 🙁

schrieb ich vorhin auf GNUsocial. (!autismus ist da eine Gruppe, die ich dort vor einiger Zeit angelegt hatte.)

Nachdem ich gestern Vormittag beim anderen Repressionsamt war, um den Sozialhilfeantrag zu stellen, kam ich bereits mit einem Overload nach Hause. Dem ersten für den Tag. Es wird mal wieder eine Menge Papier verlangt, das teils von Dritten zu beschaffen ist, und außerdem hätte ich den falschen Antragsvordruck heruntergeladen und ausgefüllt. Es wäre sonst vermutlich mal wieder zu einfach. (mehr …)


Im Netz aufgefischt #217

Sonntag, 14. Juni 2015

Asyl

Autismus & Co.

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Im Netz aufgefischt #211

Sonntag, 3. Mai 2015

Armut

Autismus

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Im Netz aufgefischt #78

Sonntag, 16. September 2012

Diese Folge von „Im Netz aufgefischt” ist nach bestem Wissen frei von Links zu Presseverlags-Websites, deren Betreiber das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage unterstützen. Sollten sich in dieser Ausgabe wider Erwarten doch Links zu solchen Websites finden, bitte ich um eine kurze Mitteilung mit Hinweis (Link) darauf, wo sich ein Verantwortlicher des jeweiligen Verlages entsprechend geäußert hat.

Rente

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Zehn Jahre Depressionen

Montag, 20. Februar 2012

Heute ist ein trauriger Jahrestag für mich. Denn heute vor 10 Jahren, am 20. Februar 2002, habe ich in meinem Tagebuch erstmals notiert, daß ich wohl Depressionen habe. Meine Situation war zu dem Zeitpunkt – wieder – sehr prekär.

Im Januar 2002 war ich zu einem Computerkassen-Kurs für eine Tankstellen-Kette eingeladen worden. Dieser Kurs fand in Sankt Augustin in einem Hotel statt. Der Veranstalter zahlte alles, Hotel, Fahrt, Essen, Unterrichtsmaterial. Nach der zweiwöchigen Ausbildung sollte ich als selbständige Computerkassen-Trainerin (oder so ähnlich) zu Tankstellen fahren und dort das Personal in den Kassen schulen. Aber nach der ersten Woche hieß es dann auf einmal, der Kurs wird halbiert, und ich war bei denen, die nicht weitermachen durften. Das war nach längerer Zeit die erste echte berufliche Chance, die sich mir eröffnet hatte, und die hatte sich damit zerschlagen.

Anfang Februar 2002 erfuhr ich dann, daß ich keinen Ehegatten-Unterhalt mehr bekommen würde. Natürlich ohne Vorbereitung und erst an dem Tag, an dem das Geld hätte eingehen sollen – dabei wußte mein Ex das schon einen guten Monat länger. Ich hatte am Monatsanfang notiert: (mehr …)


LVR, Graf-Recke-Stiftung und das Recht

Samstag, 9. April 2011

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist nach eigener Beschreibung „der Verband der rheinischen Städte, der Kreise und der StädteRegion Aachen im Rheinland“. In seinem Selbstlob behauptet er:

Der Anspruch an die Arbeit aller LVR-Einrichtungen ist hoch: Jede Leistung, hinter der der LVR steckt, hat eine besonders hohe fachliche und zugleich menschliche Qualität. Das wollen wir mit unserem Slogan ausdrücken: Qualität für Menschen.

Der Landschaftsverband ist der „Partner der Bürgerinnen und Bürger“. Wir wollen Ihnen zeigen, dass Politik und Verwaltung diesen Leitsatz ernst nehmen.

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Ausrasten verboten

Samstag, 10. Juli 2010

In aller Ruhe verkündet ein Mitarbeiter eines faschistischen Repressionamtes im Hochtaunus einem Arbeitslosen und seiner Frau, daß sie jetzt einfach mal kein Geld mehr bekommen, weil ein Mensch mit gleichem Allerwelts-Namen und gleichem Geburtsdatum woanders einen Arbeitsvertrag hat. Man unterstellt einfach mal, er sei jener welcher, denn das ist ja praktischer, als beispielsweise mal noch die Rentenversicherungsnummern abzugleichen. Außerdem kann man mal wieder hervorragend sparen. Das können diese Ämter ja überhaupt am besten, ist ja auch ihr Job. Dem Familienvater erklärt man dann eben, wenn er seine Wohnung verliere, könne er ja mit seiner Familie ins Obdachlosenheim gehen.

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Tafeln und Sozialstaat

Samstag, 5. Juni 2010

Kristina Schröder verkündete vorhin auf Twitter ganz stolz:

Eben war ich bei der Eröffnung der "Langen Tafel" am Alexanderplatz, bin Schirmherrin der „Tafeln” in Deutschland.

Nun ist das leider überhaupt kein Grund, stolz zu sein, Frau Familien- und Sozialministerin! Es ist ein Armutszeugnis für einen Staat, der sich Sozialstaat nennt, daß sich überhaupt Leute sagen: Wir können das Elend nicht mehr sehen, jetzt sammeln wir mal die übriggebliebenen Lebensmittel von Supermärkten etc. ein und verschenken das an die Hartzer, Sozialhilfeempfänger und Rentner. Diese Helfer übernehmen eine Aufgabe, die eigentlich eine dieses Sozialstaates wäre, wenn er denn noch einer wäre.

Denn die sogenannte Sozialgesetzgebung ist heute nur noch darauf ausgerichtet, Menschen in sinnlose und möglichst billige Arbeit zu pressen oder in ihrer Hilflosigkeit allein zu lassen:

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Sozialleistungen vs. Steuern

Montag, 24. Mai 2010

Die Fraktion der CDU/CSU im Bundestag meint, man müsse „alles” mit einbeziehen, wenn es ums Sparen gehe. Nur daß bei der CDU/CSU „alles” eben doch nicht so ganz „alles” ist: Sozialleistungen kürzen ist demnach mit drin, Steuern erhöhen nicht.

Nun ist es nicht so, daß Sozialleistungsempfänger von Steuererhöhungen nicht betroffen wären, solange es nicht gerade Luxussteuern auf Villen oder Yachten oder sowas sind. Es ist ja nicht so, daß ich an der Supermarktkasse meinen Sozialhilfebescheid oder den Düsselpaß vorzeige, dann drückt die Kassiererin auf einen extra Knopf, und ich bekomme die Mehrwertsteuer nicht berechnet. 😉

Apropos Supermarktkasse, da fällt mir eine Begebenheit ein, die mir vor Jahren an einer solchen passiert ist. Ich stand mit meinem Wagen hinter einer Kundin, die gerade am Bezahlen war, und wollte gerade anfangen, meine Waren aufs Band zu legen, da drängelte sich ein Mann in Anzug und Krawatte mit einem geblafften „Ich hab's eilig!!!11!!” vor. Ich erklärte ihm, daß er auch höflich hätte fragen können, sich aber ansonsten bitte hinten anstellen sollte. Daraufhin meinte er: „Ach, seien Sie still, Sie zahlen doch sowieso keine Steuern.” Mir blieb erstmal der Mund offenstehen. Dummerweise bediente ihn die Kassiererin dann auch prompt, wohl um des lieben Friedens willen, und so hat er dann sicher gelernt, daß er als (behaupteter) Steuerzahler tatsächlich Vorrechte hat.

Auch für die „christliche” Fraktion im Bundestag sind Leute, die (mehr) Steuern bezahlen, offenbar die besseren Menschen. Sie haben wohl hauptsächlich die Sorge, daß Steuererhöhungen ihre Klientel treffen könnten. Daß davon dann eventuell auch Sozialleistungsempfänger (incl. ihrer Kinder) betroffen sein könnten, ist für sie sicher nicht relevant. So christlich sind wir denn auch wieder nicht, ne?


250 Euro

Montag, 21. Dezember 2009

Verschiedenen Quellen ist heute zu entnehmen, daß der Vorsitzende der fünf Wirtschaftsweisen, Prof. Dr. Dr. Wolfgang Franz, dafür plädiert, das Arbeitslosengeld II um 30 % zu kürzen und dafür die Zuverdienstmöglichkeiten zu erweitern. Oder anders: Er will aus Arbeitslosen Arbeitssklaven machen, die fürs nackte Überleben bereit sind, alles zu tun, wofür irgendjemand ein gnädiges Taschengeld springen läßt.

Ich fordere Herrn Franz dazu auf, zurückzutreten. Denn so jemand darf sich bezüglich unserer Wirtschaft nicht weise nennen lassen, im Gegenteil: Er ist dumm. Wie kann man mit soviel Dummheit zwei Doktor- und einen Professorentitel erlangen? Daß sich diese Bundesregierung asoziale Berater sucht, ist dagegen nicht verwunderlich, sie ist ja selbst asozial.

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Armutsgefährdet

Montag, 30. November 2009

Weil ich das grad mal wieder sehe ... das ist eines dieser Wörter aus dem orwell'schen Neusprech, die mir immer wieder aufstoßen. Offiziell gilt als „armutsgefährdet”, wessen Einkommen bei unter 913 € im Monat (2007) liegt (Quelle: beispielhaft Hamburger Abendblatt, Jeder siebte Bundesbürger ist armutsgefährdet; Telepolis sagt, Jeder zehnte Deutsche ist auf staatliche Unterstützung angewiesen).

Leute, wir sind nicht armutsgefährdet, sondern wir sind arm! Wir müssen Angst haben, Miete und Essen nicht mehr bezahlen zu können, wenn auch nur ein Haushaltsgerät kaputtgeht. Oder wenn wir uns — böse, böse! — erlauben, mal zu verreisen, oder uns sonst mal was gönnen wollen. Von diesem Geld kann man nicht wirklich leben, sondern nur noch vor sich hin existieren.

Dieses Wort „armutsgefährdet” ist eine reine Beruhigungspille. Wir sind eben nicht nur gefährdet, sondern schon längst mittendrin. Arm ist eben nicht erst derjenige, der nackt auf der Straße sitzt. Daher schlage ich vor, den Ausdruck „Armutsgefährdung” nicht mehr zu verwenden, sondern den korrekten Begriff „Armut”, auch wenn staatliche Stellen weiterhin Neusprech verwenden. Aber das kennen wir von denen ja schon.